"Unter Druck entstehen die besten Ideen"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 15. Januar 2019

Offenburg

Die TG-Schüler Timo Vetter, Luca Bäuerle und Maurice Müller wurden nach ihrem "Hackathon"-Sieg auch beim Neujahrsempfang Thema.

OFFENBURG (BZ). Drei Schüler des Technischen Gymnasiums Offenburg haben Ende vergangenen Jahres den "Blackforest Hackathon" bei der Wirtschaftsregion Ortenau gewonnen – und es damit am Sonntag auch in die Neujahrsrede von Offenburgs OB Marco Steffens geschafft. Für ihn ist das Trio ein Beispiel dafür, was herauskommen kann, wenn sich junge Menschen mit den Möglichkeiten der Digitalisierung auseinandersetzen. Die IT-Spezialisten haben in drei Tagen ein Projekt entwickelt, das die Herkunft von Lebensmitteln online bestimmt.

"Hackathon" klingt nach abgedunkelten Räumen voller Computerspezialisten und Hacker, die versuchen, das neue Facebook zu entwerfen, Kapuzen-Pullover tragen und sich ausschließlich von Koffein und Fast Food ernähren. "Dem ist aber nicht so", lacht Maurice Müller, Schüler der 13. Klasse des Technischen Gymnasiums Offenburg mit der Fachrichtung Informationstechnik und erklärt: "Der Begriff ist eine Zusammensetzung der Worte ’Hack’ und ’Marathon’, was die ursprüngliche Idee hinter dem Konzept eines Hackathons zeigt". Anfangs war es laut einer Mitteilung der Gewerblich-Technischen Schule Offenburg ein Event, dass sich ausschließlich auf Soft- und Hardwareentwicklung bezog. Programmierer, Techniker, Computerinteressierte, Ingenieure und Software-Entwickler waren die erste Zielgruppe des klassischen Hackathons, der mittlerweile zur Ideenschmiede geworden ist. "Es geht darum, gemeinsam im Team kreative Lösungsansätze und neue Ideen zu entwickeln", verdeutlicht Timo Vetter aus Goldscheuer, der zusammen mit Maurice Müller und Luca Bäuerle das Team des Technischen Gymnasiums Offenburg bildete. Die Teilnehmer fanden sich in Gruppen zusammen und hatten 48 Stunden Zeit, um Ideen zu generieren und anschließend Prototypen von Produkten zu entwickeln. Der Hackathon ist dabei viel weniger förmlich als die tägliche Arbeit im Büro, Labor oder Werkstatt. "Das Event war ungezwungen, hat viel Spaß gemacht und kreative Gedanken gefördert", erzählt Luca Bäuerle. Die TG-Schüler haben bis tief in die Nacht an ihrem Online-Dienst zur Herkunftsbestimmung von Lebensmitteln gearbeitet. "An Schlaf war in dieser Zeit nicht zu denken", grinst Timo Vetter und betont, dass unter Druck die besten Ideen entstehen.

Unterstützt wurde der Hackathon von den Unternehmen Sevdesk, Schrempp, Startup Connect sowie der Wirtschaftsregion Ortenau und der Hochschule Offenburg.

Die TG-Schüler haben in der Kategorie "Vision" den ersten Platz belegt und ein Preisgeld von 1000 Euro erhalten. Auch wenn der Online-Dienst für die Lebensmittelherkunft wegen der Kürze der Zeit nicht fertiggestellt werden konnte: Das Grundgerüst für die Weiterentwicklung steht. Maurice Müller: "Wir haben noch ein paar technische Probleme – aber unsere Lehrer für Informationstechnik am TG haben uns ihre Hilfe angeboten." Alle drei wollen nach dem Abi Informationstechnik und Softwareentwicklung studieren.