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26. Juni 2012 14:57 Uhr

Freiburg

Ordnungsamts-Chef Rubsamen äußert sich zur Freiburger Festkrise

Weil binnen kurzer Zeit fünf Großveranstaltungen abgesagt wurden, steht das Freiburger Amt für öffentliche Ordnung in der Kritik. Amtsleiter Walter Rubsamen bezieht nun erstmals Position.

Public Viewing im Eschholzpark, Schlossbergfest, Downtown-Streetparty, Freiburger Abi-Nacht und das 1.Mai-Fest auf der Wilhelmstraße: Gleich fünf Freiburger Großveranstaltungen wurden in den vergangenen Wochen abgesagt oder gar nicht erst beantragt. Mit den Absagen einher ging eine pointiert formulierte Kritik von Freiburger Veranstaltern am Leiter des Amts für öffentliche Ordnung. Einer verglich die Zusammenarbeit mit Rubsamen mit einem "Obrigkeitsstaat wilhelminischer Prägung". Gut zwei Monate nach dem Beginn der Absagewelle hat sich Rubsamen am Dienstag erstmals erklärt.

"Polemisch und diffamierend"

Zu den Vorwürfen gegen seine Person sagte Rubsamen: "Der Vorwurf ist polemisch und diffamierend und trifft in der Sache nicht zu. Sie können davon ausgehen, dass die Berichterstattung zu einer Kampagne gegen den Leiter des Amts ausgeartet ist." Von Event-Veranstaltern, mit denen sein Amt zusammenarbeite, erwarte Rubsamen "ein Grundverständnis für die Themen Sicherheit und Nachbarschaftsschutz". Dies klappe mit zahlreichen Veranstaltern hervorragend – namentlich nannte Rubsamen den Veranstalter des Zelt-Musik-Festivals. "Das ist eine ganz andere Art der Kommunikation als die Zusammenarbeit mit den Unternehmen, die das Amt für öffentliche Ordnung angegriffen haben."

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Freiburgs Erster Bürgermeister Otto Neideck, der wie Rubsamens Stellvertreter Martin Schulz an der Pressekonferenz teilnahm, stellte sich vor seinen Ordnungsamts-Chef:"Die Kritik war größtenteils unberechtigt und in der Form der Artikulation zu hinterfragen."

Zusammenarbeit zwischen Stadt und Veranstaltern soll verbessert werden

Auf die Frage, welche Perspektive Endless Event als Veranstalter in Freiburg habe, sagte Neideck: "Natürlich ist Endless Event als Veranstalter in dieser Stadt erwünscht – die Frage ist allerdings, welche Größenordnung eine Veranstaltung hat und welcher Art sie ist." Aufgrund der Erfahrungen, die die Stadt im vergangenen Jahr beim Musikfestival Sea of Love mit Endless Event gemacht habe, habe die Stadt im Vorfeld klar artikuliert, dass man die Agentur 2012 als Veranstalter außen vor sehe – und zwar nicht nur bei der Sea of Love, sondern auch beim Public Viewing im Eschholzpark.

Zum Stand der Dienstaufsichtsbeschwerde, die Bela Gurath, Geschäftsführer der Freiburger Veranstaltungsagentur Endless Event gegen Rubsamen eingereicht hatte, nahm Neideck keine Stellung. Er sagte aber: "Dass der Leiter des Amts für öffentliche Ordnung anders in der Kritik steht als die Leiterin des Standesamtes, liegt in der Natur der Sache."

"Unser Ziel ist es, Veranstaltungen zu ermöglichen – dies ist die Devise aller Ämter." Otto Neideck
Eine zentrale städtische Stelle für das Management von Großveranstaltungen soll künftig die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Veranstaltern verbessern – ein Probelauf findet bei der diesjährigen Sea of Love statt. Federführender Koordinator ist Martin Schulz, der stellvertretende Leiter des Ordnungsamts. Ein wichtiger Aspekt sei, das Verfahren besser zu strukturieren und zu formalisieren – zum Beispiel durch Zeitziele, an denen sich Veranstalter und Behörde orientieren müssen.

"Unser Ziel ist es, Veranstaltungen zu ermöglichen – dies ist die Devise aller Ämter", sagt Otto Neideck. Ähnlich hatte Neideck dies auch schon im Jahr 2008 formuliert, als die Downtown Streetparty zum ersten Mal abgesagt wurde. Am Dienstag, 3. Juli, geht die Diskussion weiter: Auf Antrag der Grünen (Link zu Antrag und Anlagen zu den abgesagten Festen) wird die Genehmigungspraxis des Amts im Freiburger Gemeinderat diskutiert.

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Autor: Markus Hofmann (Text) und Joachim Röderer, Florian Kech (Video)


9 Kommentare

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Simone Maier

Registriert seit: 14.05.2012

Kommentare: 4

26. Juni 2012 - 17:11 Uhr

Es ist seltsam, dass sich so viele unterschiedliche Personen/Firmen über diesen Mann beschweren? Hätte man etwas anderes erwartet - Nein sehr schade... Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Diese wird hier aber leider nicht erflogen...

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Michael Kern

Registriert seit: 20.07.2009

Kommentare: 846

26. Juni 2012 - 17:28 Uhr

Bei den Vorstellungen die diese sogenannten "Eventveranstalter" haben wundert mich nichts mehr.

War da nicht was mit dem potentiellen Ausrichter des Public View Eschholzpark? "Er würde es nur machen wenn für ihn garkeine Auflagen gelten."

Spielen ja, Eintritt verlangen ja, überteuerte Getränke ausschenken bei gleichzeitigem durchsuchen sämtlicher Besucher ja, Gewinne einstreichen ja.

Hinterher Aufräumen nein, Rasenfläche wieder herrichten nein, für Sicherheit sorgen nein.

Dies ist keine Verhandlungsbasis. Es wäre das falsche Signal wenn sich das AfÖ von dieser Negativkampagne ins Bockshorn jagen liesse. Wobei die Herren Böttinger/Dattler/Schlegel doch schon letztes Jahr verkündet hatten kein Schlossbergfest machen zu wollen. Und dieses Jahr kommen sie genau zum richtigen Zeitpunkt und springen auf den Kampagnenzug auf als Trittbrettfahrer. Sehr leicht zu durchschauen was da abläuft.

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Martin Butzinger

Registriert seit: 26.05.2012

Kommentare: 10

26. Juni 2012 - 17:46 Uhr

Warum verdönnert unser OB Herr Rubsamen zu einem Antimobbing Kurs?
Weil es notwenig war bzw. ist.
Noch Fragen ?

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Harry Panschin

Registriert seit: 12.06.2010

Kommentare: 49

26. Juni 2012 - 18:46 Uhr

Wann darf man sich sicherer fühlen? Wenn der Vorgesetzte v o r einem steht? Oder h i n t e r einem steht?

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Peter Grieshaber

Registriert seit: 20.05.2012

Kommentare: 140

26. Juni 2012 - 19:02 Uhr

Es ist doch das optimale Ergebnis rausgekommen: Rubsamen hat auf dem Feld nichts mehr zu sagen. Veranstaltungen macht jetzt sein Stellvertreter. Wahrscheinlich hat es deshalb volle zwei Monate gebraucht, um dem Behördenchef die Wahrung des Gesichts zu ermöglichen.
Neideck wörtlich: "deshalb ist auch ein Teil der Kritik nicht unberechtigt". Das klingt schon mal ganz anders als die im Artikel zitierte logischerweise etwas unterwürfigere Aussage des Stellvertreters.

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Michael Kern

Registriert seit: 20.07.2009

Kommentare: 846

26. Juni 2012 - 20:53 Uhr

"Weil es notwenig war bzw. ist."

Ein jedem seine Meinung.

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Roman Weingardt  

Roman Weingardt

Registriert seit: 02.12.2010

Kommentare: 3198

26. Juni 2012 - 23:16 Uhr

Unliebsame Kritik wird immer als "polemisch" hingestellt!

Von Selbstkritik keine Spur. Was zu erwarten war!

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Ammar Ulabi™  

Ammar Ulabi™

Registriert seit: 08.05.2009

Kommentare: 3969

27. Juni 2012 - 00:22 Uhr

Mag sein, dass man völlig zurecht in Endless Event keinen geeigneten "Partner" mehr ansehen konnte, Groß- und Massenveranstaltungen ausrichten zu lassen mangels Kompetenz und Vertrauen.

Mit allerdings mehr sozialer Verantwortung und vor allem echter Bürgernähe hätte man die inzwischen ausgefallenen Events rechtzeitig ausschreiben können und dadurch fähige und ggf. sogar erheblich professionellere und seriösere Partnerfirmen od. Organisatoren anwerben können.

Wieso soll eine sog. zentrale städtische Stelle für das Management von Großveranstaltungen ERST KÜNFTIG in Aktion treten ? Wieso hat man eine solche, von der man sich ja gewiss etwas Besseres künftig verspricht erst neuerdings ins Leben gerufen ??? War man etwa in eine anhaltende Schockstarre beim AfÖ geraten, die bis "dato" anhielt? Oder ist das nur die chronische Behäbigkeit und Unlust, Ziele im Auge zu behalten und zum guten Gelingen zu führen ?

Mister Rubsamen,

Sie mögen Ihren Laden vlt. "öffentlich und ordentlich" im Griff haben, aber ein erklärter Wille zu konstruktiven Lösungen nach aufgekommenen Schwierigkeiten od. zügige Suchmaßnahmen für Alternativen sehen anders aus. [ed. - persönlicher Angriff], getreu dem Motto: Wo nichts ist, kann auch nichts brennen.

[ed.]

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Martin Butzinger

Registriert seit: 26.05.2012

Kommentare: 10

27. Juni 2012 - 07:30 Uhr

Für mich wurde viel zu schnell alle Schuld in Richtung Veranstalter abgeschoben.
Eigene Fehler ? Nein dies kann man doch nicht eingestehen.
Warum eigentlich ?
Wenn sich so viel verschiedene Leute beklagen........
So sind leider die Politiker.
Eigentlich ein wenig abstossend die Eigenschaft. Erst wenn die Gerichte sie überführen fangen sie an sich zu winden.

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