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20. Oktober 2009
Kultur an Ort und Stelle
Sieben Themen und Orte hat Kulturchef Simon Moser für die Reihe "Tatort Kultur" ausgeguckt
OFFENBURG. Sieben neue "Tatorte" hat Offenburgs städtischer Kulturchef Simon Moser sich für seine Gesprächsreihe "Tatort Kultur" ausgeguckt. Moser lädt das interessierte Publikum an Orte, deren besonderer Geist die Gespräche mit Fachleuten und Zuhörern inspirieren sollen. Bei den Gesprächsthemen folgt er einem weit gefassten Kulturbegriff, der sich vom Handwerk bis zu Alltagskultur erstreckt.
Neuerdings gibt es ein Flugblatt, das unter anderem im Bürgerbüro ausliegen wird und auf dem sämtliche "Tatorte" im Stadtplan verzeichnet sind. Dieses "Navigationsgerät" war notwendig geworden, nachdem der Gesprächsreihe nach der Übernahme durch Moser und dessen Entscheidung den angestammten Veranstaltungsort im Ritterhaus zugunsten wechselnder Spielorte aufzugeben, das Publikum abhanden zu kommen drohte. Trotz guter Ideen und passender Orte – etwa das Thema Spiel im Spielzeugladen zu diskutieren – schwand das unter Mosers Vorgängerin Susanne Asche herangezogene Stammpublikum zusehends dahin.Mit verbesserter Kommunikation will Moser nun gegensteuern. Wobei er seinem weiten Kulturbegriff treu geblieben ist und eher noch mehr Handwerk und Alltagskultur in den Fokus rücken möchte als in der ersten Ausgabe seiner Gesprächsreihe. "Kultur zum Anfassen", lautet das Moser-Motto. Los geht es mit dem Druckereigewerbe, das beim Reiff-Verlag thematisiert wird. In Mosers Gesprächsrunde wird Manfred Schlindwein vom Künstlerkreis Ortenau die künstlerische Seite der Druckerei vertreten.
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Beim Thema Kunst und Kirche hat Moser sich unter anderem den Restaurator Bernd Baldszuhn, den ehemaligen Leiter der Epilepsie Kehl-Kork und Kunstkenner, Hansjörg Schneble, sowie den entschiedenen Verfechter einer zeitgenössischen Orgelbaukunst, Claudius Winterhalter, in die Klosterkirche eingeladen.
Winterhalter hätte auch beim Thema Instrumentenbau kompetent mitsprechen können, das Moser und seine Gäste im Klavierhaus Labianca verhandeln werden. Neben dem Hausherrn Claudio Labianca sitzt unter anderem der Offenburger Geigenbauer Betrand Bellin auf dem Podium. Um die Fotografie und deren durch Computertechnik ermöglichte manipulative Seite geht es am "Tatort" Kulturfabrik, wo über die Tricks der Werbe- und Modell-Fotografie gesprochen wird. Über Comics, denen in Deutschland immer noch das altväterliche Schundurteil anhaftet, wird ebenfalls gesprochen. Illustre Gäste, wie der Straßburger Comiczeichner Joseph Béhé, der unter anderem den historischen Comic zum Offenburger Freiheitsfest "Des Volkes Freiheit" gezeichnet hat, werden versuchen, die künstlerische Seite dieser Erzählkultur herauszuarbeiten.
Um Musikkultur in Baden-Württemberg geht es im April, wobei der Gesprächshorizont durch die Gäste weit gespannt ist: Der Offenburger Musikwissenschaftler Bernhard Klär trifft hier unter anderem auf den Leiter der Popakademie Mannheim, Udo Dahmen.
Bei Hopfen & Malz endet die Reihe im Juni mit einem Gespräch über "Braukunst und Trinkkultur" in der Offenburger Kronenbrauerei. Na dann "Prosit" wie der Lateiner sagt: Es möge nützen.
Autor: Ralf Burgmaier
