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05. Dezember 2009

"Mit Freude dem Alter entgegen"

Hubert Burda lud alte Mitstreiter und Weggefährten zum Gründerkreis im Hohe Horn Kreis ein

  1. Martin Herrmann Foto: Helmut Seller

  2. Foto: Helmut Seller

  3. Foto: Helmut Seller

OFFENBURG (hsl). Der Hohe Horn Kreis ist gespalten – und das im positiven Sinn: Weil die 1980 von Hubert Burda gegründete Gesellschaft im Lauf der Jahre auf rund 130 Honoratioren angewachsen war, hat der Verleger "einen Schnitt gemacht". Vor wenigen Wochen lud er wie berichtet jene Vertreter aus Wirtschaft und Politik ein "die noch Dampf drauf haben" – sprich: aktiv im Berufsleben stehen – zum "Business Circle im Hohe Horn Kreis" ein. Kontaktpflege und Netzwerkerei waren angesagt. Die alten Mitstreiter und Weggefährten sollten gleichwohl nicht außen vor bleiben. Für sie öffnete Burda am Donnerstagabend die Franzensstube in Fessenbach zum "Gründerkreis im Hohe Horn Kreis". Während in der verjüngten Ausgabe des Horn-Treffens das Durchschnittsalter um die 43 Jahre lag, konnten die meisten Gäste der Gründerkreises auf einige Jährchen mehr an Lebenserfahrung verweisen. Burda selbst wird im kommenden Februar 70 Jahre alt und gab schmunzelnd das über allem stehende Motto für den Gründerkreis aus: "Mit Freude dem Alter entgegen." Für den Verleger steht fest, dass "diese goldene Wurzel, die an einem Maitag des Jahres 1980 gelegt wurde, nicht verloren gehen darf." Bei der jährlichen Zusammenkunft der Gründer – 44 waren es einst, wie sich Horst Junker erinnerte – sollen auch künftig neben "schönen Themen" die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz kommen. An diesem Abend verwöhnte erstmals ein Zwei-Sterne-Koch die Gäste: Martin Herrmann vom Dollenberg, der wie berichtet vor kurzem vom Guide Michelin für seine Arbeit so hoch dekoriert worden war, servierte Herbstsalat mit Süßwasserfischen und Rehrückenfilet auf Spätburgundersauce. Passend dazu kredenzte Andreas Laible junior aus Durbach preisgekrönte Weine – und launige Trinksprüche.

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Ein Loblied auf den "Klingelberger" stimmte Otto Geisel an – Gastronom und Weinkenner aus Bad Mergentheim und bis Anfang Oktober Vorsitzender von Slow Food Deutschland. Die Genießerorganisation, die sich um den Schutz und Erhalt regional wertvoller Lebensmittel kümmert, hatte den "Klingelberger" in ihre "Arche des Geschmacks" aufgenommen. Seit 1782 wird die Rieslingrebe auf dem Klingelberg bei Schloss Staufenberg sortenrein ausgebaut. "Das ist ein ungeheures Kulturgut, was wir hier haben", schwärmte Geisel, der dafür plädierte, den Klingelberger zu einem Produkt zu machen, das über die Landesgrenzen hinaus strahlt. Zum Erhalt dieser Ur-Rebsorte Riesling werden nach strengen Kriterien von Slow Food jährlich Weine unter dem Titel "Klingelberger 1782" abgefüllt. Derzeit sind zehn Durbacher Weinbaubetriebe bei dieser Aktion vertreten. Nicht zuletzt kritisierte Geisel, dass die deutschen Weine angesichts ihrer hohen Qualität viel zu preiswert verkauft würden.

Verleger Hubert Burda saß während des Vortrages bereits wieder im Jet, der ihn von Lahr ins heimische München brachte. Er sorgte indes mit einem Anruf dafür, dass eine Tradition des Hohe Horn Kreises nicht vergessen wird: das gemeinsame Singen des Badnerliedes zum Ausklang.

Autor: hsl