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28. Mai 2008

Schluckspecht hat nur wenig Durst

Die Hochschule Offenburg gewinnt beim Eco-Marathon in der Kategorie Brennstoffzelle / 3198 Kilometer mit einem Liter Super

  1. Das Erfolgsteam der Hochschule Offenburg mit ihrem Sieger-Fahrzeug, dem Schluckspecht (v. l. ): Sebastian Foß, Ulrich Hochberg, Boris Kubrak, Mattias Niederhofer, Sebastian Sinz, Nils-Malte Jahn, Sabine Binninger, Frank Erdrich, Sigrid Herb, Daniel Uebelacker, Alexander Hinnenberger, Tobias Bernhart, Florian Faller, Gabriel Antes, Daniela Morgenstern, Frank Berger und Rolf Braun. Auf dem Bild fehlt Robin Hoffmeister. Foto: Hochschule

OFFENBURG (BZ). Beim Shell Eco-Marathon, dem größten europäischen Energie-Effizienz-Wettbewerb, hat das Schluckspecht-Team der Hochschule Offenburg mit 3198 Kilometer pro Liter den ersten Platz in der Kategorie Brennstoffzelle belegt.

Der Eco-Marathon ist ein von der Firma Shell ausgetragener Energiesparwettbewerb mit dem Ziel, mit einem motorbetriebenen Fahrzeug und umgerechnet einem Liter Super-Benzin so weit wie möglich zu fahren. Vom 22. bis 24. Mai trafen sich 206 Schul- und Hochschulteams aus ganz Europa im südfranzösischen Nogaro – darunter zwölf Teams aus Deutschland.

Der erfolgreiche Schluckspecht der Hochschule Offenburg nahm bereits zum elften Mal in Folge an diesem Wettbewerb teil und konnte in diesem Jahr gleich zwei sensationelle Plätze einfahren: Als bestes deutsches Team erreichte der Schluckspecht mit nur einem Liter Kraftstoff exakt 3198 Kilometer und damit den zweiten Platz im Gesamt-Ranking. In der Kategorie Brennstoffzelle gewann der Schluckspecht zudem den ersten Platz.

Bereits bei den ersten Wertungsläufen am Freitag zeichnete sich ab, dass die Hochschule Offenburg das ausgereifteste Fahrzeug am Start hatte. Der zweite Renntag sorgte mit Regenschauer und Windböen für erschwerte Fahrbahnverhältnisse. Keinem der Topteams gelang es, das Ergebnis vom Vortag zu verbessern. Um 16 Uhr stand der Sieger fest: der Schluckspecht mit 3198 Kilometer/Liter aus dem zweiten Wertungslauf. Selbst bei regennasser Fahrbahn erreichte er noch 2795 Kilometer/Liter. In den weiteren Läufen haben beide Fahrerinnen die "Schallmauer" von 3000 Kilometer/Liter geknackt. Zweiter wurde der Vorjahressieger aus Nantes mit 2830 Kilometer/Liter.

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Im vergangenen Jahr hatte der Schluckspecht noch ein Ergebnis von 2716 Kilometern erreicht. Um das Fahrzeug noch energieeffizienter zu gestalten, nahmen die Konstrukteure um Ulrich Hochberg kleinere Optimierungen vor. So wurde zum Beispiel der Wirkungsgrad des Radnabenmotors verbessert, der – wie im Jahr zuvor – durch eine Wasserstoff-Brennstoffzelle angetrieben wurde. Die selbst entwickelte Aufhängung der Brennstoffzelle wurde von einem Gummipuffer auf eine Kohlefaserblattfeder umgestellt, was ebenfalls Vorteile brachte.

Bei der Haube des Wagens kam das neue Material Polycarbonat zum Einsatz, welches das Mobil um 1,2 Kilogramm leichter machte und gleichzeitig für eine bessere Belüftung im Wageninneren sorgte. Die Datenauswertung zur Unterstützung der Fahrerinnen Sigrid Herb und Sabine Binninger wurde ebenfalls verbessert und ermöglichte ihnen eine effizientere Fahrweise auf der Rennstrecke. Eine wichtige Unterstützung waren auch in diesem Jahr wieder die befreundeten Unternehmen.

Das Interesse der Studierenden an der Fortführung des Projekts ist allerdings eher gering, wie Ulrich Hochberg von der Hochschule konstatiert: "Die gleiche Situation hatten wir im Jahr 2005, als der Schluckspecht in der Kategorie Dieselfahrzeuge mit großem Vorsprung auf Platz eins gelandet ist. Nun werden neue Ziele gesucht."

Weitere Infos unter http://www.fh-offenburg.de www.shell.com/eco-marathon, http://www.schluckspecht.net

Autor: bz