MENSCHEN

Helmut Seller

Von Helmut Seller

Di, 15. Januar 2019

Offenburg

Eine Teekanne erinnert

Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht haben Tausende am Sonntag in Berlin an der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde gedacht. An diesem Dienstag jährt sich zum 100. Mal die Ermordung der beiden Kommunistenführer. Auch in Offenburg hat Rosa Luxemburg ihre Spuren hinterlassen: Befreundet war sie mit den Offenburger Sozialdemokraten und Verlegern Marie und Adolf Geck, mit denen sie um 1900 mit einem innigen Briefwechsel führte. Im Haus der Gecks in der Zähringer straße 9a war Rosa Luxemburg öfter zu Gast. Heute hat in der schmucken Villa die Jugendberufshilfe Ortenau (JBH) ihre Zentrale. Von den Treffen der Gecks mit Rosa Luxemburg ist bis heute eine Teekanne erhalten geblieben, die sie den Gecks geschenkt hatte und die sich heute im Ritterhaus-Museum befindet. Im Stadtarchiv finden sich weitere Spuren, etwa eine Kondolenzanzeige zum Tode Adolf Gecks. 1910 hat Rosa Luxemburg in der sogenannten Michelhalle, die nach der Schließung des Salmen zum beliebtesten Versammlungslokal wurde, vor einer "stark besuchten Volksversammlung" gesprochen. Der Ortenauer Bote vom 23. August berichtet unter der Überschrift "Blutige Rosa", wie die zielbewusste Genossin gegen den lauen Reformkurs der SPD gewettert haben soll.