Mehr Starter als jemals zuvor

Julia Trauden

Von Julia Trauden

Mo, 18. Dezember 2017

Offenburg

240 Teilnehmer beim Eisweinlauf von Offenburg nach Baden-Baden / Der Erlös von 10 000 Euro ist für eine gute Sache .

OFFENBURG. 65 Kilometer, 1800 Höhenmeter: Rund 100 Männer und Frauen sind am Samstagmorgen am Bahnhof in den 16. Eisweinlauf nach Baden-Baden gestartet. Auf der in sechs Etappen eingeteilten Strecke sammelte die Gruppe weitere 140 Hobbysportler ein und lief gegen 18 Uhr ins Ziel auf dem Weihnachtsmarkt in Baden-Baden ein. Der Erlös aus Teilnahmegebühren und Spenden – insgesamt 10 000 Euro – kommt einem guten Zweck zugute.

Mit mehr als 240 Läufern und Walkern, die die Ziellinie in Baden-Baden überquerten, konnten die Veranstalter vom Verein "laufendhelfen.de e.V." diesmal mehr Teilnehmer als je zuvor begrüßen. "Wir haben erstmals die Zweihunderter-Marke geknackt", freute sich Rudolf Mahlburg, der den Lauf vor 16 Jahren zusammen mit seiner Ehefrau Brigitte ins Leben gerufen hat. Erstmals seien in diesem Jahr auch Läufer aus Norwegen und England an den Start gegangen, andere seien aus der Schweiz und Frankreich angereist. Der Großteil der Teilnehmer stamme aber aus der Region zwischen Freiburg und Mannheim.

Der Eisweinlauf führt über den Ortenauer Weinpfad durch die Reben, wo bei frostigen Temperaturen im Winter die Trauben für den Eiswein geerntet werden – daher der Name. Insgesamt 1800 Höhenmeter bewältigen die Ultraläufer auf der 65 Kilometer langen Strecke. Wer sich die lange Distanz nicht zutraut, kann erst in Durbach, Oberkirch-Tiergarten, Sasbachwalden, Bühl oder in Baden-Baden-Neuweier einsteigen. Walker können auf den letzten beiden Etappen hinzustoßen.

Das Besondere an dem Lauf: Er ist nicht auf Geschwindigkeit ausgelegt. Die Läufergruppe, die in Offenburg startete, bewegte sich in einem moderaten Tempo, blieb immer zusammen und sammelte unterwegs an fünf Etappenstationen andere Freizeitsportler ein. Am Ende liefen alle Teilnehmer gemeinsam ins Ziel ein. An den Stationen waren wieder Helfer platziert, die Glühwein, Tee, Bockwurst und Lebkuchen ausgeben.

Wie im vergangenen Jahr kamen bei dem diesjährigen Eisweinlauf durch Teilnahmegebühren und Spenden rund 10 000 Euro zusammen. Die Teilnahme am Ultralauf ab Offenburg kostete 40 Euro, die Etappenläufer, die unterwegs hinzukamen, zahlten zwölf Euro – viele legten aber noch eine Spende oben drauf, erzählte Organisator Rudolf Mahlburg. Die eine Hälfte des Erlöses spenden die Organisatoren von "laufendhelfen.de e.V." an die Lebenshilfe Baden-Baden-Bühl-Achern. Die andere Hälfte geht an den Verein "Aktion Benni & Co.", der sich der Erforschung einer unheilbaren Muskelkrankheit widmet: der Duchenne-Muskeldystrophie. Einer von 3500 neugeborenen Jungen hat diese genetische Krankheit. Das Kind entwickelt sich zunächst normal, doch bald fällt auf, dass es nicht so schnell laufen kann wie seine Altersgenossen. Ab einem Alter zwischen zehn und 13 Jahren sind die Jungen üblicherweise auf den Rollstuhl angewiesen. Die Krankheit ist fortschreitend und betrifft auch die Herz- und Atemmuskulatur, ein früher Tod ist ziemlich gewiss.