UNTER UNS: Greta zieht Kreise

Ralf Burgmaier

Von Ralf Burgmaier

Sa, 12. Januar 2019

Offenburg

Die 15-jährige Schülerin und radikale Klimaaktivistin Greta Thunberg aus Schweden hat beim UN-Klimagipfel eine fulminante Rede gehalten. Darin warf sie Politikern vor, nicht das Notwendige zur Abwendung der Klimakatastrophe zu tun, sondern nur das "politisch Mögliche". Und warum, fragte das Mädchen mit dem Feengesicht: Um wenigen Reichen auf der Welt durch das Zerstören der natürlichen Ressourcen weiterhin das Anhäufen von Geld zu ermöglichen und damit zynisch die Zukunft der Menschheit zu verspielen. Das Video mit ihrer eindrucksvollen Rede ging im Netz viral. Jetzt kann man das für Alarmismus halten oder es aber ernstnehmen. In Offenburg haben sich Schülerinnen mehrerer Schulen der Aktion angeschlossen, um mit einem Schulstreik am 18. Januar auf die Dringlichkeit des Themas hinzuweisen. Jetzt kann man Paragrafen reiten oder wie ein Schulleiter mit ernsten Konsequenzen für die Streikenden drohen. Aber wer will jungen Leuten, die sich Sorgen um die Zukunft des Planeten und damit ihre eigene machen, es verwehren, ein Ausrufezeichen zu setzen?

Danke für Musik

Am Freitag flatterte in die Redaktion die Meldung, dass der Musikalienhandel Schlaile seine Filiale in Rastatt schließt. Angesichts der Konkurrenz durch den Online-Handel fragt sich die musikaffine BZ-Redaktion besorgt, ob auch die Schlaile-Filiale in Offenburg bedroht sein könnte. Die Redakteure mussten schließlich 2008 das Ende des geliebten Musikhauses Pfettscher miterleben. Doch aus der Schlaile-Zentrale kommt Entwarnung: Die Offenburger Tochter sei gesund und umsatzstark. In Rastatt sei die Schließung auch eher einem Personalproblem geschuldet. So thank you for the music.

Ende der Robinie

Unser Freund, der Baum, ist tot. Die knorrige alte Robinie auf dem Georg-Monsch-Schulhof war noch ein stummer Zeuge der Zeit, als sich hier der zweite Offenburger Friedhof befand, bevor er um 1907 dem Schul- und Dreifaltigkeitskirchenneubau weichen musste. Davor befand er sich um die Heilig-Kreuz-Kirche herum, danach beim heutigen Waldbachfriedhof. Generationen von Schulkinder kletterten in den Pausen im geborstenen Stamm der Robinie herum. Doch die zuletzt von Stahlkrücken gestützte Existenz des rund 160-jährigen Methusalems hat diese Woche ein Ende gefunden. Nach dem Gutachten des Baumsachverständigen Thomas Herdt war die Altersschwäche groß. Der Baum musste nun dem neuen Schulspielplatz weichen. Monsch-Schulleiter Michael Schmitteckert hat aber Recht: "Alles ist vergänglich, wir auch. Und wir werden nicht 160."