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03. August 2012 15:50 Uhr

Reaktion im Südwesten

Organspende-Skandal: Missbrauchsgefahr auch im Südwesten?

Die Organspende-Skandale in Göttingen und Regensburg sorgen auch in Baden-Württemberg für Aufsehen: Ärzte fürchten, dass die Spenderbereitschaft sinken könnte, das Ministerium will einen Runden Tisch. Besonders im Südwesten steht viel auf dem Spiel.

Nach den Skandalen in Göttingen und Regensburg fragen sich viele: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch im Südwesten Wartelisten manipuliert worden sind? Einige der wichtigsten Fragen:

Ist auch in Baden-Württemberg ein Betrug wie in Bayern und Niedersachsen möglich?

Grundsätzlich: Ja. "Betrug auszuschließen ist schwierig", sagt Günter Kirste, Medizinischer Vorstand bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). "Das System wird dann betrogen, wenn einer an einer Stelle Laborwerte einträgt, die nicht stimmen. Das auszuschließen, ist schwierig." Dennoch ist er überzeugt, dass es sich in Niedersachsen und Bayern um Einzelfälle handelt: "Ich entrüste mich über Göttingen, aber das heißt nicht, dass das ganze System faul ist."

Was wird gegen Manipulation der Wartelisten getan?

Unter anderem sollen eine Dreiteilung des Organspende-Prozesses und ein Vier-Augen-Prinzip, also die Bewertung durch verschiedene Ärzte, Missbrauch vorbeugen. Aber: Die Beurteilungsmechanismen sind je nach Spendeorgan unterschiedlich. Bei Nieren ist beispielsweise die bisherige Dauer der Dialyse ein entscheidendes Kriterium für die Dringlichkeit. "Wenn ich Schindluder treiben wollte, könnte ich dem Patienten etwas Gutes tun, wenn ich ein sehr lange zurückliegendes Dialysedatum eintrage", erklärt Martin Kalus, Transplantationskoordinator der Uniklinik Stuttgart.

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Wer ist in Baden-Württemberg für welchen Schritt im Prozess verantwortlich?

Eine Organspende erfolgt in drei Schritten: Organspende, Organvermittlung und Organtransplantation. Für den Bereich Organspende, vor allem die Förderung der Spendenbereitschaft, ist die DSO zuständig. Für die Organvermittlung, also der Entscheid darüber, wer wann ein Organ bekommt ist in Baden-Württemberg wie in ganz Deutschland und sechs weiteren europäischen Ländern die in den Niederlanden sitzende Eurotransplant verantwortlich. Die Transplantation findet dann in einem von vier Transplantationszentren im Land statt: dem Katharinenhospital in Stuttgart oder den Unikliniken Mannheim-Heidelberg, Tübingen oder Freiburg. Ein Zentrum in Ulm wurde 2011 geschlossen.

Wonach richtet sich der Platz auf der Warteliste?

Eurotransplant führt eine eigene Rangliste für Organe mit unterschiedlichen Kriterien. Grob gesagt nach den beiden Kriterien Erfolgsaussichten anhand der Übereinstimmung von Gewebemerkmalen und Dringlichkeit, beispielsweise ausgedrückt durch die Wartezeit. "Das sind zwei Begriffe, die sich eigentlich widersprechen", räumt Kirste von der DSO ein. "Die Abwägung ist sehr, sehr schwierig."
Baden-Württemberg ist Schlusslicht

Nirgendwo in Deutschland spenden die Menschen weniger Organe als im Südwesten: Auf eine Million Einwohner kamen im vergangen Jahr nur 10,7 Organspender, der Bundesschnitt liegt bei 14,7. Laut Deutscher Stiftung Organtransplantation (DSO) spendeten in Baden-Württemberg 115 Menschen 372 Organe. 2010 waren es noch 134 Spender und 422 Organe. 2011 wurden bundesweit 4054 Organe transplantiert. Auf der Warteliste stehen rund 12 000 Menschen, davon warten zwei Drittel auf eine Niere.

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Autor: dapd


14 Kommentare

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Sebastian Meyer

Registriert seit: 22.02.2010

Kommentare: 560

03. August 2012 - 16:42 Uhr

Geld regiert die Welt Leute!

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Oliver Schmidt  

Oliver Schmidt

Registriert seit: 07.05.2011

Kommentare: 65

03. August 2012 - 17:16 Uhr

Hallo Herr Meyer,
das is ja mal nichts Neues, ne?
Ich verrate Ihnen was... Wenn meine Kinder oder meine Frau ein Organ bräuchten, ich würde auch versuchen zu bestechen. Ganz bestimmt! Die Menschen, die die Organe nun vorgezogen bekommen haben, hatten auch Bedarf. Vielleicht nicht so dringend wie andere.

Ich habe letzte Woche dennoch meinen Ausweis ausgefertigt. Ob in meiner Urne nun 10Gramm mehr oder weniger Asche drin sind.....

Nur wegen ein paar habgieriger Ärzt/Innen darf die Spendebereitschaft nicht zurückgehen. Man sollte diesen Burschen als Schadensersatz an den Spendenbedürftigen eine Niere pfänden (ich weiss... Gesetze.. aber die Idee is net schlecht, oder?)

Die Spendebedürftigen Menschen dürfen auf Grund dieser Machenschaften keinen Nachteil erfahren.

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Gabi Sonnenschein

Registriert seit: 12.09.2010

Kommentare: 11

03. August 2012 - 19:47 Uhr

"Betrug auszuschließen ist schwierig", sagt Günter Kirste, Medizinischer Vorstand bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).
"Ich entrüste mich über Göttingen, aber das heißt nicht, dass das ganze System faul ist."

Finde ich Sinnvoll geschrieben!! Sehr gut !!

@Herr Meyer auch ihnen ein Danke.
Die Spendebedürftigen Menschen dürfen auf Grund dieser Machenschaften keinen Nachteil erfahren.

Genau das darf nicht passieren!!!!!

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Michael Kern

Registriert seit: 20.07.2009

Kommentare: 846

03. August 2012 - 21:41 Uhr

"Die Spendebedürftigen Menschen dürfen auf Grund dieser Machenschaften keinen Nachteil erfahren. "

Tja, ich habe schon lange meine Zweifel an diesem System. Aus genau diesem Grund habe ich keinen Organspenderausweis.

Wer glaubt dass die Organe nach Dringlichkeit vergeben werden, der glaubt auch an den Osterhasen.

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Oliver Rosenstock

Registriert seit: 01.11.2009

Kommentare: 1763

03. August 2012 - 21:50 Uhr

Herr Kern,

"Tja, ich habe schon lange meine Zweifel an diesem System. Aus genau diesem Grund habe ich keinen Organspenderausweis."

Sie sagen also, weil die Gefahr besteht, dass nicht derjenige das Spenderorgan bekommt dessen Lebenserwartung am kürzesten ist, sondern jemand der eventuell noch etwas länger warten könnte, spenden Sie gar nicht. Das ist Unsinn. Sie mögen Ihre Gründe haben, keinen Organspendeausweis ausgefüllt zu haben, doch sicher nicht der weil die Vergabepraxis Schwächen aufweist.

Darüber hinaus wiederhole ich gerne was ich an anderer Stelle bereits gesagt habe. Die Vorkomnisse sind Ausdruck eines Mangels und sollten deswegen nicht zu einer weiteren Verknappung der Spenderorgane anregen, sondern zum Ausweiten des Angebots. Wo es kein Mangel gibt, kann zu keinem Mißbrauch bei der Vergabe kommen.

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Sandra Maier

Registriert seit: 20.08.2011

Kommentare: 92

03. August 2012 - 22:27 Uhr

Es sollte doch wohl jedem klar sein, daß Organspenden in der Regel (Ausnahme Lebendspende von Niere oder Leber) bedeutet, daß dem noch lebendigen Organspender die entsprechenden Organe entnommen werden und man erst danach oder dabei verstirbt. Dafür wurde eigens der Hirntod erfunden, um das ganze zu legalisieren.

Wer kein Organ spenden möchte, der sollte trotzdem einen Ausweis haben, gerade dann, wenn man z.B. nach Österreich in den Urlaub fährt. Da gelten andere Gesetze: wenn man keinen Ausweis hat und in eine Situation gerät und für Hirntod erklärt wird, da werden dem Menschen ungelogen alle Organe usw. rausgenommen.

Es gibt viele rechtschaffende Ärzte, aber doch einige sehr korrupte wie das Beispiel in dem Artikel zeigt.

An der Organspende verdienen am allermeisten die Pharmakonzerne. Vor Jahren war ich ganz entsetzt als ich in Brisant einen Beitrag über einen Mann sah, der eine Lungenspende erhalten hatte. Er fand sein Leben wieder lebenswert und muß nur so um die 30-40 Tabletten täglich schlucken, damit sein Körper das Spenderorgan nicht abstößt.

Man muß sich immer im klaren sein: bei einer Organspende muß jemand sterben damit ein anderer das Organ erhalten kann.

Es ist wenn man es genau nimmt ein Geschäft mit dem Tod.

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1725

03. August 2012 - 22:56 Uhr

Herr Schmidt, wo kann man nachlesen, dass es sich um "ein paar habgierige Ärzte" handelte? Quelle?

Frau Maier, wo bitte ist in diesem Artikel etwas von korrupten Ärzten genannt worauf Sie Ihre These von "einigen sehr korrupten Ärzten" stützen?

Da ist wohl die Phantasie mit Ihnen beiden durch.
Bleiben Sie doch alle mal sachlich und halten sich an die Fakten.

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Gabi Sonnenschein

Registriert seit: 12.09.2010

Kommentare: 11

03. August 2012 - 22:56 Uhr

Nabend Herr Rosenstock
Wo es kein Mangel gibt, kann zu keinem Mißbrauch bei der Vergabe kommen.

Bestes Zitat!! Danke!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

@ Frau Maier
Man muß sich immer im klaren sein: bei einer Organspende muß jemand sterben damit ein anderer das Organ erhalten kann.
Es ist wenn man es genau nimmt ein Geschäft mit dem Tod.

Ja genau Frau Maier und es schützt leider nicht vor Missbauch!!

Hallo Herr Kern,
Tja, ich habe schon lange meine Zweifel an diesem System. Aus genau diesem Grund habe ich keinen Organspenderausweis.

Sorry, und genau dadurch unterstützen sie das System, denn ab jetzt kann jeder damit "arbeiten". Nur mal als Anreiz. Da nehme ich wieder das Zitat von Herrn Rosentock:
Wo es kein Mangel gibt, kann es zu keinem Mißbrauch bei der Vergabe kommen.

In diesem Sinne

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Michael Kern

Registriert seit: 20.07.2009

Kommentare: 846

05. August 2012 - 00:06 Uhr

"Das ist Unsinn. Sie mögen Ihre Gründe haben, keinen Organspendeausweis ausgefüllt zu haben, doch sicher nicht der weil die Vergabepraxis Schwächen aufweist."

Ob meine Asche hinterher 10 Gramm weniger hat ist mir doch sowas von hinten vorbei.

Die Vergabepraxis weist nicht Schwächen auf, es ist schlicht eine Sauerei.

"Wo es kein Mangel gibt, kann zu keinem Mißbrauch bei der Vergabe kommen."

Ja klar, und Zitronenfalter falten Zitronen.

"wo bitte ist in diesem Artikel etwas von korrupten Ärzten genannt"

@Manuel Rosenthal-Schöpflin

Sie werden doch nicht etwa denken, dass diese Ärzte rein altruistisch manipuliert haben?

"Sorry, und genau dadurch unterstützen sie das System"

@Gabi Sonnenschein

Das ganz sicher nicht. Und das Zitat mit dem mangelnden Mangel wird durch Wiederholung auch nicht wahrer.

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Peter Rapp

Registriert seit: 25.09.2009

Kommentare: 687

05. August 2012 - 21:52 Uhr

Dies ist kein für Politik geeignetes Thema.

Es überfordert j e d e n . Jeden Staazahnwalt sowieso. Jeden Politer erst recht. Und viele Ärzte auch.

Wenn es eine Berufsgruppe gibt, die sich seit langer Zeit zu den ethischen Fragen rund um die Organtransplantation Gedanken gemacht u n d diese geäußert hat, dann sind es die Ärzte.

Wer immer in Exekutive und Legislative das anders sieht, lügt,
wer es anders will, irrt,
und wer das Vertrauen der Patienten in ihre Ärzte mutwillig erschüttert, vegeht sich an ihnen.

PR

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Sebastian Meyer

Registriert seit: 22.02.2010

Kommentare: 560

07. August 2012 - 10:33 Uhr

Es ist halt auch immer so eine Sache, wie man selbst über finanzielle Mittel verfügt. Alle die diese Mittel nicht haben, schreien laut: "Oh Gott, wie kann es so etwas in unserem Land nur geben".
Aber wie Sie richtig sagen, Herr Schmidt. Auch ich würde dies versuchen, sollte ich in solch einer Situation sein. Deswegen alle die so aufschreien und noch nicht von so einer Situation betroffen waren, sollte nicht so aufschreien.

Und jeder hier sollte sich selbst mal genau überlegen, was er tun würde, hätte er genug Geld um sich ein Organ quasi zu "kaufen".

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Michael Keller

Registriert seit: 12.03.2012

Kommentare: 748

07. August 2012 - 10:57 Uhr

"Dies ist kein für Politik geeignetes Thema."

Wie kommen Sie auf dieses dünne Brett, Herr Dr. Rapp (Sie sind doch Mediziner, nichtwahr)?

Die (etliche) Mediziner sind der übertragenen Verantwortung nicht gerecht geworden: Empfänger werden absichtlich krankgerechnet um vorzurücken, Spender werden absichtlich alt- und schlechtgerechnet, um die Vergabe der Organe im Ortskrankenhaus zu ermöglichen. Das waren nicht die Politiker, die Staatsanwälte oder Patienten, das waren alleine die Ärzte. Und zwar aus Geltungssucht oder in Bereicherungsabsicht. Und damit waren es auch die Ärzte selbst, die das Vertrauen der Patienten mutwillig erschüttert haben.

"Wenn es eine Berufsgruppe gibt, die sich seit langer Zeit zu den ethischen Fragen rund um die Organtransplantation Gedanken gemacht u n d diese geäußert hat, dann sind es die Ärzte."

Dass sich Ärzte darüber Gedanken gemacht haben, ist sicher löblich, hat aber nichts mit den erforderlichen Konsequenzen aus den immer weiter umsichgreifenden Vorwürfen gegen die Ärzteschaft zu tun. Ich verstehe, dass Sie als Angehöriger der Berufsgruppe wohl am liebsten ohne Aufsicht weitermachen würden wie bisher. Das kann aber nach dem Geschehenen nicht weiter geduldet werden und bei objektiver Betrachtung auch nicht in Ihrem Interesse sein: Nur mit staatlicher Aufsicht kann der Geruch der Manipulation wieder von der Ärzteschaft abfallen.

"Wer immer in Exekutive und Legislative das anders sieht, lügt,
wer es anders will, irrt, und wer das Vertrauen der Patienten in ihre Ärzte mutwillig erschüttert, vegeht sich an ihnen."

Das verdreht die Wahrheit ins Gegenteil. Schieben Sie nicht den schwarzen Peter zu denjenigen, die die Unabhängigkeit des Systems sicherstellen wollen. Und zwar im Interesse derjenigen, die sich am wenigsten wehren können: Den Patienten.

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Sandra Maier

Registriert seit: 20.08.2011

Kommentare: 92

07. August 2012 - 14:52 Uhr

Korrupt ist das ganze System der Organspende und Organtransplantation.

Es wird nicht mehr darauf Rücksicht genommen, daß ein Mensch in Würde sterben kann. Er wird statt dessem auf dem OP-Tisch ausgeweidet, der Körper wehrt sich und schlägt um sich. Doch davon wird in der Öffentlichkeit nicht berichtet, weil es den Plan noch mehr Organspender zu motivieren durchkreuzt. Wissen Sie was das für ein Schock ist, wenn Angehörige den toten Organspender nochmals zu Gesicht bekommen und erkennen müssen, daß der Tote einen entsetzlichen Todeskampf erlitten haben muß, der sich im Gesicht wieder spiegelt? Oder daß der tote Körper keine eigenen Knochen mehr enthält, sondern Besenstile?

So leid es mir auch für die Menschen tut, die auf eine Organspende als lebensverlängernde Maßnahme hoffen: im göttlichen Plan ist es nun mal festgelegt, wie lange man lebt. Viele Menschen, die ein Spenderorgan erhalten haben reden davon, daß sie nicht mehr sie selbst sind und das Gefühl haben, daß Leben eines anderen zu führen. Was für ein Leben führt man dann? Viele Menschen, die ein Spenderorgan erhalten haben berichten von unterschiedlichen psychischen Reaktionen auf das erhaltene Organ. Die meisten haben das Gefühl nicht mehr alleine zu sein und übernehmen teilweise Gepflogenheiten des toten Spenders. Andere fühlen sich hier nicht mehr heimisch und bereuen es, daß sie sich ein Spenderorgan haben einpflanzen lassen. Es gibt genügend Selbstmorde unter diesen Menschen, weil sie damit nicht klar kommen.

Ein Spenderorgan wird auch mit der besten medizinischen Versorgung und modernsten Arzneimitteln nur eine begrenzte Zeit vom Körper akzeptiert, bis es abgestoßen wird und die nächste Organtransplantation notwendig wird. Ist das ein würdevolles Leben, alle paar Jahre auf ein neues Spenderorgan zu warten? Jedes Mal die gleiche Ungewissheit, die gleichen Ängste zu durchleben, in der Hoffnung, daß wieder alles gut geht?

Das sind alles Themen mit denen sich jeder auseinander setzen sollte, bevor er sich entscheidet einer Spende seiner Organe oder dem Erhalt eines Spenderorgans zu zu stimmen.

So lange eine Medizin vorgaukelt, das ein Spenderorgan das Leben positiv verändert, aber nicht über die Nachteile aufklärt (das Schlucken von mindestens 20 Tabletten täglich, die Notwendigkeit von weiteren Transplantationen des ersetzten Organs, weil das fremde irgendwann abgestoßen wird, die psychischen Folgen usw.), so lange findet dieses System keine Unterstützung von mir.

Wir müssen uns darüber klar sein, daß ein Organspender bis zu 100.000 € oder mehr einbringt, wenn er mal auf dem OP-Tisch liegt. Oft werden nicht nur bestimmte Organe, sondern auch die Hornhaut der Augen, Knochen und Knorpel zusätzlich entnommen.

Jeder Mensch mit einem Spenderorgan spühlt jährlich um die 150.000 € in die Kassen der "notleidenden" (ironisch) Pharma-Industrie.

Das Loslassen eines geliebten Menschen, der schwer krank ist und gehen muß, gehört nun mal auch zum Leben. Sorgen wir dafür, daß es für jeden so würdevoll wie möglich passiert und in Frieden.

Hier ein sehr interessantes Interview mit einer ehemaligen Krankenschwester, die Hirntode gepflegt hat, bis kurz vor der Organentnahme.

http://www.berliner-zeitung.de/politik/interview-organspende-regelung-wer-noch-warm-ist--ist-nicht-tot,10808018,16092604,item,0.html

Hier können Sie verschiedene Erfahrungsberichte zu dem Thema nachlesen:

http://www.transplantation-information.de/hirntod_transplantation/hirntod_hauptseite.html

Für mich selbst habe ich entschieden, daß ich weder ein Organ spenden werde noch ein Spenderorgan haben möchte! Selbst wenn einer der Menschen, die ich sehr liebe, sich gegen eine Organtransplantation entscheidet, so respektiere ich seine Entscheidung und bin für ihn da, damit er in Würde und Frieden sterben kann. Das Sterben gehört nun mal auch in unser Leben und man muß auch Loslassen können.

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1725

16. August 2012 - 00:25 Uhr

Herr Kern, tatsächlich konnte ich noch von keinem Geldfluss lesen.

Herr Schmidt und Frau Maier bleiben die Nachweise ihrer Behauptungen und Anschuldigungen mal wieder schuldig.

Bisher konnte ich lesen, dass der Arzt eine emotionale Bindung zu den Patienten herstellte. Dies ist oftmals nicht zu vermeiden und sogar der Heilung dienlich.
Aus dieser Bindung heraus soll er dann die Manipulation der Krankenakte begangen haben, tatsächlich ohne monetären Eigennutz.

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