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06. September 2011
Geplant ist die Wandlung zum Bildungshaus für alle
BIBLIOTHEK 2020 (V): Für Jugendliche, Migranten und die Altersgruppe Ü 55 soll die Stadtbibliothek attraktiver werden.
OFFENBURG. Weichen stellen für die Zukunft: In der nächsten Dekade sollen jährlich rund 130 000 Euro mehr in die Stadtbibliothek fließen, um weiter Aktualität zu gewährleisten. In einer fünfteiligen Serie stellt die Badische Zeitung verschiedene Aspekte des Zukunftspapiers "Bibliothek 2020" vor.
Verschiedene Zielgruppen sollen verstärkt in den Blick genommen werden. Die Arbeit mit Kindern läuft bereits sehr erfolgreich, wie Sibylle Reiff-Michalik versichert. Die Leiterin der Stadtbibliothek nennt als Beispiel das Projekt "Bibliothek & Schule", das seit 2009 besteht und von der Kulturstiftung finanziell unterstützt wird. Mit Medienkoffern und Veranstaltungen werden vor allem Grundschüler angesprochen. "Uns geht es um Chancengleichheit von Anfang an", nennt Reiff-Michalik die Intention. Es gibt spezielle Führungen, bei denen ein Bibliotheksführerschein erworben werden kann, eine Schatzsuche und die Schultütenaktion mit einem Begleitbrief an die Eltern, um auf die Stadtbibliothek auch als Bildungsinstitution hinzuweisen. Das Angebot soll im kommenden Jahr auf die weiterführenden Schulen ausgedehnt werden, wobei Reiff-Michalik bereits vorgefühlt hat: "Wir rennen da offene Türen ein." Neu wird der Sommerleseclub sein, der als Leseförderung verstanden werde soll: Wer in den Sommerferien mindestens drei Bücher ausleiht und deren Inhalt wiedergeben kann, erhält wie für eine Klassenarbeit eine Eins im Fach Deutsch.
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Der Jugendbereich in der Bibliothek soll umgestaltet und den veränderten Bedürfnissen angepasst werden. Ziel soll sein, die Aufenthaltsqualität zu verbessern, mehr Sitzplätze anzubieten und Abspielstationen für die neuen Medien zu schaffen. Vorgesehen ist eine Aufteilung von 50 Prozent Printmedien und 50 Prozent Nonprint-Medien. "Es geht nicht darum, das traditionelle Angebot zu ersetzen, sondern es zu ergänzen und für die Jugendlichen noch attraktiver zu machen", so Reiff-Michalik.
Für die bislang schwächste Nutzergruppe, Männer und Frauen älter als 55 Jahren, sollen verstärkt Führungen angeboten werden, um die Schwellenangst zu senken. Vorgesehen sind Veranstaltungen tagsüber, Nutzerschulungen am PC sowie der gezielte Ankauf von Medien für diese Altersgruppe. Auch für Migranten soll mehr getan werden – in Zusammenarbeit mit der Integrationsbeauftragten und dem Institut für deutsche Sprache (IdS). Ausgebaut werden sollen die Medieneinheiten in russischer und türkischer Sprache.
Insgesamt wird der Mehraufwand pro Jahr auf 20 000 Euro geschätzt. Weitere 10 000 Euro pro Jahr sollen eingesetzt werden, um die erfolgreichen Veranstaltungen wie "Wortspiel" und "Lesesommer" fortzuführen: "Ohne eine maßvolle Etatabsicherung ist dies nicht möglich", erklärt Reiff-Michalik.
Autor: Gertrude Siefke
