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30. Oktober 2009

Ziel sind 150 000 Einwendungen gegen die Bahn-Pläne

Zusammen mit anderen Bürgerinitiativen beteiligt sich auch die BI Bahntrasse an der Großkundgebung in Freiburg

  1. Lassen nicht locker: BI-Vorstand mit (von links) Manfred Wahl, Oliver Strauch, Schwester Martina Merkle und Karl Bäuerle Foto: siefke

OFFENBURG (ges). Der Kampf der BI Bahntrasse geht weiter: Bis Weihnachten sollen von Offenburg bis Weil am Rhein 150 000 Einwendungen gegen die Ausbaupläne der Bahn vorliegen. Die Bürgerinitiative beteiligt sich an der Großkundgebung in Freiburg am 14. November. Auch von Offenburg aus können Einwendungen gegen die Freiburger Bahnplanungen erhoben werden. Vordrucke liegen ab 1. November aus. Manfred Wahl spricht von der "bewährten badischen Solidarität". Der rührige Vorsitzende der BI Bahntrasse hofft, dass mindestens vier Busse aus Offenburg am 14. November in Freiburg einrollen werden, um gemeinsam an einem Sternmarsch teilzunehmen. Die Großkundgebung wird von der Interessengemeinschaft Bahnprotest an Ober- und Hochrhein (IG Bohr) organisiert, unter anderem wird Freiburgs OB Dieter Salomon sprechen. "Wir wollen mit einer Stimme auftreten", so Schwester Martina vom Vorstand der BI.

Sie wird gemeinsam mit Wahl Grußworte des katholischen Erzbischofs Robert Zollitsch sowie des evangelischen Landesbischofs Ulrich Fischer verlesen. Auch Handwerkerinnungen wollen sich beteiligen. "Wir können auf gesamtgesellschaftliche Unterstützung bauen", versicherte Wahl. Die "13 Forderungen des Volkes am Oberrhein" sollen den Abschluss der Protestaktion bilden. Den Flyer in Gelb-Rot-Gelb gestaltete erneut BI-Mitglied Oliver Strauch, der auf IG-Bohr-Ebene für die Faltblätter zuständig ist. Die Demonstration im Breisgau wird voraussichtlich die letzte Kundgebung in dieser Form sein, da mit dem Abschnitt von Freiburg bis Schallstadt der letzte Teil der umstrittenen Ausbaupläne in der Region offen gelegt wird. Gegen diese Pläne kann auch von Offenburg aus Einspruch erhoben werden. Hauptargument: Als Steuerbürger werde man finanziell für eine in der Region mehrheitlich als falsch erkannte Trassenplanung zur Kasse gebeten. Von einer Verwässerung der Argumente könne keine Rede sein, wenn sich Menschen von Offenburg aus gegen die Freiburger Pläne richteten. Die politische Bedeutung dieser Proteststimmen sei nicht zu unterschätzen, so Wahl und erinnerte an die Reaktion von Regierungspräsident Julian Würtenberger, als die BI im vergangenen Jahr die 45 840 Offenburger Einwendungen überreicht hatte. Dieser sprach von einer "einmaligen Aktion", die Eindruck machen müsse. Formulare liegen ab 1. November im Bürgerbüro und im Technischen Rathaus, in den Stadtteilzentren, in der BI-Geschäftsstelle sowie im Schreibwarengeschäft Doninger aus. Sie können auch von der Homepage (http://www.bi-bahntrasse.de herunter geladen werden. Wer eine Einwendung abschickt, signalisiere laut Karl Bäuerle damit auch: "Wir am Oberrhein lassen uns nicht auseinander dividieren."

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Mit Stefan Mappus werde ein durchaus "konfliktorientierter Mann" neuer Ministerpräsident. Wahl ging auf den jüngsten Auftritt des damaligen Staatssekretärs in der Reithalle anlässlich eines Bürgerempfangs der CDU im Juli 2008 ein, wo Mappussagte: "Wir unterstützen die Forderung der Stadt Offenburg nach einem Güterzugtunnel." Und weiter: "Wir werden alles dafür tun, dass die Offenburger Forderungen umgesetzt werden." Diese Äußerungen weckten Zuversicht. Und auf Bundesebene seien mit Verkehrsminister Peter Ramsauer und Staatssekretär Enak Ferlemann Fachleute geholt worden: "Das stimmt mich positiv." Dass im Koalitionsvertrag erstmals die Reduzierung des Schienenbonus als Ziel formuliert wurde, könne ebenfalls als richtungsweisendes Signal verstanden werden – für eine menschenfreundliche Trassenführung und gegen belastenden Schienenlärm.

Autor: ges