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04. Februar 2010

Sozialfonds für ältere Mitglieder geplant

Tauschkreis Ortenau plant neuen Service als Reaktion auf seine sich wandelnde Altersstruktur

  1. Roland Rist, Mitglied des Vorstands des Tauschkreises. Foto: r. ullmann

OFFENBURG. Der Tauschkreis Ortenau denkt über neue Wege nach. Dazu gehört eine Art "Sozialfonds", über den ältere Tauschkreis-Mitglieder Nachbarschaftshilfe durch andere Mitglieder in Anspruch nehmen können. Auch sucht der Verein nach Möglichkeiten, die touristische Attraktivität der Ortenau besser für die Mitglieder anderer Tauschringe in Deutschland nutzbar zu machen.

Es gibt über Dachorganisationen für Mitglieder eines Tauschkreises die Möglichkeit, die Ferienwohnung anderer Tauschkreis-Mitglieder anzumieten und nicht mit Bargeld, sondern in der Tauschwährung zu bezahlen. Die Attraktivität der Ortenau für Touristen will man nun bei anderen Tauschkreisen bekannter machen.

In der Ortenau heißt die Tauschwährung "Kintschmer", abgekürzt KIN. Der Name leitet sich ab von "Kintschmer mol . . . ", alemannisch für: "Könntest du mir mal . . . helfen". Der Tauschring hat sich auf die Fahnen geschrieben, in einer immer anonymer werdenden Gesellschaft den Austausch nachbarschaftlicher Hilfen voranzutreiben und dafür eine bestimmte, innerhalb gewisser Grenzen frei verhandelbare Anzahl von "Kintschmer" gutzuschrieben. Die eingenommenen KIN werden auf einer Karte gutgeschrieben. Man kann dafür seinerseits Hilfe in Anspruch nehmen, die von einem anderen Mitglied angeboten wird.

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Laut Roland Rist, Mitglied des Vorstands des 1996 gegründeten Vereins, habe der Tauschkreis derzeit 180 Mitglieder. Diese Zahl sei nach einer guten Wachstumsphase stabil. Gelegentlichem Ausscheiden durch Wegzug stünden Neueintritte gegenüber. Es gebe Untergruppen des Tauschkreises im Kinzigtal sowie in Achern sowie eine Anzahl Mitglieder in Lahr und im Ried. Der Austausch von Angeboten sei somit fast in der ganzen Ortenau möglich. Häufig angebotene Dienstleistungen beträfen Haushalt und Garten, aber auch Schreibarbeiten, Hilfe am PC, Lernhilfe und sogar Musikunterricht. Am häufigsten nachgefragt seien laut Rist handwerkliche Fähigkeiten. Auch Maschinen und Werkzeug werden im Tauschkreis verliehen. Alle Angebote sowie die Tauschmodalitäten können auf der Homepage des Vereins eingesehen werden. Die Mitglieder aus Offenburg, dem Kinzigtal und dem Raum Lahr treffen sich regelmäßig in Offenburg, im Raum Achern, finden etwa alle zwei Monate Mitglieder-Treffs statt, um sich austauschen, gesellig beisammen zu sein und neue Ideen zu entwickeln.

"Mehr als 250 KIN

konnten bislang nicht

angespart werden."

Roland Rist
Eine dieser Ideen, deren Realisierung der Tauschkreis prüfen will, ist der Sozialfonds. "Wir haben keine Erhebung über die Altersstruktur unserer Mitglieder, aber es sind doch etliche ältere Menschen im Verein", erklärt Rist. Zum einen soll die Anspar-Begrenzung für diese Gruppe aufgehoben werden. "Mehr als 250 KIN konnten bislang nicht angespart werden", so Rist, "wir wollen verhindern, dass KIN gehortet werden." Denn das führe dazu, dass weniger Dienstleistungen in Anspruch genommen werden können, weil die dafür nötigen Guthaben nicht in den Umlauf kommen. Senioren sollen nun jedoch "ansparen" dürfen, um es in Anspruch zu nehmen, wenn sie durch Krankheit oder Gebrechlichkeit nicht mehr so aktiv sein können. Auch steht die Überlegung im Raum, einen kleineren Teil der verdienten KIN in einen "Kintschmer-Fonds" fließen zu lassen, aus dem Diensteistungen für ältere Mitglieder dann teils bezahlt werden. Allerdings, so Rist, müsse diese Idee noch diskutiert werden. Auch hofft der Kreis, die Zahl seiner Mitglieder weiter zu steigern.

Weitere Informationen zum Tauschkreis Ortenau unter http://www.kintschmer.de

Autor: Robert Ullmann