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16. Januar 2012 10:21 Uhr
Abraham-Kampf
Offenburg – Nabel der Boxwelt
4000 Zuschauer in der Baden-Arena, fünf Millionen an den Fernsehgeräten: Boxen boomt – und Offenburg hat mit dem Profi-Event einmal mehr bewiesen, dass es Großveranstaltungen stemmen kann.
Mehr als 4000 Zuschauer in der Baden-Arena und mehr als fünf Millionen, die am späten Samstagabend noch den Kampf zwischen Arthur Abraham und dem Argentinier Pablo Fariasim "Ersten" verfolgten: Die Boxnacht in Offenburg war offenbar ein voller Erfolg. Nach Bambi oder Wetten, dass...? hat die Messe Offenburg-Ortenau erneut den Beweis erbracht, dass sie Top-Veranstaltungen jeglicher Art perfekt zu bewältigen vermag.
"Was? Schon vorbei? Man kann nicht mal richtig auf die Toilette gehen", murrte ein Zuschauer, als er am Ende der ersten Runde zurück in die Arena kam und gerade noch mitbekam, wie der Ringrichter Janos Olah, nicht gerade mit Gardemaßen gesegnet, anzählte, bis zehn durchzählte und dem Ungar nach gerade mal 2:20 Minuten nicht mehr erlaubte, den Kampf gegen den als "Schwarze Mamba" angekündigten Namibier Willbeforce Shihepo fortzusetzen. Beschämt ob des Kurzprogramms schlich der Geprügelte von dannen, derweil der Sieger das Standvermögen der Ringecken prüfte, die er freudestrahlend bestieg. Es war genau 23.58 Uhr, und der Ansager gratulierte dem Mann aus Namibia und entließ die 2000, die auch diesen siebten und letzten Kampf noch miterleben wollten, in die kalte Nacht. Die anderen 2000 waren bereits nach Abrahams Triumph wenige Minuten davor aufgebrochen – wohl ausschließlich deshalb hatten sich viele auf die Reise nach Offenburg gemacht und hatten mitunter mehrere Stunden Anfahrt in Kauf genommen.
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Keine Frage: Boxen boomt. Die gut 4000 in der Baden-Arena waren fast doppelt so viele wie bei der vorerst letzten großen Boxnacht auf dem Messegelände 1998, obwohl damals sogar ein gewisser Wladimir Klitschko in den Ring gestiegen war. Gewiss, der letzte Kampf am Samstagabend war, sportlich gesehen, auch der mit Abstand schwächste. Von "Lachnummer" und "Fallobst" war die Rede. Der Ungar schien beim Verlassen der Halle noch immer nicht zu begreifen, was eben mit ihm geschehen war, so konsterniert blickte er drein.
Und manch einer, der 50, 80 oder noch viel, viel mehr Euro Eintritt bezahlt hatte, dürfte sich auch vom Kampf zwischen Abraham und Farias mehr versprochen haben – wenigstens das, dass er länger dauert als nicht mal die Hälfte der als Höchstzahl angegebenen zwölf Runden. Allerdings gab es davor einige boxerisch sehr gute Paarungen, vor allem jene zwischen Robert Sieglitz und Henry Weber.
Dass die Boxnacht alles andere als ein Provinz-Event blieb, war natürlich in erster Linie dem Namen Abraham zu verdanken, dessen Comeback-Versuch sogar die Fernsehmacher elektrisierte. Dank Sportreporter Waldemar Hartmann und dem früheren Gentleman-Boxer Henry Maske erfuhren abermals Millionen in Deutschland, was für tolle Hallen inzwischen in Offenburg stehen – fast kein Event, auch dank Ortenau- und Oberrheinhalle, das hier nicht möglich wäre. Der Sauerland-Boxstall hat die Baden-Arena bereits für weitere Abende ins Auge gefasst.
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Autor: Hubert Röderer
