Keine Freistellung

In Offenburg gilt der Schülerstreik als unentschuldigtes Fehlen

Ralf Burgmaier

Von Ralf Burgmaier

Do, 17. Januar 2019 um 14:24 Uhr

Offenburg

"Fridays for Future" Offenburg hat für Freitag zum Schülerstreik gegen zögerliche Klimapolitik aufgerufen. Die Schulleiter unterstützen das Anliegen – aber wollen ein Fehlen nicht entschuldigen.

Die Gruppe "Fridays for Future" Offenburg, der Schüler verschiedener Schulen angehören, hat für Freitag, 18. Januar, um 11 Uhr am Rathausplatz zu einem Schulstreik aufgerufen. Sie will damit ein Zeichen gegen eine befürchtete Klimakatastrophe setzten.

Unterstützung für die Schüler – aber kein "Frei"

Offenburger Schulleiter unterstützen zwar das Anliegen, verweisen aber in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Freiburger auf die Möglichkeit, auch außerhalb der Schulzeit zu demonstrieren. Ansonsten werde die Unterrichtsabwesenheit als unentschuldigtes Fehlen eingestuft, so Manfred Keller, geschäftsführender Direktor der Offenburger Gymnasien.



Nach dem Vorbild der 15-jährigen Klimaaktivistin Greta Thunberg werfen die Schülerinnen und Schülern der internationalen Politik vor, nicht entschieden genug gegen den Klimawandel vorzugehen und damit die Zukunft der Menschheit zu verspielen. Die Gruppe "Fridays for Future" ist Teil der bundesweiten Bewegung, die am 18. Januar bundesweit zu einem Schulstreik für einen Wandel in der Klimapolitik aufgerufen hat. Ihre Hauptforderung an Politik und Gesellschaft lautet, "sich endlich für eine konsequente Reduzierung von Treibhausgasen einzusetzen und dafür Sorge zu tragen, dass Profite nicht mehr vor Mensch und Umwelt gestellt werden". Lokal für Offenburg und die Ortenau fordern die Aktivisten einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

Über die Konsequenzen wird noch beraten

Schiller-Direktor Manfred Keller erklärt auf Anfrage dazu, dass er sich mit den Leitern der städtischen Gymnasien und der beiden Realschulen dahingehend abgesprochen habe, dass die Unterrichtsabwesenheit bei aller Sympathie für das Anliegen der Schüler als unentschuldigtes Fehlen gewertet werde. Mit welchen Konsequenzen werde man noch beraten. Bei einer Freistunde stehe es den Oberstufenschülern natürlich wie bisher schon frei, das Schulgelände zu verlassen.

Wenn die Gruppe allerdings nach dem Vorbild von Greta Thunberg jeden Freitag in den Schulstreik tritt, was die Mehrzahl im Namen Fridays for Future (Freitage für die Zukunft) suggeriert, könnte der Konflikt mit der Schulpflicht eskalieren. Die Schüler beharren auf zumindest einem Streik innerhalb der Schulzeit, weil das größere Aufmerksamkeit garantiere.

Mehr zum Thema: