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20. April 2017 18:13 Uhr

Mutmaßliche Brandstiftung

Offenburger Polizei ermittelt intensiv nach sechs Bränden in derselben Straße

Die Offenburger Feuerwehr kommt drei Nächte in Folge nicht zur Ruhe: In einer Straße im Ort Bohlsbach brennt es immer wieder, insgesamt zum sechsten Mal. Die Polizei ermittelt inzwischen.

  1. Auf dem Areal in der Bachstraße kommt es seit drei Nächten zu Bränden. Foto: Helmut Seller

  2. Nur noch Schutt und Asche sind von einem Wohnwagen übrig, der bei der sechsten mutmaßlichen Brandstiftung in Bohlsbach in Flammen aufging. Foto: Helmut Seller

Die Serie mutmaßlicher Brandstiftungen in der Bohlsbacher Bachstraße ist auch in der Nacht auf Donnerstag fortgesetzt worden. Zum nunmehr insgesamt sechsten Mal mussten die freiwilligen Feuerwehrleute ausrücken, um im Bereich eines schon länger leerstehenden Wohnhauses einen Brand zu löschen. Für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Abteilung Nord vom Gerätehaus in Bühl war es der vierte nächtliche Einsatz binnen drei Tagen, zu dem sie ausrücken mussten.

Obwohl die Kameraden nach wie vor sehr engagiert und hoch motiviert seien, so Feuerwehrsprecher Wolfgang Schreiber, denke man innerhalb der Feuerwehrführung über mögliche Entlastungen nach. Schließlich müsse man die ehrenamtlichen Kräfte auch vor einer Überlastung schützen.

Beim jüngsten Brand wurde die Einsatzabteilung Nord am frühen Donnerstag gegen 3.40 Uhr alarmiert. Hatte es bislang in dem leerstehenden Gebäude und einer zugehörigen Garage gebrannt, stand beim jüngsten Vorfall ein neben dem Haus abgestellter Wohnwagen in Flammen. Die Feuerwehr konnte den Brand nach wenigen Minuten löschen, allerdings sind von dem Gefährt nur noch Schutt und Asche übrig. Die Feuerwehr war mit zwei Fahrzeugen und zehn Einsatzkräften knapp eine Stunde tätig.

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Brandstifterserie begann im Herbst 2015

Der Sachschaden kann nach Angaben des Polizeipräsidiums Offenburg noch nicht beziffert werden. Laut Polizeisprecher Patrick Bergmann hat die Kriminalpolizei "intensive Ermittlungen eingeleitet". Die Serie der mutmaßlichen Brandstiftungen hat im Herbst 2015 begonnen, weitere Fälle gab es im vergangenen Jahr. Wie bei den drei jüngsten hintereinander liegenden Fällen nutzten der oder die Täter immer den Schutz der Dunkelheit.

Anhaltspunkte dafür, dass hinter den Brandlegungen ein sogenannter "warmer Abbruch" stecken könnte, sehen weder Feuerwehr noch Polizei. Gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung und der Technischen Betriebe Offenburg wurde am Donnerstag überlegt, wie die Gefahr weiterer Brandstiftungen zumindest eingedämmt werden kann. Erwin Drixler, Fachbereichsleiter Bauservice bei der Stadt, hat veranlasst, dass rund um das Gebäude auf öffentlicher Fläche ein Bauzaun aufgestellt und so die Zugangsmöglichkeit zu dem in Privatbesitz befindlichen Areal zumindest erschwert wird. Dies werde zwar einen Täter nicht abhalten, sei aber ein erster Schritt, bis man wisse, wie es weitergeht und auch ein Signal an die freiwilligen Wehrleute, dass die Stadt nicht tatenlos zuschaue.

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Autor: Helmut Seller