Neue Galerie sieht ein Potenzial in der Region

Eri Sieberts

Von Eri Sieberts

Do, 17. Januar 2019

Ortenaukreis

Die Galerie M Beck zeigt in den Räumen einer Schreinerei unterschiedliche Positionen der Malerei von expressiv bis fotorealistisch.

DURBACH. Eine erfrischende Komposition unterschiedlicher Positionen in der zeitgenössischen Malerei stellt die Galerie M Beck im Durbacher Ortsteil Ebersweier, in den leerstehenden Räumen einer Schreinerei aus. Seit Sonntag präsentiert die Kuratorin Adriana Alfredo da Silva Arbeiten von drei Künstlerinnen und drei Künstlern in getrennten Kojen, offenen Räumen, wie man sie von Kunstmessen kennt.

Gleich im Eingangsbereich hängen mittelformatige Bilder, die dem Informel zugerechnet werden können, sowie Landschaftsmalerei von Astrid Haas. Es handelt sich um grob strukturierte Arbeiten mit erdigen Farben, Blau- und Gelbtönen. "Alpensee" heißt eine Komposition in Weiß, Grau, Blau und Gelbgrün, die schroffe Felsen und Wasser in einer winterlichen Landschaft zeigt.

Bildtitel: "Orange ist zierlich und Blau überstrapaziert"

In der nächsten Koje hängen eine Reihe von Querformaten, die sich durch feine Linien und Flächen auszeichnen, in hellem Blau, Gelb und Orange, Rot und Rosé auf weißem Grund. Mit Titeln wie "Orange überwirft sich mit Hellblau", oder "Orange ist zierlich und Blau überstrapaziert", beschreibt der Schöpfer dieser Malerei, Ulrich Barth, den Wettbewerb der Farben um die höchste Präsenz auf seinen Bildern, die von schwungvoller Leichtigkeit sind. Er sei erst seit kurzem Künstler der Galerie, dies seine erste Ausstellung in ihrem Rahmen. Ein paar Schritte weiter: Farbflächenbilder von Barbara Pissot, die jede Arbeit einem Farbton widmet und dessen Abstufung und Wirkung durch Spachteltechnik und Verdichtungen von sandigem Material auslotet. Ein weiterer Künstler ist anwesend: Günter Beier, der am Bodensee fotorealistische Arbeiten produziert. An der Wand: Samentütchen eines bekannten Herstellers, ganz groß in Öl auf Leinwand. "Ich mag die Prächtigkeit der Blumen und das verführerische Kauf-mich", das daraus spricht", schwärmt Beier. Ihn motivierten immer wieder banale Gegenstände, die er im Alltag beobachte. So etwa ein abgelegter und halb eingeklappten Schirm zu Hause in der Badewanne, dessen Abbild die Einladungskarte ziert. "Den musste ich malen", sagt der Künstler. Ebenso aufeinander liegende Hosen und Gürtel, entdeckt in alten Katalogen oder die heile Welt von Modellbahnen, die er mit fast schon unheimlicher Akribie umsetzt. Ganz aktuell seine "Hybrid City" ein dreidimensionaler Modellbau zum Thema Stadt, aus Kartonageteilen und Objekten aus Plastik.

Eine Koje weiter hängen immense Drucke von Peter Boehler, die er als Fineart-Druck von eigenen Fotos beschreibt. "Das ist nichts Neues", sagt er. Aber er überlagere mehrere Bilder und erhalte so Situationen, die die Natur als Grundlage verraten, jedoch komplexe graffitoartige Strukturen entwickeln.

Der Gang durch die Galerie endet bei Petra Heck. Ihre Bilder seien in zum Teil hochemotionalen Lebensphasen entstanden. Die Künstlerin sagt zu manchen Arbeiten, die nach schwerer Krankheit oder nach dramatischen Entscheidungen entstanden sind. Die Bilder zeigen wahre Explosionen von Farbe und Form.

Die Galerie ist im saarländischen Homburg beheimatet, die Inhaber haben aber Wurzeln in Durbach. Diese Sechserausstellung ist die zweite überhaupt. "Wir sehen in der Region Potenzial und möchten uns hier einen Namen machen", sagt die Direktorin.

Die Galerie M Beck stellt Arbeiten von sechs Künstlerinnen und Künstlern aus, Alte Schreinerei, Wiesenstraße 31, Durbach (Ortsteil Ebersweier). Bis 7. Februar. Geöffnet: Mittwoch, Donnerstag und Freitag, jeweils 16 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung Tel. +49-1520 8647282