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20. November 2008
Land braucht das Breitband
Landesminister fordern mehr Infrastruktur im ländlichen Raum und schelten den Bund
HAUSACH. Gleich zwei Landesminister besuchten gestern die Ortenau. Wirtschaftsminister Ernst Pfister und sein Kollege Peter Hauk, Ressortchef für den Ländlichen Raum, waren prominente Gastredner der Tagung "Erfolgreiche Unternehmensübergabe im Ländlichen Raum" in Hausach.
Peter Hauk sieht die Unternehmen und Unternehmer des Ländlichen Raums als Erfolgsgeheimnis Baden-Württembergs. Ein Drittel aller Betriebe im Ländle befinden sich dort: "Wir haben überall Wirtschaftskraft und innovative Firmen." Deshalb soll künftig ein Kabinetts-Ausschuss die Belange des Ländlichen Raums besonders vertreten. Dazu gehörten die öffentliche Verkehrsmittel, die Kinderbetreuung und die Gesundheitsversorgung.Minister Pfister sieht im Ländlichen Raum vor allem klein- und mittelständische Firmen angesiedelt, oft Familienunternehmen, die sich jedoch zäher am Markt einsetzten. "Der wirtschaftliche Erfolg des Landes ist abhängig von den Erfolgen in den Landesteilen", so der Minister. Rund 60 000 dieser Betriebe seien in den kommenden Jahren von Übergängen betroffen – mit 600 000 Arbeitsplätzen. Ein Zwölf-Punkte-Programm, das in Hausach den Tagungsteilnehmern vorgestellt wurde, listet finanzielle Hilfen sowie Beratungsmöglichkeiten bei Existenzgründungen und Betriebsübernahmen auf.
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Kritik übte Manfred Hammes, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Offenburg-Ortenau daran, dass das Feld "Existenzgründung" in der Schule zu wenig Thema sei. In puncto Fachkräftemangel insbesondere bei den technischen und Ingenieursberufen sieht Hammes die Talregionen im Ortenaukreis gegenüber der Rheinebene nicht im Nachteil: "Hier hat eine Firma in Kehl das gleiche Problem, geeignete Spezialisten zu finden, wie eine Firma in Hausach." Entscheidender als der Standort sei, wie man auf die begehrten Studenten zugehe. Auch echte Firmenneugründungen wären in der Rheinebene nicht häufiger als in den Talregionen, bezogen auf die Zahl der Bevölkerung. Benachteiligt seien hier allerdings die Regionen der Ortenau ohne Breitband-Datenversorgung. Noch ein Fünftel der Ortenau sei schlecht versorgt.
Autor: Robert Ullmann
