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27. März 2012

Stadt strickt am Radnetz

Fahrradförderprogramm sieht Investitionen in Ausbau und Pflege der Offenburger Radwege vor.

  1. Offenburg ist als fahrradfreundliche Stadt ausgezeichnet: Um diesem Titel gerecht zu bleiben, soll weiter investiert werden. Foto: Gertrude Siefke

OFFENBURG (ges). Die Stadt will ihr Fahrradförderprogramm fortschreiben: "Wir machen viele Dinge gut, müssen an einigen Stellen aber auch nachbessern", sagte Bürgermeister Oliver Martini im Verkehrsausschuss und bezog sich auf die Landesauszeichnung "Fahrradfreundliche Stadt" vom Oktober vergangenen Jahres. Die Prüfkommission monierte unter anderem einige veraltete Radwege.

Vorgesehen ist, für 25 000 Euro schadhafte Stellen im Radwegenetz zu beseitigen. So schnell wie möglich sollen die beiden Radverbindungen zwischen Zunsweier und Hofweier sowie Windschläg und Griesheim gebaut werden. Nach der jüngsten Haushaltsdebatte besitzen diese Vorhaben erste Priorität (wir berichteten). Noch in diesem Jahr will die Stadt die Grunderwerbsverhandlungen abgeschlossen haben. Entlang der Römerstraße in Weier soll ein 2,50 Meter breiter Radweg angelegt werden. Der Ortschaftsrat habe sich bereits einstimmig für dieses Projekt entschieden, führte Verkehrsplanerin Amrei Bär aus.

Sobald die Brücke über die Autobahn im Zuge des sechsspurigen Ausbaus neu errichtet und mit einem Radweg versehen ist, könne es losgehen. Die Kosten für den Bau des Radwegs entlang der Kreisstraße K 5324 übernimmt der Kreis, für den Anschluss entlang der Römerstraße nach Waltersweier ist die Stadt zuständig. Geplant sind mehrere Querungshilfen sowie ein breiter Multifunktionsstreifen in der Mitte der Straße, vergleichbar mit der Anlage auf der Freiburger Straße in Höhe der Einmündung "Am Unteren Mühlbach". Der Radweg ist im Doppelhaushalt mit 250 000 Euro veranschlagt. Hinzu kommen Kosten für Baumpflanzungen von 30 000 Euro.

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Der Radschutzstreifen in der Philipp-Reisstraße soll bis zur Okenstraße verlängert werden; bislang gibt es lediglich auf dem Abschnitt zwischen Poststraße und Hauptstraße einen grün markierten Streifen. Fünf Stellplätze werden dadurch entfallen. Eine Überprüfung der Verwaltung habe ergeben, dass in der näheren Umgebung zu jeder Tageszeit ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden sind, so Bär.

In der Fraktionsrunde wurde die umfangreiche Vorlage gelobt. "Es wurden alle Anregungen aufgenommen", unterstrich Willi Wunsch (CDU). Wichtig seien Aktionen, die zur Sicherheit beitragen, etwa die Schulaktion "Toter Winkel" oder die Verkehrssicherheitstage in Zusammenarbeit mit der Polizei. Auch an den Schulen müsse dafür gesorgt werden, dass ausreichende Abstellmöglichkeiten vorhanden sind.

Heinz Hättig (SPD) warnte davor, sich auszuruhen: "Für den Erfolg muss man etwas tun." Er sprach sich für spezielle Pedelec-Abstellplätze in den Tiefgaragen aus, denn im Winter könne die Batterie rasch abkühlen. Bei den zahlreichen Aktionen solle auch für einen fairen Umgang von Autofahrern und Radlern geworben werden. Ein Anliegen, das Wolfgang Schrötter (Freie Wähler) besonders am Herzen lag: Für dieses "Zusammenspiel" wird seiner Meinung nach deutlich zu wenig gemacht. Er wünschte sich ein vergleichbar großes Engagement der Stadtverwaltung, wenn es um andere Verkehrsteilnehmer als um Radfahrer gehe. Jürgen Ochs (Die Grünen) fand die Vorlage "sehr erfreulich". Er verwies auf den neuen Fördertopf der Landesregierung für den Ausbau des Radwegenetzes, von dem auch Offenburg profitieren könne.

Autor: ges