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14. September 2017 16:45 Uhr

Karlsruhe/Offenburg

Mutmaßliche Mara Heckmann-Einbrecher vor Gericht

In der Nacht auf den 14. Juni 2016 wurde das Offenburger Modegeschäft Mara Heckmann ausgeräumt. Wie die Anklage jetzt annimmt, von einer Bande gewerbsmäßiger Einbrecher. In Karlsruhe geht es von Dienstag an um sie und ihre Taten.

  1. Der Tag danach. In der Nacht hatten Einbrecher das Ladengeschäft in der Hauptstraße ausgeräumt. Foto: Ralf Burgmaier

  2. Geschäftsfrau Mara Heckmann findet es enttäuschend, dass die Behörden sie als Betroffene über den Stand des Verfahrens informieren. Auch vom Prozessbeginn habe sie nichts gewusst. Foto: cwe

Wenn nicht Juwelier Spinner in der nahen Metzgerstraße 2016 zweimal von Blitzeinbrechern ausgeräumt worden wäre, so würde der nächtliche Einbruch im Modegeschäft von Mara Heckmann in der Hauptstraße vom 14. Juni 2016 als das spektakulärste Verbrechen dieser Art in die Stadtchronik der jüngeren Zeit eingehen. Damals wurden in einer nächtlichen Aktion Modewaren im Wert von mehr als 200.000 Euro entwendet.

Von Dienstag, 19. September, an müssen sich jetzt sieben Angeklagte im Alter von 22 bis 46 Jahren wegen schweren Bandendiebstahls vor dem Landgericht Karlsruhe verantworten. Zwar wird ihnen auch der Mara-Heckmann-Einbruch zur Last gelegt, doch sei dieser Gegenstand eines gesonderten Verfahrens.

Gewerbsmäßige Einbrüche in Modegeschäfte

Das teilte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe auf Anfrage mit. Gemeinsam mit dem Karlsruher Polizeipräsidium gab sie am Donnerstag eine Pressemitteilung zu den Hauptvorwürfen gegen die sechs Männern und eine Frau heraus: Die aus Rumänien stammenden Personen hätten sich danach spätestens im Oktober 2015 zu einer Bande zusammengeschlossen, um in wechselnder Besetzung gewerbsmäßig Einbrüche in Modegeschäfte und Parfümerien im süddeutschen Raum zu begehen.

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Zwischen Oktober 2015 und November 2016 seien in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz zwölf Einbrüche mit einem Schaden von fast 2 Millionen Euro begangen oder versucht worden, wobei unter anderem Geschäfte in Karlsruhe, Baden-Baden und Stuttgart betroffen waren.

Einbrüche nach immer dem gleichem Schema

Die Einbrüche seien fast immer nach gleichem Schema abgelaufen, so auch der in Offenburg: Zunächst seien die Geschäfte ausgekundschaftet worden. In den frühen Morgenstunden seien die an der jeweiligen Tat Beteiligten dann mit gemietetem Transporter zu den Geschäften gefahren, um hochwertige Waren – teils mehrere Stunden lang und meist unbehelligt – zusammenzutragen, in Plastiksäcke zu verpacken und abzutransportieren.

In Offenburg waren das Modegeschäft Mara Heckmann und das benachbarte Schuhhaus Eberlein Ziel der Einbrecher. Während die Beute bei Eberlein eher gering war, verschwanden bei Mara Heckmann Schuhe, Lederwaren und Bekleidung im Wert von – laut Polizei – mehr als 200.000 Euro in dem Kleintransporter.

Wo ist die Beute geblieben?

Von der Beute fehlt seither jede Spur. Obwohl die Täter beim Einbruch von einer Bewohnerin des Geschäftshauses in der Hauptstraße fotografiert worden waren, konnten sie unerkannt entkommen.

Nach einem Einbruch in ein Bekleidungsgeschäft in Karlsruhe kam die Kriminalpolizei durch auf die Spur der Bande, was am 4. November 2016 zur Festnahme von sechs Beschuldigten führte. Diese befinden sich seither in Untersuchungshaft. Die Karlsruher Kriminalpolizei sei laut Pressemitteilung bei ihren umfangreichen Ermittlungen besonders durch Beamte der Kriminalpolizei Offenburg und Kempten unterstützt worden, heißt es in der Pressemitteilung.

Auf Anfrage sagte Geschäftsfrau Mara Heckmann am Donnerstag, dass sie von den Behörden weder über die Festnahme der mutmaßlichen Täter noch über den Prozessbeginn informiert worden sei. Das finde sie als unmittelbar Betroffene enttäuschend, so die Einzelhändlerin.

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Autor: Ralf Burgmaier