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15. April 2010

"Vielfalt des Denkens und Schreibens in der Ortenau"

BZ-INTERVIEW mit Karlheinz Kluge über die Ortenau-Anthologie.

  1. Karlheinz Kluge mit dem Schwarzwald im Rücken Foto: Ralf burgmaier

KIPPENHEIM. Die Anthologie mit dem Titel "Den Schwarzwald im Rücken" ist ein disparates Porträt, das die Ortenau in den Dimensionen des Raums, der Zeit und der Literatur beschreibt. 17 Autorinnen und Autoren gehen mit unterschiedlichen Erzählabsichten, -haltungen und -fähigkeiten an diese Aufgabe. Anstifter und Herausgeber dieses Ortenau-Porträts in Splittern sind Wendelinus Wurth und Karlheinz Kluge. Beide sind auch Autoren. Deshalb stellen sie das Gemeinschaftswerk zusammen mit Co-Autoren heute Abend in Kippenheim bei einer Lesung vor. BZ-Redakteur Ralf Burgmaier hat Karlheinz Kluge um eine Führung durch das 180 Seiten starke Buch gebeten.

BZ: Herr Kluge, wie haben Sie und Wendelinus Wurth die Autorenauswahl für "Den Schwarzwald im Rücken" getroffen?

Karlheinz Kluge: Im April 2009 haben wir uns zusammengesetzt und sind auf 21 Leute gekommen, die wir um einen Text für die Anthologie bitten wollten. Schon 1986 gab es eine literarische Textsammlung für die Region von Klaus Isele. Die brachte zwar auch Texte von bekannten Autoren wie Mark Twain oder Otto Flake über den Schwarzwald, aber nur wenige von jungen Autoren aus der Region. Schließlich haben 17 der Angefragten Texte zugesagt.

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BZ: Wen hätten Sie gerne drin gehabt, der abgesagt hat?

Kluge: Ich hätte gerne von Rob Ullmann etwas über das Theater in der Ortenau gelesen oder einen historischen Beitrag von Martin Ruch. Aber sie haben abgesagt.

BZ: Wussten die Autoren, welcheBeiträge neben ihrem eigenen auftauchen würden?

Kluge: Nein, wir haben deutlich gemacht, dass wir das erst bei Drucklegung verraten wollten, um dem notorischen "Mitdemabernicht" vorzubauen.

BZ: Herausgekommen ist ein bibliophil aufgemachtes Buch mit einer spannende Mischung von Texten mit sehr unterschiedlichem Anspruch: Historisches, Literarisches, Lyrisches, Essayistisches, Alemannisches – vieles ist gelungen, nur weniges weniger, ein disparates Ortenau-Porträt oder flapsig ausgedrückt: ein Kessel Buntes.

Kluge: Ja, das war uns klar und das war auch gewünscht. Natürlich hätten wir es auch schön gefunden, wenn wir einen roten Faden hätten, eine Anordnung, die durchgängig wirkt. So haben wir aber die Vielfalt des Denkens und Schreibens über und in der Ortenau abgebildet, was uns gut gefällt. Wir haben auch überlegt, ob wir eine Einleitung oder ein Vorwort vorschalten. Dann kam aber Irmhild Oberthür mit ihrem Text "26 kurze Blicke auf die Ortenau geworfen", der die perfekte Einführung in das Thema liefert. Der Titel "Den Schwarzwald im Rücken" fanden wir als Formulierung in zwei Texten, von Hans-Peter Goergens und von Ursula Flügler.

BZ: Sind alle Texte eigens für das Buch geschrieben?

Kluge: Ja, alle, bis auf die Gedichte von Philipp Brucker. Brucker schreibt wegen seines Alters nichts Neues mehr. Deshalb durften wir aus einem bestehenden Gedichtband auswählen.

BZ: Welche Texte empfehlen Sie als Leseprobe?

Kluge: Für mich ist der Text des Hausacher Dichters José F. A. Oliver über die Zweisprachigkeit das Beste. Ich empfehle auch Ursula Flüglers "Hebel in Gurs". Sehr lesenswert ist auch Rita Breits schöner Text über "Die badische Spur", die die aus Ettenheim stammenden Hertha Lion, verheiratete Wiegand, als junges Mädchen in Berlin hinterlassen hat, oder "Der Bund der Kesselflicker am Rhein" von Walter Ernst Schäfer.

BZ: Ihre Herausgeber-Tätigkeit haben Sie um Gotteslohn getan?

Kluge: So kann man das sagen. Aber ohne unsere Sponsoren hätte das Buch nicht erscheinen können.

"Den Schwarzwald im Rücken", Drey Verlag, Gutach, 2010, 180 Seiten, 18 Euro. Lesung, heute, Donnerstag, 20 Uhr in der ehemaligen Synagoge Kippenheim, Poststraße. Es lesen die Autoren Hans-Joachim Fliedner, Ursula Flügler und Hans-Peter Goergens. Die Einführung übernimmt Karlheinz Kluge.

Autor: rab