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19. Juni 2012
Open-Air-Konzert der Stadtkapelle Kenzingen: Tempo ist Trumpf
Das Open-Air-Konzert der Stadtkapelle Kenzingen bot beste Unterhaltung auf hohem Niveau.
KENZINGEN. Beste Unterhaltung auf hohem musikalischen Niveau bot am Sonntagabend das Open-Air-Konzert der Stadtkapelle Kenzingen auf dem Grundschulhof. Trotz frischem Wind konnten sich die Veranstalter über gut gefüllte Publikumsreihen freuen. Zu Gast war die Stadtkapelle Oberkirch.
Den bemerkenswert flotten Konzertauftakt gestalteten die Oberkircher unter Zeno Peters. Dabei kamen auch Marsch- und Tangoliebhaber auf ihre Kosten. Zur Eröffnung hatten die Ortenauer "The Hounds of Spring" mitgebracht, eine raffinierte Konzertouvertüre von Alfred Reed. Mit vertrackten Rhythmen überzeugte auch der Galopp "Synkopen los!" von Evzen Zamecnik, ein technisch sehr anspruchsvolles Stück. Besonders faszinierend, selbst unter erschwerten Bedingungen der Open-Air-Akustik, gelang der "Jungle" des österreicherischen Komponisten Thomas Doss: Mit Stimm- und Körpereinsatz sowie vielfältiger Geräuscherzeugung entführten die rund 60 Musiker auf eine spannende Urwaldreise - samt Affenhorde, Wasserfall und Donnergrollen.Temperamentvoll und voll spanischer Tradition "El Torro Loco" (der verrückte Stier), bevor in rasantem Abschluss das vom Niederländer Hardy Mertens in südosteuropäischem Stil komponierte "Rose des Sables" das Publikum begeisterte.
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Nach der Umbauphase zunächst ein Schreck: Pünktlich zum ersten Stück der Kenzinger Stadtkapelle hatte sich eine Wolkendecke über den Schulhof gelegt, aus der es bedrohlich zu tröpfeln begann. Die Zuschauer spannten Regenschirme auf, die Gastgeber nahmen tapfer Platz - und siehe da, bald saß man wieder unter tiefblauem Abendhimmel. Auch das von Stadtmusikdirektor Rudolf Heidler dirigierte Orchester bot, von der Moderation (Bernd Rein) bis zu den Instrumentalsoli, beste Unterhaltung. Nach einem "Saint Louis Blues March" präsentierten die Kenzinger die schwungvolle "Miss Marple"und luden mit einer "Rêverie" zum Träumen ein (Saxophon Samuel Held). Fünf Wald- und Tenorhörner brachte die Polka "Das ist mein Leben" sehr schön zur Geltung, bevor das Baden-Württemberg-Medley "Von Stuttgart nach Karlsruhe" mit schwäbischen und badischen Traditionshits erfreute.
Als Highlight in der Geschichte der Stadtkapelle angekündigt, folgte die liebevolle Würdigung eines lang verdienten Mitmusikers. Nach 50 Jahren solle Karlheinz Zeiser endlich seinen ersten Soloauftritt mit dem Es-Horn bekommen, welches dieser mit leidenschaftlicher Hingabe spiele, sagte Moderator Rein. Der Clou des "Konzerts für Horn, Fis und Blasorchester": Es verlangte vom Solisten lediglich zahlreiche "Fis". Das Publikum hatte an der humorvollen Einlage großen Spaß.
Ein gleichfalls ungewöhnliches und hoch anspruchsvolles Solo bot Thomas Müller. Während das Xylophon gewöhnlich hinter anderen Registern bei der Percussion versteckt ist, kam es beim "Zirkus Renz" direkt ins Rampenlicht. Dort forderte es viel Schmackes, nämlich die sichere Beherrschung rasend schneller Läufe. Das Publikum dankte mit Riesenapplaus. Mit einem traditionellen Schlussmarsch, den zackigen "Sousa Highlights", und zwei Zugaben verabschiedeten sich die Kenzinger von ihren begeisterten Konzertgästen.
Autor: Ute Schöler



