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04. November 2009
Mit der Attitüde des echten Rockstars
Die Band Infight bringt schweißtreibenden Discopunk auf die Bühne / Konzerte in Freiburg und Offenburg .
Es riecht, wie ein Proberaum riechen muss: Ein bisschen muffig und verschwitzt, nach arbeitsamen, energischen und schweißtreibenden Sessions. Auch optisch werden alle Proberaum-Kriterien erfüllt: Teppiche und Schaumstoff-Paletten als Dämpfung an den Wänden, vereinzelte Poster, Instrumente, ein Laptop, leere Bierflaschen. Die Band, die zu diesem Proberaum gehört, heißt Infight. Auf dem Gelände des Freiburger Güterbahnhofs, haben sie ihre Zentrale eingerichtet. "Wir teilen uns den Proberaum mit zwei anderen Bands, sonst könnten wir uns die Miete nicht leisten", sagt Gitarrist Johannes Sauter.
Seit Anfang des Jahres proben Infight hier und schreiben an neuen Songs. Sauter, Drummer Paul Walden und Sänger Matthias Rosa kennen sich aus ihrem Heimatort Tuttlingen, Bassist Christian Schneider ist seit Anfang des Jahres dabei. Jeder Infighter geht nebenbei seiner Ausbildung nach. Sauter studiert Kunstgeschichte, Germanistik und europäische Ethnologie, Walden Mikrosystemtechnik, Rosa macht eine Ausbildung zum Physiotherapeuten, Schneider studiert an der Hochschule Offenburg Medieninformationstechnik.
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Die musikalischen Wurzeln der Jungs liegen im Grunge. "Was man eben so macht mit 16", sagt Walden. 2002 gründen sie die Band Infight. Den Namen finden sie im Wörterbuch. " Infight steht für den Nahkampf beim Boxen und passt irgendwie gut zu uns." Bis 2005 spielen Infight über 100 Konzerte, unter anderem als Vorband von The Bones oder T. M. Stevens – dem Bassisten von Tina Turner und Joe Cocker. Danach legen sie erst einmal drei Jahre Pause ein, um anderen Projekten wie der Band Lazuright nachzugehen. 2009 sehen sie als Neustart an.
Franz Ferdinand und Kings Of Leon, aber auch Peaches und Gary Newman heißen die Vorbilder, "Sexy Music For Sexy People" ist der Slogan von Infight. "Wir finden", so Walden, "unsere Musik einfach sexy und möchten, dass sich jeder angesprochen fühlt."
Wenn schon eine Stilschublade, dann Diskopunk. Infight sind von Klängen der 70er und 80er, von Elektrosounds, aber auch von Punk und Grunge inspiriert. Ihre Einflüsse kombinieren sie mit einer echten Rockstar-Attitüde. Die Zutaten sind impulsive Hüftschwünge, Schweiß und die ganz große Show auf der Bühne. "Dazu kommt natürlich noch die Fünf-Dosenbier-und-drei-Schachteln-Kippen-Stimme von Matthias dem Verführer". Schon allein wegen des ausdrucksstarken, theatralischen und stechend scharfen Gesangs erlebt man diese Band am besten live.
Die Songs sind ordentlich animierend – und klingen so gar nicht nach muffigem Proberaum. "Wir wollen die Leute zum Tanzen bringen", erklärt Johannes. "Das hat bisher immer gut funktioniert. Vor allem, wenn Shorty sein inneres, wildes Bühnentier rauslässt." Womit wir auch schon bei den Pseudonymen wären. Shorty McPimp, Johnny No-Star, Doc Crisis und Captain Zorkon heißen die vier Infight-Rolemodels, die das Konzept komplettieren.
Ein Dutzend Songs hat die Band bis jetzt geschrieben. Gerade war sie im Studio in Wurmlingen, um ihre erste EP aufzunehmen, die im Dezember fertig sein soll. Neben den Rock-’n’-Roll-Klischees, den Sprüchen und Tieren auf der Bühne bleibt am Ende doch ein ganz bescheidener Wunsch. "Wir wollen einfach, dass die Leute zu unseren Konzerten kommen und Spaß haben."
– Konzerte: Freiburg , White Rabbit, Do, 5. November, 21 Uhr; Offenburg, Stud, Sa, 14. November, 21 Uhr.
Autor: Gina Kutkat
