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07. Mai 2010
MEIN OFFENBURG: Ein vielseitiges Revier
DIE WOLFSGRUBE: Silke Kluth kennt sich in der Natur prima aus.
Jeder hat seinen Lieblingsplatz in der Stadt, sein ganz persönliches Offenburg. In der Reihe "Mein Offenburg" stellen wir Menschen und ihre Lieblingsorte vor.
OFFENBURG. Geboren ist Silke Kluth in Essen, "in der Krupp’schen Krankenanstalt" – der Vater arbeitete bei dem Stahlkonzern. Aufgewachsen ist sie im Rhein-Main-Gebiet, in Wiesbaden, Mainz und Bad Nauheim, wo sie 1978 Abitur machte. Es folgte ein Gartenbaustudium an der Uni in Hannover, mit Abschluss als Ingenieurin für Gartenbau.
In Bonn arbeitete sie dann am Institut für landwirtschaftliche Zoologie und Bienenkunde. Sie begann sogar eine Doktorarbeit über Schwebfliegen und biologischen Pflanzenschutz, die sie aber abbrach, "weil ich mit einem Viertel Doktorandengehalt auskommen sollte". Das war halt doch ein bisschen zu wenig zum Leben. Es kam der glückliche Umstand, dass eine Studienkollegin in Offenburg landete und Berufsschullehrerin wurde. Die wiederum kannte eine andere Studienkollegin, die beim Burda-Blatt "Mein schöner Garten" ein Volontariat machte: "Das fand ich toll, ich bewarb mich– und wurde genommen." Bis Ende ’95 war sie bei Burda, dann freiberuflich tätig, darauf beim Living-and-More-Verlag angestellt. Seit 2003 ist sie wieder Freiberuflerin, arbeitet als Gartenjournalistin und -redakteurin für Zeitschriften und Buchverlage, schreibt hie und da auch selbst Bücher. Für "Traumhafte Privatgärten in Deutschland" hat sie sogar mal einen Preis errungen.
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Nun wohnt Silke Kluth seit 18 Jahren in Offenburg – und will nicht mehr weg: "Ich komme mit dem Menschenschlag hier gut zurecht." Hinzu komme das wunderbare Gefühl, "im Kalifornien Deutschlands" zu leben: "Alles hier ist so sinnenfreudig, so viel Obst hier, so viel Wein. Ich meine regelmäßig, im Paradies gelandet zu sein."
Einer ihrer Lieblingsorte ist die Wolfsgrube, hoch über Zell-Weierbach gelegen, direkt am Offenburger Weinwanderweg, mit Blick über die Reben ins Rheintal, bis zum Straßburger Münster oder hinauf zum Schutterlindenberg bei Lahr: "Die Wolfsgrube ist für mich Ausgangs- und Zielpunkt meiner Auszeiten vom Schreibtisch." Oft fährt sie mit der Ortenau-S-Bahn ins Renchtal, wandert von dort zurück nach Offenburg – "und jedes Mal, wenn ich an der Wolfsgrube aus dem Wald trete, bin ich von der Aussicht über die Rheinebene und den Beginn des Kinzigtals überwältigt." So schön hätten es ihre Berufskollegen in Hamburg, Berlin und München nicht.
Die Wolfsgrube sei auch ein "interessanter Beobachtungsposten". Leute kämen zum Walken und Wandern, zum Mountainbiken und Spielen oder um die Tiere zu beobachten: "Hier ist immer was los: Einmal habe ich sogar einen Schlittenhundetrainer gesehen, der seine Tiere im Sommer vor das Mountainbike spannte und per Zuruf dirigierte."
Spannend sei die Wolfsgrube für sie auch ob der guten Mischung aus vielen Baumarten, wie Lärchen, Edelkastanien, Buchen, Eichen, Fichten, Douglasien und Weißtannen: "Diese Vielseitigkeit bietet vielen Tier- und Pflanzenarten Unterschlupf und Nahrung."
Aus diesem Grunde hat Silke Kluth auch die Wolfsgrube ausgewählt: Im vergangenen November als Wander- und Naturführerin zertifiziert, wurde sie von der Landesakademie für Natur- und Umweltschutz gebeten, etwas zur derzeitigen Naturerlebniswoche beizutragen. Das tut sie nun morgen, Samstag, 8. Mai, 14.30 Uhr. In einer Art "Blitzkurs in Waldgeschichte und Nadelgehözkunde" will sie in etwa zwei Stunden den Teilnehmern nahe bringen, was da kreucht und fleucht – einfach vorbeikommen. Infos unter Tel. 0781/9664742, E-Mail: willkommen@wanderrosinen.de
Silke Kluth bietet nicht nur Wander- und Naturrouten an: "Man kann mich auch buchen." Dann gibt sie auch Antworten auf Fragen wie: Wie kommt Orangenduft in unseren Wald? Warum wird man niemals reife Tannenzapfen auf dem Boden finden? Nebenbei plant sie auch noch ein Projekt ganz anderer Art: "Ich möchte mit Blinden den Westweg wandern."
Autor: hrö


