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11. März 2009 21:33 Uhr

Schulpsychologe Horst Münz

Gefährdete Schüler mit Zugang zu Waffen – eine fatale Mischung

Zu Amokläufern werden Schüler, denen übel mitgespielt wurde und die sich deshalb zurückzogen. "Wenn man in einer solchen Phase einen Menschen erreichen kann, kann man vielleicht noch etwas verhindern", sagt Schulpsychologe Horst Munz.

  1. Der Schulpsychologe Horst Munz erwartet als Folge von Winnenden viele Beratungsanfragen. Foto: Kathrin Blum

Doch selbst wenn man potenzielle Täter im Blick habe und es die genannten Auffälligkeiten gebe, könnten Tragödien wie am Mittwoch in Winnenden wohl nie ganz ausgeschlossen werden. Wenn ein solcher Mensch freilich noch Zugang zu Waffen habe, "dann müssen die Alarmglocken schrillen", sagt der Mann von der Schulpsychologischen Beratungsstelle in der Ortenau. In Gesprächen mit Lehrern weist die Beratungsstelle auf die genannten Auffälligkeiten hin. Auch gebe es das Angebot der Beratungsstelle, an den Schulen eine Bedrohungsanalyse zu machen: "Wir haben auch ein Fortbildungsangebot zum Thema Krisen in Schulen."

Drei Berater "ein Tropfen auf dem heißen Stein"

Munz ist sicher, dass nach dem Vorfall von Winnenden die Nachfrage wieder stark zunehmen wird.

Die Beratungsstelle ist mit drei Kollegen besetzt, die Wiederbesetzung einer vierten Stelle sei derzeit blockiert. Angesichts des Bedarfs in der Ortenau sei diese Besetzung allerdings "ein Tropfen auf den heißen Stein." Dabei sah es vor drei Jahren noch schlechter aus. Damals gab es für die gesamte Ortenau nur zwei Schulpsychologen. Nach der Amoklaufwarnung in Offenburg sei die Zahl der Schulpsychologen im Land von 50 auf 100 verdoppelt worden: "Da hat der amtierende Kultusminister viel getan", lobt Munz. Allerdings sei Baden-Württemberg im Vergleich mit anderen Ländern relativ schlecht versorgt.

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Dass die Schulen im Umgang mit dem Thema Amoklauf sensibler wurden, ist für Munz erkennbar. Es gebe Einsatzpläne an den Schulen, auch habe sich bei der Vernetzung der einschlägigen Stellen viel verbessert. Das Hilfssystem greife inzwischen sehr schnell: "Da ist viel geschehen seit 2006." Allerdings gebe es auch noch Schulen, an denen es die vorgeschriebenen Krisenteams lediglich auf dem Papier gibt. Angesichts der Vorfälle in Winnenden sind auch die Ortenauer Schulpsychologen in Bereitschaft: "Wir haben ständigen Mailkontakt, denn es müssen eventuell viele Klassen betreut werden."

Autor: Helmut Seller