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12. Dezember 2009

Indoor-Klettern bis auf 15 Meter Höhe

Sektion Offenburg des Deutschen Alpenvereins startet Bau eines zweiten Kletterzentrums / Investition von 1,1 Millionen Euro

  1. Klettern ist in und macht Spaß: Dem Trend zum Gipfelsturm in der Halle kommt der Alpenverein mit einem Kletterzentrum nach. Foto: Fotos:  Schneider/Seller

  2. Foto: Helmut Seller

OFFENBURG. Bis in rund acht Monaten wird die Sportstadt Offenburg über zwei Kletterhallen verfügen: Mit dem symbolischen Spatenstich hat die Sektion Offenburg des Deutschen Alpenvereins (DAV) gestern den Bau eines weiteren Kletterzentrums gestartet, in dem sich die Bergsportler künftig auf 1300 Quadratmetern Kletterfläche austoben und bis zu 15 Meter hohe Wände erklimmen können. 1,1 Millionen Euro investiert der inzwischen 3700 Mitglieder große Verein in das Projekt.

Klettern ist in, und Kletterhallen boomen: Auch in Offenburg gab es, wie Bürgermeister Jopen Christoph gestern verriet, schon diverse Anfragen von gewerblichen Hallenbetreibern. Die Stadt sei sehr froh, dass nun der Alpenverein die bestehenden Sportstätten in Offenburg um eine weitere Einrichtung mit überregionaler Ausstrahlung bereichere.

Der Offenburger Sektionsvorsitzende Dieter Staedel erinnerte daran, dass seit dem Spatenstich für das erste Alpinzentrum auf dem früheren Kasernenareal La Horie bei der Geschwister-Scholl-Halle gerade einmal zehn Jahre vergangen sind. Die Kletterhalle habe jedoch einen derart starken Zulauf an begeisterten Kletterern, dass sie der Nachfrage längst nicht mehr gerecht wird. Mit Steigerungen bei der Mitgliederzahl um jährlich vier bis fünf Prozent erreicht die Sektion Offenburg Zuwachsraten, von denen andere Vereine nur träumen können. "Wir können uns eine stagnierende Mitgliederzahl nicht leisten", sagte Staedel und verwies darauf, dass nur eine nachhaltige Vereinspolitik die Grundlagen für die Zukunft schaffe. Gut 200 Kletterhallen gebe es beim Deutschen Alpenverein und damit Trainingsmöglichkeiten für rund 300 000 Kletterer. Durch solche Angebote habe der DAV ungezählte neue Mitglieder gewinnen können. Zwar bedeute der neuerliche Bau für die Sektion Offenburg einen Kraftakt: "Aber ein echter Bergsteiger weiß, dass der Weg zum Gipfel steinig und mühsam ist."

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Das Grundstück zwischen Vivil und Feuerwache Ost ist für den Neubau ideal gelegen: direkt gegenüber der bestehenden Kletterhalle, die für geschlossene Gruppen und als Aufwärm- und Trainingshalle bei Wettkämpfen auch künftig in Betrieb bleiben wird. Weil die Stadt den Verein beim Bau des ersten Alpinzentrums bereits unterstützt hat, war ein finanzieller Zuschuss nicht möglich. Dafür sei man der Sektion, so Bürgermeister Jopen, mit einem "angenehmen Grundstückspreis" entgegen gekommen.

Unter der Projektleitung von Hermann Seckinger soll das neue Kletterzentrum nun zügig vorangebracht und bereits in rund acht Monaten betriebsbereit sein. Die Halle hat eine Grundfläche von 515 Quadratmetern, wird mit 16 Metern Höhe die höchste Sporthalle der Stadt und wird mit 1000 Quadratmetern Kletterwand für Indoor-Klettern und weiteren 300 Quadratmetern an der Außenwand ausgestattet. Laut Seckinger sollen bei Wettkämpfen bis zu 450 Zuschauer Platz finden können. Die Preise für Jahreskarten werden sich für Mitglieder zwischen 250 und 300 Euro bewegen.

Dass für den Bau, bei dem auch die Eigenleistung der Mitglieder gefragt ist, einiges an Material verarbeitet wird, machte der Ingenieur und Planer Wilfried Koger anhand einiger Zahlen deutlich: 230 Kubikmeter Holz werden für die Rahmenkonstruktion benötigt, zehn Tonnen Stahl, 4000 Quadratmeter Platten für die Innen- und Außenverkleidung, 1500 Quadratmeter Glaswolle. Zusammengehalten wird das Ganze von rund 50 000 Nägeln und Klammern sowie 2000 Schrauben. Koger: "Das müsste dann für die Ewigkeit halten."

Autor: Helmut Seller