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16. Februar 2010 00:06 Uhr

Kategorisierung

Blogger bei den Olympischen Spielen

Neben den Journalisten von den etablierten Medien gehören auch Blogger zu den Berichter stattern bei Großereignissen wie den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Wie ist ihr Status einzuordnen?

  1. Blogger bei den Olympischen Spielen. Foto: dpa

Als Privatpersonen, die Impressionen tagebuchartig festhalten oder als zusätzliche professionelle Journalistenkanal-Beschicker? Das IOC nimmt sie zumindest so ernst, dass es ihnen eigene Richtlinien widmet. Bei der Definition, was ein Blogger ist, tut sich das Komitee allerdings auch schwer. Einerseits betrachtet es das Bloggen "als eine rechtmäßige Form des persönlichen Ausdrucks und nicht als eine Form des Journalismus", andererseits sieht es in der Tätigkeit des Bloggers keinen Widerspruch zu der Vorschrift der Olympischen Charta, die besagt: "Nur Personen, die als Medienvertreter akkreditiert sind, können als Journalisten, Reporter oder in einer anderen Medien-Eigenschaft tätig werden”. Damit hat der Blogger quasi Journalistenstatus.

Und was kann so ein Blogger leisten? "Damit eins mal klar ist: Wer Fernsehen schaut, ist besser informiert als ich. Der sieht mehr, der hört mehr, der sieht und hört alles schneller", schreibt Jens Weinreich. Weinreich bloggt aus Vancouver und ist ein Beispiel für die Zwitterstellung seiner Zunft. Als professioneller Journalist war er mal Sportchef bei der Berliner Zeitung, als freier Blogger wurde er für sein Blog zu den Themen Politik und Sport mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

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Die Unterwerfungsgeste unter die Überlegenheit des Fernsehens ist bei Weinreich nur ein Teil der Wahrheit. Aus der Pose des "Gehe unvorbereitet an den Job. Wie meistens" entstehen bei ihm genaue Beobachtungen und stärkere Fokussierungen auf Details, z.B. auf die Aussage des georgischen Präsidenten Saakaschwili zum Tod des Rennrodlers Nodar Kumaritaschwili, die Weinreich so zusammenfasst: "Fahrfehler passierten, aber Fehler sollten auch im Rodeln nicht zwangsläufig zum Tode führen. Fehler = Tod. Diese Gleichung sei doch etwas ungewöhnlich." Der Sportminister von Tatarstan und sein imposanter Titel "Honoured worker of physical training of the Republic of Tatarstan" wären ohne Blogger der Aufmerksamkeit sicher ebenso entgangen wie die Wodkaströme, mit denen im Russky Dom bereits jetzt für die nächsten Winterspiele in Sotchi geworben werden.

Autor: Jürgen Reuß


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