Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

17. Juni 2017

"Natürlich wollen wir gewinnen"

Auch zwei Offenburger Formationen beim Dance World Cup.

  1. Sie treten beim Dance World Cup in Offenburg als 5er Gruppe an: (v.l.) Angelika, Paula, Meral, Carina und Chiara vom Tanzsportclub Schwarz-Weiß Offenburg. Foto: Christine Storck

OFFENBURG. Bei ihnen stimmt der "Flow": Zwei Hiphop-Formationen des Tanzsportclubs Schwarz Weiß Offenburg haben sich für den World Dance Cup qualifiziert, der vom 24. Juni bis 1. Juli auf dem Messegelände stattfindet. Dafür trainieren sie derzeit viele Stunden. Die Mädchen der 5er-Gruppe wollen ihren Titel "Vize-Weltmeister" verteidigen, aber auch das Trio als amtierender Deutscher Meister U18 möchte aufs Siegertreppchen.

Sie sind zwischen 12 und 22 Jahre alt und teilen eine Leidenschaft: Hiphop. "Man muss einfach der Typ dafür sein. Wenn man die Musik hört, kann man nicht mehr aufhören, sich zu bewegen", erklärt die 17-jährige Carina. Sie tanzt seit vier Jahren, ihre beiden zwölfjährigen Teamkolleginnen seit fünf und drei Jahren. Sie werden als Trio antreten – so wie schon bei der Deutschen Meisterschaft im Frühjahr, bei der sie den Titel in ihrer Altersklasse U18 holten. Beim Dance World Cup kommen ihre Konkurrenten hingegen aus der ganzen Welt: Insgesamt wetteifern rund 4000 Teilnehmer aus 38 Ländern um Punkte und Titel. Die vorgegebene Zeit, in der das Trio des TSC überzeugen will: knapp drei Minuten. Dabei kommt es nicht nur auf die Tanzschritte an, sagt Sara. Die internationale Jury will viel mehr sehen als das: Es geht um Ausdruck, Synchronisation, Outfit, Ausführung, Schwierigkeitsgrad und natürlich die Musik. Aber auch das Mischen verschiedener Stile, die passenden Übergänge und der unterschiedliche "Flow" innerhalb eines Teils werden bewertet. "Das ist echt schwer", meint Chiara.

Werbung


Die Choreographie sei zusammen mit dem Trainer entstanden. Der hatte auch die Idee, dass sie trotz des Altersunterschieds ein gutes Gespann geben könnten. Dass er richtig liegt, hat sich erst vor kurzem gezeigt, als die drei Mädchen ihren deutschen Meistertitel holten. Nun haben sie Blut geleckt und wollen beim Dance World Cup am liebsten wieder aufs Siegertreppchen. "Natürlich möchten wir gewinnen", sagen sie unisono.

Denselben Traum hat auch die etwas ältere Fünfer-Gruppe, zu der zwei aus dem Trio ebenfalls gehören. Damit das klappt, bereiten sich alle gründlich auf das Großereignis vor. Im Moment trainieren sie zwei bis drei Mal pro Woche bis zu vier Stunden, damit auch jede Geste und jeder Gesichtsausdruck stimmt. Wer so viel übt, muss sich gut verstehen. "Wir sind alle befreundet", sagen sie. In den Tagen vor dem Wettkampf wird das Tempo noch erhöht – dann steht jeden Tag Training an. Da bleibt neben der Schule kaum Zeit für etwas Anderes. "Aber das bekommen wir gut hin", sagen selbst jene Tänzerinnen, die in beiden Formationen starten.

Wie gut die 5er-Gruppe ist, hat sie im vergangenen Jahr beim letzten Dance World Cup in Jersey bereits gezeigt. Mit noch drei anderen Mädchen – die diesmal nicht dabei sind – sind die fünf Vize-Weltmeister bei den Erwachsenen geworden. Diesmal träumen sie verständlicherweise vom ersten Platz. "Aber das wird schwer. Es sind neue Gegner aus echt guten Ländern, die wir nicht kennen – außerdem wird die Veranstaltung immer anspruchsvoller", berichtet die 22-jährige Paula. Trotzdem rechnet sich das Team ganz gute Chancen auf viele Punkte aus. "Wir haben zum Beispiel keine Mainstream-Musik gewählt und hoffen, dass wir uns schon dadurch von anderen abheben", sagt Angelika. Bei den unterschiedlichen Stilen in der Choreographie setzen sie auf das Besondere und verwenden lieber klassische Elemente als angesagte Bewegungsabläufe, die man aktuell in vielen Videos sieht. Aber auch wenn es nicht klappen sollte mit einem der begehrten ersten Plätze, wären sie trotzdem nicht enttäuscht: "Wir wissen, wir haben alles gegeben", betont Mela.

Dance World Cup

Wenn vom 24. Juni bis 1. Juli in Offenburg der Dance World Cup stattfindet, ist das auch für die Stadt ein Großereignis, das geplant werden muss. "Das Rahmenkonzept steht, wir sind gut in der Zeit", sagt Michél Elsté von der städtischen Abteilung Schule und Sport. Und er ist sicher: Die Woche voll mit Tanzwettbewerben aller Art wird Besuchern und Einheimischen noch lange in Erinnerung bleiben. Der Dance World Cup sei nicht nur eine kulturelle Bereicherung, sondern auch ein Event für die Jugend, das in viele Länder der Welt strahlen und Offenburg bekannt machen wird, ist Elsté überzeugt. Auch für die Sicherheit sei, wie bei jedem anderen Großereignis, gesorgt. Etwa 600 Tänzer kommen in einem Camp auf dem Messegelände unter. Die anderen und insgesamt schätzungsweise 2000 Begleitpersonen, wohnen privat, in Ferienunterkünften oder Hotels in Offenburg und dem weiteren Umland sowie in Straßburg. Ein Bus-Shuttle bringt sie zur Messe.  

Autor: tor

Autor: Christine Storck