24. Juni 2009 18:58 Uhr

Junge aus Oberkirch ist bei "Dein Song" dabei

Trifft der zehnjährige Finn Sarah Connor?

Mit dem selbst komponierten und getexteten Soulsong "Goinig away" nimmt Finn Ronsdorf aus Oberkirch an der Castingshow des Kinderkanals Kika "Dein Song" teil.

Cleveres Bürschchen: Finn Ronsdorf | Foto: ZDF
OBERKIRCH. Das Domi-Fieber ist vorbei. Beginnt nun das Finn-Fieber? Bekanntlich löste Dominik Büchele aus Kappel-Grafenhausen als "Deutschland sucht den Superstar"-Kandidat viel Anteilnahme in der Region aus. Nun hat sich der zehnjährige Finn Ronsdorf beim Songschreiber-Contest "Dein Song" im von ARD und ZDF gemeinsam betriebenen Kinderkanal KIKA beworben und wurde aus weit über 1000 Bewerbern für die Runde der 16 Teilnehmer ausgewählt.

Wandte sich "Dein Song 2008" noch explizit an Zehn- bis Zwölfjährige, die eigene Musikstücke schreiben und texten, hat Finn bei der neuen Staffel des Wettbewerbs Konkurrenten, die teils 16 bis 19 Jahre alt sind. Der Erfolg des Siegersongs 2008 dürfte daran Schuld sein: "Stubenrocker", geschrieben von dem elfjährigen Joshua und aufgenommen mit der populären Rockband Panik.

Finns Song ist da deutlich sanfter, eine überraschend schöne, verträumte Soul-Ballade mit dem Titel "Going away". Über drei, vier simple Akkorde setzt der Blondschopf seinen Gesang. "Finn singt den ganzen Tag", erzählt seine Mutter Heike Ronsdorf, Lehrerin und Kunsterzieherin am Gymnasium in Achern. Der Zehnjährige macht das nicht anders, wie viele große weiße Rockstars es in ihren Anfangsjahren gemacht haben, von den Rolling Stones und den Beatles bis Amy Winehouse: Er kopiert den Stil der farbigen Rhythm’n’Blues-Künstler, und dies mit beachtlichem Talent. Wenn Finn Songs von Beyoncé mitsingt, findet er sich in ihre Art zu phrasieren ein. "Going away" lebt von Finns Gesang, seinem Feeling. Er phrasiert mit vielen emphatischen Aufschwüngen, setzt eine zweite Gesangsstimme dazu, die für Momente mit der Grundstimme gleichläuft, sie dann verlässt und in schönster Soulmanier überhöht. Seine helle Knabenstimme ist ungemein intensiv. Man ist unweigerlich an den jungen Michael Jackson und seine Hit-Ballade "I’ll be there" erinnert. Das Lied handelt von Wunsch nach Sonne und Wärme an einem kalten Wintertag. "Von mir aus muss Finn kein Superstar werden", sagt Heike Ronsdorf, "er wollte diesen Wettbewerb aber unbedingt machen." Wobei die Familie einige Lauferei zu erledigen hatte. KIKA verlangt nämlich nicht lediglich ein Einverständnis der Erziehungsberechtigten, sondern zusätzlich eine Bescheinigung des Jugendamtes, ein ärztliches Attest und eine Genehmigung der Schule, in diesem Falle des Hans-Furler-Gymnasiums Oberkirch.

Sollte Finn sich für die nächste Runde qualifizieren, wird er von Echo-Gewinnerin Sarah Connor gecoacht. Foto: dpa



Songs schreibt Finn schon immer, wie er erzählt. Der ältere Bruder Kjell ist Rapper und produziert wie Finn am eigenen PC. Teils arbeiten sie zusammen, teils schreibt Finn Texte für Kjell. Daneben macht er seine eigenen Sachen im Bereich Soul und Pop. Neben Beyoncé gehören Mika, Pink und von den älteren Stars Whitney Houston zu seinen Favoriten. Seine Songideen holt er sich aus dem Alltag: Träumereinen, Wünsche, Erlebnisse werden verarbeitet. Ursprünglich hatte "Going away" einen deutschen Titel, aber bei KIKA schlug man ihm englisch vor, worauf Finn eine Übersetzung anfertigte und das Lied neu aufnahm.

Zentrum in Finns Zimmer ist der PC. Hier werden Musikvideos gesichtet und – gehört, Aufnahmen gemacht. Daneben gibt es Lurchi-Bücher, Donald-Duck-Hefte, ein paar Kinderromane, obwohl er angeblich nicht so gerne liest. Durch die Musik sind andere Hobbies wie das Turnen in den Hintergrund getreten.

DSDS mit Domi Büchele hat er natürlich geguckt. Domi sei okay gewesen, aber dessen Mitbewerberin Sarah habe ihm besser gefallen. Vor ein paar Jahren zog die Familie in die Ortenau, wegen der Arbeitsstelle der Mutter. Der Vater ist Hobby-Jazz-Gitarrist und evangelischer Theologe mit einer Professur in Frankfurt. Finn probiert Gitarre ebenso wie Klavier, will das aber alleine machen. Beide Instrumente benutzt er, um Lieder zu erfinden.

Im Mai war Finn mit seinen Eltern für drei Tage in Wiesbaden für die TV-Aufnahmen. Nervosität verspürte er nicht, im Gegenteil. "Cool" sei das gewesen, mit vielen Interviews, Fototerminen, Kameras. Im Oktober werden die Aufnahmen gesendet. Dann entscheidet sich auch, ob Finn unter den letzten acht sein wird. Falls ja, wird er mit Sarah Connor an seinem Song arbeiten und eine professionelle Aufnahme davon machen. Danach stimmen die Zuschauer ab, wer Super-Songwriter 2009 wird.  

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Autor: Robert Ullmann



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