"Gegen Fluchtverursacher vorgehen"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 25. September 2015

Offenburg

Linksjugend Ortenau verweist mit spektakulärer Aktion auf Ursachen der Flüchtlingskrise.

OFFENBURG (BZ). "Wir, eine Gruppe von mehreren politisch Aktiven, fordern die Menschen und die Politik in unserer Umgebung dazu auf, Fluchtursachen zu erkennen und gegen ihre Verursacher vorzugehen": Dies schreiben jetzt mehrere Mitglieder der Linksjugend Ortenau in einer Presseerklärung, Kontaktnamen werden dabei keine genannt.

Mit einer Aktion machen sie "auf die rund 60 Millionen Menschen aufmerksam machen, die derzeit vor Krieg, Hunger, Ausbeutung, Armut oder aufgrund des Klimawandels fliehen müssen. Die Kreuze, welche nun in Offenburg aufgestellt wurden, sollen an die Millionen Menschen erinnern, die aufgrund dieser Fluchtursachen sterben mussten" – Fluchtursachen, zu denen die deutsche Regierung und vor allem auch deutsche Konzerne wie zum Beispiel Rheinmetall, Diehl Defence, Deutsche Bank oder BASF ihren Teil beitragen würden. Aber auch hier vor Ort in der Ortenau gebe es Firmen, die Zulieferer für Waffenfirmen oder Kriegsbündnisse seien.

In den kommenden Monaten würden von den unterschiedlichsten Gruppen Veranstaltungen zum Thema Fluchtursachen veranstaltet, "und auch wir werden weitere Aktionen starten, um vor allem Fluchtverursacher hier in der Ortenau konsequent zu entlarven und zu benennen". Auch wollen die Organisatoren der Linksjugend "ein Zeichen gegen die Einteilung von guten (Kriegs-) und schlechten (Wirtschafts-) Flüchtlingen setzen. Denn wir sind alles Menschen, die unter der mörderischen kapitalistischen Profitlogik leiden. Unsere Wirtschaft profitiert von der Ausbeutung anderer Länder, genauso wie sie von der Ausbeutung unserer Arbeitskraft profitiert." Deshalb stelle man sich gegen Aussagen, wonach Menschen vom Balkan nur wegen der Sozialleistungen nach Deutschland kämen.

Gefordert werde ein Ende imperialistischer Kriege, ein Stopp der Waffenexporte und ein solidarisches, ökologisches sowie demokratisches Wirtschaftssystem.

Zuletzt heißt es: "Es bleibt nur noch zu sagen, dass kein Mensch irgendwo auf der Welt illegal ist, deshalb sollte auch jedem Mensch, der dies wünscht, ein Bleiberecht erteilt werden. Grenzen und Nationen sind etwas vom Menschen Konstruiertes, es gibt sie nur in unseren Köpfen. Also schalten wir diese doch endlich mal ein und denken über die Welt und unsere Zukunft nach."