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11. August 2012

Kuriositäten im Hammerwurfring

Betty Heidler gewinnt nach Diskussionsrunden die Bronzemedaille / USA mit neuem Weltrekord über 4x100 Meter der Frauen.

  1. Happy End nach einem langen Verwirrspiel: Betty Heidlers bester Wurf zählte nach langen Diskussionen doch. Damit sicherte sie sich noch Rang drei und damit die Bronzemedaille. Foto: dapd

LONDON (sid). Weltmeister USA mit Tianna Madison, Allyson Felix, Bianca Knight und Carmelita Jeter ist am Freitagabend im 4x100-Meter-Finale der Frauen in Weltrekordzeit zum Olympia-Gold gestürmt. Das Quartett lief 40,82 Sekunden und verwies damit Jamaika (41,41) deutlich auf Platz zwei. Bronze ging in 42,04 Sekunden an die Ukraine. Die Europameisterinnen Leena Günther (Köln), Anne Cibis (Mannheim), Tatjana Pinto (Münster) und Verena Sailer (Mannheim) verfehlten in 42,67 Sekunden die angepeilte Medaille als Fünfter klar.

Ohne den mittlerweile fünfmaligen Olympiasieger Usain Bolt, dafür aber mit dem zweimaligen Silbermedaillengewinner Yohan Blake hat sich Weltmeister Jamaika für das Finale der 4x100-Meter-Staffeln am Samstag qualifiziert. Das deutsche Quartett mit Julian Reus (Wattenscheid), Tobias Unger (Stuttgart), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Lucas Jakubczyk (Berlin) scheiterte dagegen in 38,37 Sekunden als Siebte. Ende Juli hatte das DLV-Quartett noch in 38,02 Sekunden den 30 Jahre alten deutschen Rekord geknackt. "Wir haben kein schlechtes Rennen gemacht, aber wir wollten ins Finale. Das haben wir nicht geschafft", sagte Reus. Jamaika gewann seinen Lauf in der Besetzung Nesta Carter, Michael Frater, Blake und Kemar Bailey-Cole in 37,39 Sekunden. Allerdings machte die USA mit Jeffrey Demps, Darvis Patton, Trell Kimmons und Justin Gatlin Minuten später mit Landesrekord von 37,38 deutlich, dass der Kampf um Gold spannend werden könnte. Es waren die viert- und fünftbesten jemals gelaufenen Staffelzeiten.

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Bei der WM 2011 in Daegu hatte Jamaika den Titel in der Weltrekordzeit von 37,04 Sekunden gewonnen. Auf der schnellen Bahn im Londoner Olympiastadion könnte diese Zeit wackeln. "Das wäre doch wieder ein schöner Abschluss", hatte Bolt nach seinem Sieg über die 200 Meter gesagt. Der 25-Jährige könnte mit Staffelgold seinen Hattrick von Peking wiederholen und seine insgesamt sechste Goldmedaille gewinnen.

Kuriose Momente gab es unterdessen beim Hammerwerfen der Frauen. Dabei wurde Weltrekordlerin Betty Heidler wegen eines Fehlers in der elektronischen Weitenmessung zunächst um eine mögliche Medaille gebracht. Ihr Hammer schlug im fünften Versuch des Finales ungefähr bei 76 bis 77 Meter ein, wurde aber als ungültig gewertet. Anschließend musste sie den Versuch nachholen. Mit 73,90 Meter belegte die Frankfurterin damit den achten Platz. Die deutsche Mannschaft protestierte dagegen – und hatte Erfolg. Nach langen Diskussionen rückten die Kampfrichter mit althergebrachten Maßbändern an – und vermaßen die Würfe neu. Und Heidler durfte Triumphieren. Mit 77,13 Meter gewann sie schließlich Bronze. Gold ging an die ehemalige Dopingsünderin Tatjana Lysenko aus Russland mit 78,18 Meter vor Ex-Weltmeisterin Anita Wlodarczyk aus Polen mit 77,60 Meter.

Meserat Defar hat zum zweiten Mal nach 2004 in Athen olympisches Gold über 5000 Meter der Frauen gewonnen. Die Äthiopierin setzte sich im Spurt in 15:04,26 Minuten durch und verwies damit die Weltmeisterin und Jahres-Weltbeste Vivian Cheruiyot aus Kenia (15:04,73) auf Platz zwei. Bronze ging an die dreimalige Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba aus Äthiopien, die in 15:05,15 Minuten gestoppt wurde. Deutsche Läuferinnen waren nicht am Start.

Einen türkischen Doppelsieg über 1500 Meter der Frauen gab es spät am Abend. Europameisterin Asli Cakir-Alptekin setzte sich in 4:10,23 Minuten wie bei der EM vor ihrer Landsfrau Gamze Bulut durch, die 4:10,40 lief. Ex-Weltmeisterin Maryam Yusuf Jamal aus dem Bahrain wurde Dritte in 4:10,74. Corinna Harrer (Regensburg) war im Halbfinale ausgeschieden.

Die Stabhochspringer waren bei Redaktionsschluss noch im Wettkampf.

Autor: sid