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15. Januar 2010
Vorbeugen gegen die Schuldenfalle
Sparkasse startet mit 20 Klassen das Projekt "Schülerbanking"
OFFENBURG. Fehlende finanzielle Allgemeinbildung ist häufig die Ursache für den falschen Umgang mit Geld oder gar die Verschuldung Jugendlicher. "Die Verschuldungskarriere beginnt meist schon mit dem Kauf eines Handys", weiß Hermann Weber, der Vorstand der Sparkassenstiftung Offenburg/Ortenau bei der Auftaktveranstaltung des Projektes "Schülerbanking".
Junge Menschen frühzeitig mit den Themen Geld und Finanzen vertraut zu machen und somit die finanzielle Allgemeinbildung zu fördern, das sei das Ziel von "Schülerbanking". Ein Projekt, das von der Sparkassenstiftung Offenburg/Ortenau mit mehr als 30 000 Euro unterstützt wird. Zur Auftaktveranstaltung in der Offenburger Sparkassen-Zentrale zeigten zahlreiche Lehrer und Schulleiter von 22 Real- und Werkrealschulen des Geschäftsgebietes Interesse an diesem Projekt, an dem sich die Schulen bereits im kommenden Schulhalbjahr beteiligen können. Gemeinsam mit dem Institut für Finanzdienstleistungen (iff) und dem Staatlichen Schulamt Offenburg hat sich die Sparkasse zur Aufgabe gemacht, die ökonomische Grundbildung in den 8. bis 10. Realschulklassen zu fördern. "Jugendliche lernen im Allgemeinen weder im Elternhaus noch in der Schule ausreichend mit Geld umzugehen", weiß Anne Schelhowe von iff, die das Projekt vorstellte. Sie hätten kaum Kenntnisse über die verschiedenen Bankangebote und deren unterschiedliche Preise und Risiken. Jugendliche benötigten aber Lernfelder, in denen sie Erfahrungen sammeln und wirtschaftliches Handeln lernen können.Werbung
Ziel des Konzeptes sei es, Jugendliche frühzeitig und spielerisch mit Finanzdienstleistungen vertraut zu machen und so die finanzielle Allgemeinbildung nachhaltig zu fördern sowie Handlungskompetenzen im Umgang mit Finanzen zu stärken. Durch die fiktive Eröffnung eines Girokontos oder die Auswahl eines Kredites setzen sich die Schüler realitätsnah mit den Themen auseinander und entwickeln Handlungskompetenzen. Dabei werden auch kritische finanzielle Situationen aufgegriffen und Lösungen erarbeitet. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Angebote zu recherchieren und zu vergleichen und Risiken und Chancen richtig einzuschätzen und so produktive, individuell nützliche Entscheidungen zu treffen. Sie entwickeln die Fähigkeit, als mündige Verbraucher aufzutreten und selbstbewusst ihre Interessen zu verfolgen.
"Wir wollen dass die Jugendlichen vor finanziellen Problemen bewahrt werden und keinen Schiffsbruch erleiden", so Weber, der den gesetzlichen Auftrag, die Wirtschaftserziehung der Jugend zu fördern, ernstzunehmen scheint. Um Kindern und Jugendlichen ein entsprechendes finanzielles und ökonomisches Grundverständnis mit auf den Weg zu geben, habe sich die Sparkasse Offenburg/Ortenau schon in der Vergangenheit an zahlreichen Schulprojekten finanziell beteiligt, so beispielsweise beim "kleinen Zebra" oder dem Planspiel Börse. Der Lernerfolg von "Schülerbanking" wird durch fundierte Materialien, wissenschaftliche Begleitung durch "iff" und durch die Einbindung außerschulischer Lernorte, wie der Durchführung von Beratungsgesprächen in der Geschäftsstelle der Sparkasse, unterstützt. Zunächst werden sich 20 Schulklassen beteiligen.
Weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.sparkasse-offenburg.de oder www.schuelerbanking-offenburg-ortenau.de
Autor: Cornelia Weizenecker
