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16. Februar 2010

GESICHT DES TAGES: Eishockey für die Ewigkeit

Die Chinesin Jin Fengling trifft.

  1. Jin Fengling Foto: dpa

Es kommt nicht jeden Tag vor, dass haushohe Verlierer frenetisch gefeiert und mit Ovationen bedacht werden. Auf den ersten Blick wird man deshalb vielleicht nur schwer glauben können, was der Chinesin Jin Fengling nun beim olympischen Eishockey-Turnier widerfuhr. Ihr Team, kaum mehr als eine bessere Hobby-Mannschaft, lag mit 0:11 zurück gegen die Eishockey-Supermacht USA. Die Partie tröpfelte ihrem Ende entgegen, und die spannendste Frage – jene nämlich, ob die USA gegen das Eishockey-Entwicklungsland zweistellig würden punkten können – war bereits entschieden. Aber nun gelang Fengling, was niemand mehr für möglich gehalten hätte. Sie nutzte eine Überzahlsituation und überlistete geschickt US-Goalie Brianne McLaughlin. 1:11, der Ehrentreffer für China! Die Halle bebte, selbst die US-Fans applaudierten. Für einen Augenblick geriet in Vergessenheit, dass da eine Verlegenheitsauswahl gegen ein absolutes Top-Team antrat. Ein Hauch von Spannung umwehte das Eishockey-Turnier der Frauen, das eigentlich vor allem deshalb stattfindet, damit entweder a) die USA oder aber b) Kanada dabei eine Goldmedaille gewinnen können. Die anderen Teilnehmerländer sind kaum mehr als Staffage, denn außerhalb Nordamerikas ist Frauen-Eishockey nicht viel weiter verbreitet als Skeleton in Afrika oder Skispringen in Australien. Jin Fengling kann’s egal sein. Sie bot dem Giganten die Stirn. Ihr Heimatland feiert sie nun.

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Autor: Andreas Strepenick