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20. April 2013

Knast-Kunst-Finale am Wochenende

Begeisterung über die Verwandlung des alten Gefängnisses in einen Ort der Begegnung.

  1. An anderer Stelle gerne wieder: Die Macher der 1. Kunst-Tage Offenburg sind für eine zweite Auflage an anderer Stelle bereit. Foto: Gertrude Siefke

OFFENBURG. Erschöpft, aber glücklich stehen Hugo Näger und Norbert Feger im Hof des alten Gefängnisses. Mit einem kleinen Heer von Künstlern und Helfern haben sie den Knast vor seinem Umbau in einen einzigartigen Ort der Begegnung verwandelt. Morgen, Sonntag, enden die 1. Kunst-Tage Offenburg, die Publikum und Macher so inspiriert haben, dass eine Wiederholung wahrscheinlich ist.

"Können wir die Fotos auch auf Facebook posten?" Die drei Jungs in Baseballkappen und Trainingsanzügen haben höflich angefragt, ob sie unser Gespräch unterbrechen dürfen, um Norbert Feger diese Frage zu stellen. Feger bejaht und die Drei bedanken sich für die Führung. Dann verabschieden sie sich mit einer Zugewandtheit, die man hinter ihrer coolen Erscheinung nicht vermutet hätte. "Genau das ist es, was uns an dem Projekt begeistert", erklären Feger und Näger. Mit Kunst im Knast erreichten sie das Kulturpublikum, aber auch Leute, die niemals einen Fuß in einen Kunsttempel setzen würden. Im Schnitt 500 Leute seien nach dem hochfrequentierten Eröffnungswochenende täglich gekommen. "Wenn ich morgens um 11 Uhr die Gefängnistür geöffnet habe, warteten sie schon davor", so Galerist Näger, dessen Initiative die Kunst-Tage zu verdanken sind. "Auch die Abende waren gut besucht. Unsere Autoren Joe Bausch und José Oliver waren begeistert von der Ausstrahlung des Ortes und vom Geist der Improvisation. Beim Poetry Slam am Donnerstagabend, war es so voll, wir mussten sogar Leute wegschicken", berichtet Hugo Näger, der sich jetzt auf das Abschlusswochenende freut – aber auch auf etwas Erholung danach. Wie die finanzielle Bilanz der Kunst-Tage bei überwiegend freiem Eintritt sein wird, wollen die Macher jetzt noch nicht thematisieren. "Es war ein Sprung ins Ungewisse. So ein Sprung hat viele Glücksmomente, welche die Landung erleichtern", philosophiert Norbert Feger.

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Kunst-Tage: Heute, Samstag, 11 Uhr Medien-Action der Hochschule, 14 Uhr Künstlergespräch, 14.30 bis 17.30 Uhr Tanzperformances, 19 Uhr Abschlussfete mit "Color Ones; Sonntag, 11 Uhr Klaviermatinee

Autor: rab