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20. Juli 2012
REIF FÜR DIE INSEL: "Als Sportler ist man zufrieden"
Olympia-Fragebogen (7): Hürdenläufer Matthias Bühler, der in Haslach im Kinzigtal lebt.
FREIBURG. Zehn Athletinnen und Athleten aus Südbaden stehen in der fast 400 Sportler starken Mannschaft, die der Deutsche Olympische Sportbund zu den Olympischen Spielen (27. Juli bis 12. August) nach London entsendet. Die BZ stellt die Athleten vor. Heute: Matthias Bühler. Der 25-jährige Hürdenläufer ist in Lahr geboren und lebt heute in Haslach im Kinzigtal. Für den gelernten IT-Kaufmann ist es die erste Teilnahme an Olympischen Spielen.
-Wie sind Sie zu Ihrer Sportart gekommen?Mein Nachbar Stefan, der auch meine Saisonvideos produziert, hat mich im Kindesalter gefragt, ob ich nicht Lust hätte Leichtathletik zu machen, da er von der WM 1992 in Stuttgart sehr begeistert war. Da ich mich schon immer viel und gerne bewegt habe, hab ich zugesagt. Meinem ehemaligen Trainingskollegen und heutigen Fitnesstrainer Balazs Varga habe ich den Wechsel nach Offenburg zu verdanken. Er hat mir empfohlen in einem professionellen Umfeld zu trainieren.
Erklären Sie in zwei Sätzen die Faszination Ihrer Disziplin.
Beim Hürdenlaufen sind zwei Faktoren am wichtigsten: die Technik bei der Überquerung und das Laufen zwischen den Hürden. Das ganze Rennen ist geprägt von Spannung, da bis zur letzten Hürde alles passieren kann.
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Olympia, was bedeutet das für Sie?
Für einen Leichtathleten ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen das Allergrößte was man überhaupt erreichen kann. Die Atmosphäre, das olympische Dorf, die vielen Sportarten, das olympische Feuer, das alles ist unglaublich faszinierend. Die Olympischen Spiele finden nur alle vier Jahre statt, daher waren die Norm-Wettkämpfe nochmals spannender als in den letzten Jahren.
An welchen Tagen finden Ihre Olympia-Wettkämpfe statt?
Am 7. und 8. August.
Wer hatte auf Ihre Karriere den größten Einfluss?
Natürlich mein Trainer Wilhelm, da er aus mir erst einen Hürdenläufer gemacht hat. In Haslach habe ich so gut wie nie Hürden trainiert, durch die Aschenbahn war dies auch nicht wirklich möglich. Als ich nach Offenburg kam, hatte ich eine Bestzeit von 15,50 Sekunden über 110 Meter Hürden, Innerhalb von nur drei Jahren hat er mich auf 13,97 und ins deutsche Männerfinale gebracht, zwei Jahre später lief ich meine Bestzeit von 13,36 und wurde erstmals deutscher Meister. Eine unglaubliche Leistung meines Trainers.
Was wollten Sie als Kind gerne werden?
Profifußballer. Zwischendurch habe ich dann beide Sportarten betrieben, bei der Leichtathletik gefiel mir aber das Umfeld besser und ich war auch erfolgreicher.
Was wollten Sie als Kind gerne werden?
Ich liebe Serien wie "Two and a half men" (die Folgen mit Charlie Sheen), South Park oder Stromberg. Ansonsten haben wir in unsere Trainingsgruppe immer viele Gründe zu lachen, ohne Spaß im Training können sich keine Erfolge entwickeln.
Wovor haben Sie Angst?
Als Hürdenläufer darf man nicht ängstlich sein, man muss in jedem Rennen volles Risiko gehen. Die Bereitschaft alles zu gewinnen oder zu verlieren gehört dazu.
Wer ist Ihr Lieblingsheld in der Geschichte?
Ich weiß zwar nicht, wer es genau erfunden hat, aber auf jeden Fall der Erfinder des Fußballs und die Gründer der Fußball- Bundesliga. Ich liebe es, jeden Samstag nach hartem Training den Tag mit der Bundesliga ausklingen zu lassen!
Wer ist Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?
Ich würde sagen mein Trainingskollege Quentin, da er mir in meinen Anfängen des Leistungssports gezeigt hat, was Willen und Kampfgeist bedeutet. Daher habe ich ihm viel zu verdanken, wir machen so viele Trainingseinheiten zusammen und pushen uns gegenseitig.
Wo würden Sie gerne leben?
Ich lebe gerne in Haslach im Kinzigtal, fühle mich hier super wohl und möchte auf keinen Fall woanders hin.
Was würden Sie tun, wenn Sie Bundeskanzler wären?
Ich würde meiner Heimatstadt Haslach auf jeden Fall eine Tartanbahn spendieren, außerdem ein großes Leistungszentrum aufbauen um noch mehr Athleten im Schwarzwald fördern zu können.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne einmal lesen?
Matthias Bühler hat ein Angebot vom Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim erhalten!
Welche Eigenschaften würden Sie lieber nicht haben?
Als Sportler ist man ein sehr zufriedener Mensch, man lernt mit Niederlagen und Erfolgen umzugehen. Man versucht seine Schwächen zu stärken und die Stärken weiter auszubauen. Ich bin froh, die Eigenschaften zu haben, um diesen Sport erfolgreich ausüben zu können.
Was wissen die Leute auf gar keinen Fall von Ihnen?
Da fällt mir spontan jetzt nichts ein. Als Sportler muss man ja viel von sich preisgeben, damit habe auch kein Problem.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen und/oder bei welchem Film waren Sie zuletzt im Kino?
Zuletzt habe ich die Biographie von Philipp Lahm gelesen und der letzte Kinofilm hieß "American Pie, das Klassentreffen".
Was nervt Sie an Frauen?
Ich habe eine tolle Freundin, die auch Hürden läuft (400 Meter Hürden) und mich daher wunderbar versteht, obwohl ich 365 Tage nur vom Sport rede (ob Fußball oder Leichtathletik)… daher nervt mich nichts.
Welchen Vertreter der britischen Königsfamilie würden Sie gerne treffen – und warum?
Mein Interesse an der Königsfamilie hält sich in Grenzen, daher möchte ich keinen treffen…
Welches typisch englische Gericht werden Sie in London auf keinen Fall probieren?
Beim Essen bin ich zugegebenermaßen nicht sehr wählerisch. Daher fällt mir kein Gericht ein, das ich nicht wenigstens probieren würde.
Autor: bz



