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25. Januar 2011

Know-how für die BI’s im Süden

Studierende der Hochschule stellen Filme, Animationen und Plakate zum Offenburger Bahnprotest im Internet zur Verfügung.

  1. Wollen andere Bürgerinitiativen an ihrer erfolgreichen Proteststrategie teilhaben lassen (von links): Felix Müller, Manfred Wahl, Anita Rost, Mutter Martina Merkle, Ralf Lankau und Karl Bäuerle. Foto: Gertrude Siefke

OFFENBURG. In Sektlaune hat sich der Vorstand der BI Bahn gestern beim Pressegespräch gezeigt: Den Stopp der Bahnplanung durch das Regierungspräsidium vor einer Woche bezeichnete Schwester Martina Merkle als "erfreuliche Nachricht, die uns alle beflügelt". Um anderen Initiativen entsprechendes Handwerkszeug zu bieten, können Protestplakate und Filme jetzt übers Internet heruntergeladen und verwendet werden.

Im Frühsommer 2008 flimmerten witzige Spots und eindrückliche Kurzfilme über die Großleinwand auf dem Offenburger Marktplatz. Sommer 2010 gab es eine Neuauflage des Festivals mit über 30 Beiträgen. Damit diese Werke auch in Zukunft betrachtet und genutzt werden können, haben drei Studierende des Masterstudiengangs Medien und Kommunikation (Christian Müller, Dominik Psak und Benedikt Weiger) eine Website eingerichtet, in die alle Arbeiten eingepflegt wurden. Neben den Filmen und Animationen finden sich dort rund 100 Plakate von hiesigen Hochschulstudenten, die in Bildschirm- und Druckauflösung heruntergeladen werden können: "Das Thema ist schließlich bundesweit aktuell", erklärte Professor Ralf Lankau von der Fakultät Medien und Informationswesen, der das gesamte Projekt mit Felix Müller von der Firma Visionsbox federführend betreute.

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Für die Studierenden sei die Arbeit ausgesprochen motivierend gewesen, blickte Lankau zurück, da nicht für die Schublade produziert wurde. "Ich mache etwas, und es hat Auswirkungen", brachte Müller die Motivation der jungen Leute auf einen Nenner. Von der Kreativität der Offenburger Studenten sollen jetzt auch die Bürgerinitiativen südlich der künftigen Tunnelstadt profitieren: "Wir sind grundsätzlich bereit, uns weiter zu engagieren", versicherte Lankau.

BI-Vorstand Manfred Wahl ging noch einmal auf die Stellungnahme der Freiburger Behörde am vergangenen Dienstag ein und bezeichnete die richtungsweisende Entscheidung als "großen Schritt". Jetzt müsse es darum gehen, "wohlgemut und aufmerksam" die weitere Entwicklung zu begleiten. Für 8. Februar ist die nächste Sitzung des Projektbeirats vorgesehen. Für die kommenden Monate nannte Wahl als wichtigstes Ziel, eine vernünftige Lage des Korridors für den Tunnel zu finden, wobei vernünftig bedeute, so weit wie möglich im Westen und möglichst ohne überirdische Wohnbebauung. Wahl rechnet damit, dass in drei bis vier Monaten mit den Probebohrungen begonnen wird und spätestens in einem Jahr die Ergebnisse vorliegen. "Wir müssen jetzt alle Energie auf die Tunnelplanung verwenden", erklärte der Vorsitzende und sprach sich klar gegen eine Trassenführung parallel zur Autobahn aus. Diese Variante finde keine Mehrheit bei der Bevölkerung.

Auch wenn letztlich das Eisenbahn-Bundesamt als Planfeststellungsbehörde über das weitere Vorgehen entscheide, sei ein Zurück zur A3-Trasse auszuschließen, erklärte Mutter Martina: "Diesen Gesichtsverlust kann sich die Bahn nicht mehr leisten." Im Übrigen sei es eine gute Entscheidung der BI gewesen, sich auf eine einzige Trassenlösung festzulegen. Sonst hätte die Bahn die verschiedenen Alternativen gegen einander ausgespielt.

Kurzfilme und Plakate im Internet unter http://www.bahnwahnsinn.de

Autor: Gertrude Siefke