Initiative gegen illegale Graffiti

Julia Trauden

Von Julia Trauden

Fr, 08. Dezember 2017

Offenburg

Arbeitskreis bei der Stadtverwaltung soll in den kommenden Monaten ein Konzept ausarbeiten / Beispiele aus anderen Städten.

OFFENBURG. Die Stadtverwaltung reagiert auf Forderungen nach einem aktiveren Vorgehen gegen illegale Graffiti: Ein Arbeitskreis wird ein entsprechendes Konzept ausarbeiten, das im ersten Halbjahr 2018 dem Gemeinderat vorgelegt werden soll, kündigte Bürgermeister Hans-Peter Kopp in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Bauausschusses an.

In dem Arbeitskreis werden Mitarbeiter der Verwaltung aus den Bereichen Soziales sowie Gewerbe, Sicherheit und Ordnung zusammen mit Vertretern der Polizei, der Malerinnung und dem Eigentümerverband "Haus und Grund" über Lösungen beraten. Dabei würden auch Konzepte aus anderen Städten wie Pforzheim aufgegriffen und auf ihre Machbarkeit hin überprüft, erklärte Kopp.

"Wir werden das Problem nicht abschließend regeln können"

Anlass der Initiative war ein Prüfantrag der SPD zu möglichen Vorgehensweisen gegen illegale Sprayer. Schon vor zehn Jahren hätten die Sozialdemokraten das Thema angesprochen, erwähnte SPD-Fraktionsvorsitzender Jochen Ficht in der Ausschusssitzung – damals seien die anfänglichen Bemühungen aber im Sand verlaufen. Auch das "Pforzheimer Modell" zur Eindämmung illegaler Schmierereien sei schon besprochen worden und habe "auch seine Schwächen gezeigt", merkte er an. Für die erneuten Bestrebungen der Stadt zeigte er sich jedoch dankbar: Sie seien ein Zeichen dafür, dass das Problem ernst genommen werde. CDU-Stadtrat Willi Wunsch betonte, dass bei Schmierereien "sofort gehandelt" werden müsse. Die Strafe solle auf dem Fuße folgen. Vor allem die Graffiti im Bereich der Klosterschulen gäben ein "hässliches Bild" ab und seien der Stadt Offenburg "nicht würdig". Bürgermeister Hans-Peter Kopp unterstrich, dass die Stadtverwaltung die Graffiti-Problematik ernst nehme – heute genauso wie vor zehn Jahren: Den damaligen Antrag der SPD habe man "nicht einfach weggewischt", erklärte er. Lediglich hätten sich die Strategien zur Vermeidung von Schmierereien nur im Bereich der städtischen Gebäude als erfolgreich erwiesen. Dort werden illegale Graffiti von den Technischen Betrieben Offenburg umgehend beseitigt. Bei privaten Häusern oder öffentlichen Gebäuden, die anderen Einrichtungen wie dem Kreis oder den Kirchen gehörten, habe die Stadt jedoch keinen Einfluss, so Kopp.

Generell sei es sehr schwierig, der illegalen Graffiti Herr zu werden. Bei frisch bemalten Wänden dauere es oft nur wenige Tage, bis sich jemand mit Sprühfarbe oder Edding darauf verewige. So sei der Lärmschutzwall an der B 33 bereits zwei Tage nach der Errichtung "mit einem Schriftzug beschmiert" worden. Häufig gehe es den Sprayern darum, ihr Revier zu markieren oder einfach nur zu zeigen, dass sie da waren – ein künstlerischer Anspruch sei, anders als an den zehn legalen Graffiti-Wänden in Offenburg, nicht vorhanden.

Ganz vermeiden könne man Schmierereien nicht, so Kopp: "Wir werden das Problem nicht abschließend regeln können." Einen Lösungsansatz präsentierte SPD-Stadträtin Martina Bregler: Um Schmierereien zu vermeiden, könnte man Wände mit künstlerisch anspruchsvollen Graffiti versehen, etwa in Kooperation mit der Kunstschule. In der Szene sei es nämlich ein ungeschriebenes Gesetz, dass sehr schöne Graffiti nicht übermalt werden dürfen.