Russin darf doch starten

dpa

Von dpa

Do, 08. März 2018

Olympische Spiele

Behindertensportverband verärgert über Zulassung.

PYEONGCHANG (dpa). Die Starterlaubnis für die umstrittene russische Athletin Michalina Lisowa für die am Freitag beginnenden Paralympics in Pyeongchang hat beim Deutschen Behindertensportverband (DBS) für großen Unmut gesorgt. Der Name der blinden Athletin taucht nach Angaben des DBS im McLaren-Report auf, in dem Russland ein staatlich gelenktes Dopingsystem nachgewiesen wurde. Die Welt-Anti-Doping-Agentur hatte den Report in Auftrag gegeben.

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) erklärte auf Anfrage, es könne weder bestätigen noch dementieren, dass Lisowas Name im McLaren-Report stehe. Die Athletin, die kurzfristig und nachträglich das Okay für eine Paralympics-Teilnahme vom IPC bekommen hat, habe alle Voraussetzungen für einen Start unter neutraler Flagge erfüllt.

Lisowas Nominierung sorge für Verwunderung, teilte der Deutsche Behindertensportverband mit. "Weil ihr Name im McLaren-Report auftaucht und vier Doping-Proben der heute 25-Jährigen Kratzer aufwiesen, steht Lisowa unter Manipulationsverdacht", schrieb der DBS. Ralf Rombach, Bundestrainer der nordischen Athleten aus Freiburg, erklärte: "Wir können diese Entscheidung nicht nachvollziehen."

Lisowa hatte bei den Paralympics im heimischen Sotschi 2014 drei Gold- und drei Silber-Medaillen gewonnen.