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09. Februar 2012

Für echte Notfälle hält die Stadt 32 Wohnungen vor

Kommunale Unterkunftsverwaltung hilft 128 Menschen, schwierige Zeiten zu überbrücken / Ursulaheim bei Kälte besonders gefragt.

  1. Ein Wohnungsloser mit seinem gesamten Hab und Gut. Foto: ddp

OFFENBURG (BZ). Obdachlose Menschen sind den derzeitigen Minusgraden schutzlos ausgeliefert. Die Stadt Offenburg, die Kommunale Arbeitsförderung des Landratsamts und das Ursulaheim arbeiten bei der Unterstützung wohnungsloser Menschen eng zusammen. Im Ursulaheim nehmen derzeit rund 20 Menschen das Übernachtungsangebot wahr. Zwischen November und April kommt die Einrichtung auf 1100 bis 1600 Übernachtungen. Aber es gibt auch immer noch Wohnungslose, die weiter "Platte machen", sich damit bei den herrschenden Minustemperaturen aber großen Gefahren aussetzen. Nicht immer gelingt es den Sozialarbeitern, sie zum Übernachten im Warmen zu überreden.

Zum städtischen Ordnungswesen gehört auch die kommunale Unterkunftsverwaltung. In Notsituationen kann sie auf 32 Wohnungen, die über das ganze Stadtgebiet verteilt sind, zurückgreifen. Die Gebühren für eine Zimmermitnutzung oder für die vorübergehende Bereitstellung einer Wohnung trägt die Kommunale Arbeitsförderung des Kreises bei Empfängern des Arbeitslosengelds II – ansonsten müssen Berufstätige oder Rentner die Kosten selbst übernehmen.

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Andrea Braun, bei der Stadt Offenburg zusammen mit Volker Fischer für die kommunale Unterkunftsverwaltung zuständig, führt die Gespräche mit betroffenen Einzelpersonen oder Familien: "Trennungen führen oft zu vorübergehender Wohnungslosigkeit bei Einzelpersonen, während Familien dann obdachlos werden, wenn sie von Zwangsräumung wegen Mietschulden bedroht sind." Erst wenn klar ist, dass es keine Möglichkeit gibt, bei Freunden, Verwandten oder Bekannten unterzukommen, wenn die Menschen also auf der Straße schlafen müssten, stellt die Stadt Wohnraum zur Verfügung. Der Standard ist einfach: ein Bett, ein Spind.

"Derzeit kümmern wir uns um 128 Personen, im Schnitt sind es zwischen 110 und 120", so Braun. Darunter befinden sich auch Familien mit Kindern. Eine solche Familie muss dann in einer normalen Mietwohnung in Mehrfamilienhäusern auf 40 Quadratmetern zurechtkommen. Denn: "Nach spätestens sechs Monaten sollten sich diese Menschen wieder selbst um eine Wohnung gekümmert haben." Die Stadt könne keine dauerhafte Lösung anbieten.

Während es einen Kreis von Wohnungslosen gibt, die sich kennen und sich untereinander mit Schlaf- und Wohnmöglichkeiten aushelfen, landen bei der Stadt zumeist Personen, die eigentlich einen festen Wohnsitz gewohnt sind. Immer geht es um den Einzelfall, für den Lösungen gesucht werden. "Schwierig für uns ist es, die Menschen zu motivieren, wieder Eigeninitiative zu entwickeln", schildert Andrea Braun ihre Erfahrungen. Oft müssten auch falsche Vorstellungen korrigiert werden, etwa die, der zufolge die Stadt Offenburg Appartements vermiete. "Wir können zwischenzeitlich helfen, eine schwierige Zeit zu überbrücken. Wir können zusammen mit der kommunalen Arbeitsförderung unterstützen. Die Sozialarbeiter des Ursulaheims kümmern sich mit um die Einzelfälle. Aber irgendwann müssen die Menschen sich wieder eine eigene Wohnung suchen", macht Braun Bandbreite und Grenzen der kommunalen Unterkunftsverwaltung klar.

Autor: bz