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15. Dezember 2009
Nicht immer Erzieherin und Friseurin
Die Girls’-Day-Akademie zeigt jungen Frauen Alternativen zu schlecht bezahlten "Mädchenjobs" auf
OFFENBURG. Das Thema ist nicht neu, aber weiter aktuell: Mädchen sollen für technisch-naturwissenschaftliche Berufe interessiert werden. Was der Girls’-Day an einem Tag im April veranstaltet, wollen die Girls’-Day-Akademien des katholischen Verbands In Via ein ganzes Schuljahr hindurch leisten. 27 Offenburger Schülerinnen an der Realschule der Klosterschule sowie der Georg-Monsch-Schule beteiligen sich derzeit an dem Projekt.
Friseurin, Arzthelferin, Erzieherin: Nach wie vor können sich viele junge Frauen keine anderen Tätigkeitsfelder vorstellen, in denen sie künftig ihre Brötchen verdienen. Berührungsängste sind vorhanden, alte Rollenklischees werden noch immer weiter gegeben. Dass frau noch lange nicht zum grobschlächtigen Mannweib mutiert, nur weil sie mit Schraubenzieher und Lötkolben umgehen kann, das ist ein Aspekt, den die Girls-Day-Akademie vermitteln will.
An der Georg-Monsch-Schule bietet Lydia Stein die zusätzlichen Doppelstunden jeden zweiten Mittwoch an. Die Pädagogin der katholischen Organisation In Via trifft sich mit zwölf Mädchen der achten Klasse, die sich für den Hauptschulabschluss entschieden haben. Zehn der jungen Frauen haben einen Migrationshintergrund, bei einigen von ihnen wird zuhause noch streng an der tradierten Rollenverteilung festgehalten. "Das erfordert eine ganz besondere Sensibilität", sagt Stein. Die Mädchen seien zwar hoch motiviert, zugleich aber auch verunsichert. "Dürfen wir das überhaupt?", sei eine Frage, die immer wieder auftauche, wenn den Jugendlichen "typisch männliche" Berufe vorgestellt werden.
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Das Angebot ist dreigeteilt, worauf Projektleiterin Annette Albrecht hinwies: Neben Bewerbungstraining und theoretischer Technik-Orientierung soll ein Praktikum in einem naturwissenschaftlich-technisch ausgerichteten Betrieb absolviert werden. "Derzeit suchen wir noch nach Firmen, die Plätze zur Verfügung stellen", so Stein, die hofft, dass jedes Mädchen für eine Woche ein Unternehmen von innen sehen kann: "Kontakte sind superwichtig."
Das Angebot läuft bis Oktober 2012. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg unterstützt das Projekt mit Mitteln des europäischen Sozialfonds und Landesmitteln.
Autor: Gertrude Siefke
