Ehrenkirchen

Offnadingen feiert zwei Tage Dorffest

Ralph Fautz

Von Ralph Fautz

So, 09. September 2018 um 18:45 Uhr

Ehrenkirchen

Zur Eröffnung des 45. Offnadinger Dorffestes kamen schon am Samstagnachmittag viele Besucher zusammen. Am heutigen Montag endet das Fest mit dem Handwerkervesper.

Das kulinarische Angebot und der Blumenschmuck bereichern das kleine Fest ebenso wie die alten Landmaschinen, die bestaunt werden konnten.

Dass es einmal eine solche Festatmosphäre ist, die Besucher anzieht, das war in den frühen 1970er Jahren noch unvorstellbar. Ein Fest im September? "Da hielt man uns für verrückt", erinnerte sich Eckhart Gysler, der 30 Jahre lang das Fest organisierte. Wenngleich gegen elf Uhr der Besucherandrang noch überschaubar blieb, so änderte sich das sehr schnell zur Mittagszeit. Zwar gab es immer noch ein Durchkommen zwischen den unterschiedlichen Verkaufsständen auf dem Fest, doch auch das Zelt füllte sich. Den richtigen Ansturm dürfte es aber am Sonntag und vor allem am Montag geben, so Gysler – zumindest sei es in den vergangenen Jahren so gewesen. Und hierunter seien auch sehr viele Stammgäste, die teils extra des Festes wegen nach Offnadingen kämen.

Damit hatte Inge Mantel wahrscheinlich selber nicht gerechnet: Ihre Blumengestecke – jedes für sich ein liebevoll arrangiertes Kunstwerk und Unikat – waren beinahe schneller verkauft, als sie schauen konnte. Und dabei hatte das 45. Offnadinger Dorffest noch gar nicht so richtig begonnen, als es am Samstag gen Mittagszeit ging. Strahlend blauer Himmel und angenehm warme Temperaturen lockten die Leute auf das Gelände rund um das Gemeindehaus. Mit ihren Chrysanthemenblüten und den orangenen Lampionblumen passten die Gestecke in diese Zeit zwischen endendem Sommer und nahendem Herbst.

Vieles, was man an Verkaufsständen sah, dürfte Marktbesuchern bekannt vorgekommen sein: Stoffe, Tücher und vor allem Kleidung. Dazu gab es viel Regionales: Aus Eiern von Höfen aus der Offnadinger Umgebung und Gries von der Jennemühle aus Freiburg-Tiengen werden Nudeln, die Susanne Hollenweger und ihr Mann seit neun Jahren selbst herstellen. Die Kunden wüssten das zu schätzen, so Hollenweger. "Die Nudeln nur kurz ins kochende Wasser und dann vom Herd nehmen und ziehen lassen", gibt die Nudelmacherin noch einer Kundin als Tipp mit.

Er ist ein wahres Ungetüm: Der Mähdrescher von 1954 vor der Offnadinger Klostermühle. Die taxifarbene Maschine wirkt mit ihren Gebrauchsspuren wie ein Dinosaurier. Werner Meier klettert die Maschine empor, nimmt auf einem Sitz in der prallen Sonne Platz. Das Monster erwacht, die Takte des Dieselmotors zeigen sich in Rauchstößen aus dem Auspuff und dann wird es laut. Die Haspel dreht und will frische Halme in ihren Schlund schaufeln. Die Mechanik beeindruckt die Umstehenden, von denen nicht wenige Erfahrung in der Landwirtschaft haben. Vor der Klostermühle haben sich nämlich mehrere alte Traktore eingefunden. Sie sind zwar auch Blickfänge, aber das Ungetüm stiehlt ihnen die Show – zumindest wenn es läuft. Werner Meier erinnert sich, dass es einmal mindestens fünf dieser Maschinen in der Region um Offnadingen gegeben habe.

Das Fest endet am heutigen Montag. Es gibt einen Seniorennachmittag mit musikalischer Umrahmung und von 17 bis 19 Uhr ein Handwerkervesper mit Musik von der Rentnerband Freiburg-St. Georgen. Von 19.30 Uhr an spielt der Musikverein Bingen zum Festausklang.