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14. März 2011

Hund und Katz’ friedlich vereint

Erstmals wurde eine Internationale Rassehunde-Ausstellung mit einer Rassekatzen-Schau kombiniert / Guter Besuch.

  1. Nicht nur schön anzusehen: Manche Hunde glänzten am Wochenende auch mit ausgezeichneten sportlichen Leistungen. Foto: gertrude siefke

  2. Schmusepärchen Foto: ges

OFFENBURG. Tierische Premiere: Am Wochenende bestand erstmals die Möglichkeit, gleichzeitig auf den Hund und auf die Katze zu kommen. Zur 24. Internationalen Rassehunde-Ausstellung gesellte sich die erste Rassenkatzen-Schau mit über 500 verschiedenen Samtpfoten. Die Resonanz war prima: Bei frühlingshaften Temperaturen begaben sich über 15 000 Besucher aufs Messegelände. Manch ein Tierfreund nutzte die Gelegenheit, den eigenen Vierbeiner mitzubringen – vorausgesetzt, der Impfpass war gültig.

"Die sind ja wie Hund und Katz" lautet ein beliebtes Sprichwort, das seine Gültigkeit verlieren könnte. So sollen Forscher der Universität von Tel Aviv herausgefunden haben, dass beide Tierarten nicht nur friedlich zusammenleben, sondern sogar das Kommunikationssystem des anderen erlernen können. Voraussetzung für eine friedliche Koexistenz sei, die Tiere möglichst jung aneinander zu gewöhnen. Auch könne es vorteilhaft sein, wenn die Katze als erste in den Haushalt aufgenommen werde.

Dass es sich bei den domestizierten Raubtieren um ausgesprochen eigenwillige Geschöpfe handelt, ließ sich am Wochenende auch bei einem Rundgang in der Halle vier beobachten: 20 Rassen gab es zu bestaunen, die in vier Kategorien eingeteilt waren, von der Langhaar bis zur Exotik-Kurzhaar. Gerhard Hämmelmann vom 1. Deutschen Edelkatzenzuchtverein präsentierte mit seiner Frau Angela die größte Hauskatzenart, die Beach Maine Coon, deren nicht kastrierte Kater es bis auf neun Kilo schaffen. Mit Spannung erwartete er die Bewertungen der internationalen Jury, die nach Standards wie Ohren, Nase, Fell und Größe die Tiere bewertete. "Die Voraussetzungen stimmen hier", lobte der erfahrene Züchter den Veranstaltungsort, an dem ansonsten Gebelle angesagt war: Rund 3050 Hunde aus 238 Rassen und Varietäten aus 23 Ländern stellten sich vor, vom Dachshund über den Chow-Chow bis zum Retriever, Pinscher, Molosser und Leonberger. Nach wie vor beliebt ist der Mischlingswettbewerb, bei dem ein Tierarzt sowie ein Leistungsrichter die Bewertung übernehmen.

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Statt lupenreinen Stammbaums geht es hier um Gesundheitszustand, Sozialverträglichkeit und Gehorsam. Besonders attraktiv sind die Demonstrationen der Hundesportart Agility, bei der die fehlerfreie und möglichst schnelle Bewältigung einer Hindernisstrecke im Mittelpunkt steht. Laut Elke Callenbacher, die mit ihrem Hund im Jahre 2005 Deutsche Meisterin wurde und an WM-Qualifikationen teilgenommen hatte, kann fast jeder Hund diesen Sport betreiben – "Hauptsache, er ist gesund und nicht übergewichtig". Nach einem Jahr Training könne man es schon ganz schön weit bringen. Besonders prädestinierte Rassen sind Border Collie, Jack Russell und Sheltie.

Ein schneller Mops kann in Atemnot geraten

Ein Dackel könnte beim Umlaufen der Slalomstangen Probleme mit dem Rücken bekommen, ein Mops bei allzu hohem Tempo Atemnot. Callenbacher warnt davor, bereits mit Welpen zu trainieren: "Wer vor dem ersten Lebensjahr springt, läuft Gefahr, an Arthrose zu erkranken." Für die Zuschauer war es faszinierend zu beobachten, wie die Vierbeiner durch einen Tunnel liefen, Hürden überwanden, eine Mauer hochkletterten und auf einem Steg balancierten. Wobei sich Callenbacher sicher ist: Nicht nur Herrchen und Frauchen haben ihre Freude daran, auch die Hunde: "Wem es keinen Spaß macht, der lässt sich dafür kaum motivieren."

Neben den Wettbewerben und den Vorführungen wurde in der Baden-Arena alles rund um den Hund geboten. Besonders am Herzen liegt den Veranstaltern die Informationsschau "Welcher Hund passt zu mir?" Die 80-jährige Frau in ihrem kleinen Einzimmerappartement sollte sich einen möglichst kleinen Hund zulegen, dessen kurzes Haar auch mit einem Staubtuch gepflegt werden könne, empfiehlt der Experte vom Landesverband.

Wer’s sportlich mag, liegt zum Beispiel mit einem Australian Sheppard richtig, der auch die längere Joggingstrecke locker durchhält. Und die Familie mit drei kleinen Kindern? "Da würde ich von einem Hund abraten", erklärt der Fachmann. Die Eltern hätten mit der Erziehungsarbeit der Kinder genug zu tun.

Außerdem passiere es immer wieder, dass die kleinen Menschen den Vierbeiner so lang piesacken, bis dieser zuschnappe. Dann doch lieber erst einmal Stofftiere.

Autor: Gertrude Siefke