Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
16. November 2011
"Mentoren für Migranten" sind eine gute Sache
Wolfgang Eberhardt stellte das seit einem halben Jahr bestehende Projekt dem Integrationsausschuss vor.
OFFENBURG (ges). Auf ausgesprochen positive Resonanz ist die Vorstellung des Projekts "Brücken bauen: Mentoren für Migranten" gestoßen: Der Leiter des Instituts für deutsche Sprache, Wolfgang Eberhardt, stellte das seit einem halben Jahr bestehende Angebot den Mitgliedern des Integrationsausschusses vor.
Zwölf Paare haben sich inzwischen gefunden, die sich bis zu einmal pro Woche treffen. Ziel sei, Kontakte ins deutsche Umfeld zu knüpfen, erklärte Eberhardt. Im Vordergrund stehen dabei weniger gemeinsame Behördengänge oder das Ausfüllen von Formularen – hier seien eher die im Seniorenbüro angesiedelten "Sozialpaten" angesprochen. Einheimische oder Migranten, die sich mittlerweile in der Ortenau und der deutschen Sprache zu Hause fühlen, treffen auf Menschen, die erst noch Fuß fassen müssen. Die Mentoren werden in interkultureller Kompetenz geschult.
Bei den Zusammenkünften steht der Austausch in der deutschen Sprache im Mittelpunkt. Es geht um sinnvolle Freizeitgestaltung oder auch konkrete Fragen zur Schulsituation. "Es ist wunderbar zu sehen, was in dieser kurzen Zeit bereits passiert ist", geriet Eberhardt ins Schwärmen. 60 Prozent der Migranten stammen aus der ehemaligen Sowjetunion, die anderen kommen zum Beispiel aus Algerien oder Ägypten.
Werbung
Sie haben Deutschkurse am Institut für deutsche Sprache in Offenburg belegt und wollen die Chance nutzen, ihre Sprachkenntnisse anzuwenden und Land und Leute besser kennen zu lernen. Viel Betreuung sei notwendig, "bevor die ganze Sache steht", unterstrich Eberhardt.
Die Mentoren arbeiten ehrenamtlich und erhalten eine Aufwandsentschädigung. Finanziert werden müssen die Projektleiter und die Infrastruktur. 60 Prozent der Kosten steuert das Ministerium für Integration bei, die restlichen 40 Prozent bringt das Institut für deutsche Sprache auf. Die erste Phase läuft bis März kommenden Jahres: "Wir hoffen, dass die Finanzierung dauerhaft gesichert werden kann", so Eberhardt.
Michael Hattenbach, Fachbereichsleiter Bürgerservice und Soziales, bezeichnete das Angebot als ein "sehr viel versprechendes und zukunftsweisendes Projekt". Auch die Mitglieder des Integrationsausschusses zeigten sich angetan: "Das ist richtig super", sagte eine Teilnehmerin. Noch besser wäre es gewesen, wenn es bereits vor 20 Jahren ein entsprechendes Angebot gegeben hätte.
Autor: ges
