Grüne wollen ihre Themen jetzt lokal durchsetzen

Julia Trauden

Von Julia Trauden

Do, 07. Dezember 2017

Offenburg

Der Kreisverband tagt nach Scheitern der Jamaika-Sondierung .

OFFENBURG. Die Jamaika-Koalition ist geplatzt und damit auch die Hoffnung der Grünen, ihre Politik in einer Regierung durchsetzen zu können. Umso wichtiger sei es deshalb nun, grüne Themen auf der lokalen Ebene in den Vordergrund zu rücken, waren sich die Teilnehmer der Kreismitgliederversammlung in Offenburg am Dienstag einig.

Mit welchen Themen sollen die Grünen in der Ortenau künftig Präsenz zeigen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung am Dienstagsabend. Nach den gescheiterten Sondierungsgesprächen müsse die Partei "den Blick in die Zukunft richten" und überlegen, wo sich auf der lokalen Ebene etwas bewegen lasse, sagte Kreisrat Jürgen Mohrbacher. Lokalpolitik habe nun eine "noch größere Aufgabe, die Leute für Themen zu sensibilisieren", betonte Kreisvorsitzender Alfred Baum.

Wohnungsbau, der Erhalt von Krankenhaus-Standorten und die Verhinderung eines geplanten Legehennenstalls in Hohnhurst für mehr als 14 000 Tiere: In den Augen des Offenburger Stadtrats Norbert Großklaus sind dies die Themen, auf die die Grünen sich künftig konzentrieren sollten, und viele der Mitglieder des Kreisverbands stimmten mit ihm überein. Gleichzeitig könnten mit "kleinen Punkten" auf lokaler Ebene "Akzente gesetzt werden", so Großklaus. Als Beispiele nennt er Informationsveranstaltungen zum Thema Artenschwund und eine Initiative gegen die Verwendung von Glyphosat im Stadtgebiet, wie Grünen-Stadtrat Stefan Böhm sie kürzlich gestartet hat. Das "Ur-Thema der Grünen", die Flüchtlingssituation, dürfe dabei ebenfalls nicht aus den Augen verloren werden: "Wir müssen wach bleiben."

Für eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen Themen der Grünen sprach sich auch Kreisrat Günter Klasen aus: "Wir müssen zurück zu den Wurzeln, um ernst genommen zu werden." Die Verkehrswende sei so ein Thema, auf der kommunalen Ebene aber beispielsweise auch der Erhalt von Bäumen. Wichtig sei, dass die Grünen ihren Prinzipien treu bleiben: "Wir haben es nicht nötig, Kompromisse zu machen", so Klasen.

Die Themen, mit denen die Grünen auftreten, müssten vor allem öffentlichkeitswirksam sein, sagte Domenic Preukschas aus Schutterwald. Die Vermeidung von Plastik sei ein Beispiel, außerdem könnte durch die Einrichtung von mehr Carsharing-Stationen gezeigt werden, dass die Grünen vor Ort "noch etwas machen". "Wir müssen zeigen, was wir machen, damit wir in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden", betonte auch die Offenburger Grüne Renate Kohlund.