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15. November 2017

Konferenz der Dopingjäger

Tagung in Seoul: Debatte über Olympiastart der Russen.

  1. Sieht Russland diskreditiert: Wladimir Putin Foto: dpa

SEOUL (sid). Wenn am Mittwoch und Donnerstag die obersten Dopingjäger in Seoul beraten, geht es längst um weit mehr als nur um die Wiederaufnahme Russlands. Es geht um Glaubwürdigkeit, gegenseitige Schuldzuweisungen – und indirekt auch um den Olympiastart des Riesenreichs. Verbissen kämpft Russland nach dem Dopingskandal von Sotschi um die Teilnahme in Pyeongchang – doch schon beim ersten Schritt zur Rückkehr in die internationale Sportgemeinschaft werden die Russen aller Voraussicht nach scheitern.

"Es wird schwierig, sie zu überzeugen", sagte selbst Russlands Sportminister Pawel Kolobkow vor dem Treffen der obersten Gremien der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). In der südkoreanischen Hauptstadt entscheidet die Wasa über das Ende der seit November 2015 bestehenden Suspendierung der russischen Anti-Doping-Agentur (Rusada). Doch nach den Entwicklungen der vergangenen Wochen ist dies illusorisch. Nach Informationen der ARD wird es nicht zu einer Rehabilitierung kommen.

Die Forderungen der Wada sind klar: Anerkennung des McLaren-Reports, der Russland institutionalisiertes Doping attestiert. Und die Herausgabe von in Moskau gelagerten Dopingproben. Beides ist bisher nicht passiert. Im Gegenteil. "Es wird schwierig für das IOC, die Tatsache zu ignorieren, dass es weder ein akkreditiertes russisches Dopinglabor noch eine akkreditierte russische Anti-Doping-Agentur gibt", sagte der Kanadier Richard "Dick" Pound, kanadisches IOC-Mitglied und einst erster Präsident der Wada: "Der Druck wird größer."

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Statt vor dem Treffen deeskalierend zu wirken, verschärfte Russland in den letzten Wochen deutlich den Ton. Eine russische Untersuchungskommission sah die Erkenntnisse McLarens gar als "widerlegt" an. Staatspräsident Wladimir Putin vermutet im aktuellen Streit sogar einen von den USA angeführten Versuch, Russland zu diskreditieren und die Wahlen im kommenden März zu stören.

Autor: sid