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11. Februar 2012 20:13 Uhr

BZ-Interview

Ornella de Santis: "Vielleicht ist das Stefans Taktik."

Die Offenburgerin Ornella de Santis steht im Halbfinale der Castingshow "Unser Star für Baku". Im BZ-Interview spricht sie über die Minuten vor dem Auftritt, den Leistungsdruck und Stefan Raab.

  1. Die Offenburgerin Ornella de Santis liefert bei der Castingshow „Unser Star für Baku“ eine reife Leistung ab – und steht im Halbfinale. Foto: dpa

KÖLN. Für Ornella-de-Santis-Fans hat der vergangene Donnerstagabend bisher die aufregendsten Momente gebracht, seit die 27-jährige Sängerin aus Offenburg zum ersten Mal als eine von 20 Kandidaten am 19. Januar 2012 bei der Castingshow "Unser Star für Baku" angetreten ist. Im Viertelfinale setzte sie sich nun nach einer Achterbahnfahrt der Platzierungen, bei der sie auch immer wieder auf dem 5. Platz rangierte, der das Aus bedeutet hätte, letztlich klar auf dem 3. Platz fest. Das bedeutet Halbfinale und nur noch drei Mitbewerber um das Ticket zum Eurovision Songcontest in Baku. Ralf Burgmaier hat am Morgen danach mit ihr gesprochen.

BZ: Hallo Ornella, das war ja eine Wahnsinnsleistung. Wie geht es Dir?

Ornella de Santis: Ich brauch noch einen Tag, bis ich begreife, dass ich im Halbfinale stehe. Das klingt ja verrückt, hätte ich mir nie erträumt. Ich bin ein bisschen traurig und kann mich noch nicht so richtig freuen, weil Katja raus ist. Die Gruppe wächst ja immer enger zusammen, und deshalb ist es umso trauriger, wenn jemand gehen muss. Aber ich bin natürlich superglücklich, wirklich.

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"Es ist schwer, sein Ich zu finden." Ornella de Santis

BZ: Wie kannst Du nur unter so großem Druck so fantastisch sicher und ausdrucksstark singen?

Ornella: Ich mach’ das einfach zu gerne. Ich fühle mich so wohl auf der Bühne. Das ist mir in dem Moment egal, ob da Kameras stehen und ich weiß, es gucken Millionen Leute zu. Wenn es der richtige Titel ist und ich zu 100 Prozent dahinter stehe, dann freue ich mich regelrecht darauf, da raus zu gehen. Ich wäre auch gestern am liebsten auf der Bühne geblieben und hätte noch fünf weitere Songs gesungen, weil das so einen Riesenspaß gemacht hat.

BZ: Kannst Du annähernd beschreiben, was gestern Abend kurz vor den Auftritten in Dir vorging?

Ornella: Die zehn Minuten davor, wenn ich hinter der Bühne sitze und die Katja noch draußen ist, dann werde ich ungeduldig. Dann wackle ich gerne mit dem Fuß oder mit den Händen und denke: Mann, das geht so lange! Wenn dann meine Maz, mein Video, läuft, bin ich schon ruhiger. Dann ruft der Aufnahmeleiter mich auf und sagt, so jetzt kannst Du in Stellung gehen, und dann bin ich in dieser Stimmung: Oh ich freue mich darauf, raus zu gehen.

BZ: Wie ist das im Vergleich zu Deinen Auftritten im Europa-Park?

Ornella: Der Unterschied ist, dass ich hier Ornella de Santis sein darf und ich im Europa-Park immer diverse Rollen spiele. In Rollen darf man Fehler machen, da bekommt man die Lieder auch vorgeschrieben. Das ist sehr, sehr viel leichter, als wenn ich hier auf der Bühne stehe. Dann bin ich ich, und es ist schwer, sein Ich zu finden.

BZ: Du hast Dein Äußeres stark verändert. Man sah am Donnerstagabend eine reife leidenschaftliche 27-jährige Frau auf der Bühne. Ist das die Entwicklung, die Du durchgemacht hast?

Ornella: (lacht) Wirklich? Ich mach das abhängig vom Song. Ich wollte ein bisschen lockerer gekleidet sein. Nicht immer Pumps. Das hat mir sehr gut getan, und ich werde das so weitermachen.

BZ: Du hast ja auch etwas Haut gezeigt, und durch die glatten schwarzen Haare kam Dein Gesicht sehr schön zur Geltung. Für mich sah das nicht locker aus, sondern ernsthaft und leidenschaftlich.

Ornella: Das freut mich (lacht).

BZ: Ist Feivel, der Mauswanderer, mit dem Dich Stefan Raab verglichen hat, jetzt endgültig passé?

Ornella: Ich hoffe doch (lacht). Nein, Stefan Raab hat es ja wieder erwähnt, dieses Jugendliche und Kindliche in meiner Stimme. Es ist halt mein Markenzeichen und ich finde es schön, wenn mich die Leute jetzt bei "Unser Star für Baku" sehen und sie in einem halben Jahr mich wieder – hoff’ ich doch – in irgendeinem Radio hören und dann sagen: Die kenn’ ich, das ist der Feivel!

BZ: Mit Stefan Raab wird Dein Verhältnis nicht besser. Er hat immer etwas auszusetzen. Deine Körpersprache stellt mittlerweile die Stacheln, wenn er redet. Das sieht bei Dir für mich ein bisschen nach enttäuschter Liebe aus?

Ornella: (lacht) Ja, Stefan ist eigentlich ganz in Ordnung. Ich kann ja nicht mehr machen, als zu versuchen, ihn immer mehr zu überzeugen. Ich hoff, ich krieg’s am Ende hin und dass es vielleicht schon am Montag klappt. Aber wenn ihm eben andere Kandidaten besser gefallen, dann muss ich das so hinnehmen, und ich nehme das sehr souverän. Ich bin ja superfroh, dass ich Thomas und Alina immer wieder neu begeistern kann.

"Der Feivel ist halt mein Markenzeichen." Ornella de Santis

BZ: Ich habe ja die Theorie, dass Stefan Dich genau dadurch stark machen will, indem er eine Trotzreaktion bei Dir provoziert. Was glaubst Du?

de Santis: Ja, so würde ich ihn einschätzen, weil er ein Kämpfer ist. Das sieht man ja immer bei Schlag den Raab. Wenn jemand von uns in den Besprechungsrunden sagt, da flieg’ ich eh raus, da geht er richtig ab und sagt: So darfst du auf keinen Fall denken, Du machst bei einem Wettbewerb mit! Er puscht uns dann richtig. Vielleicht ist es eine Taktik von ihm, noch mehr aus mir herauszukitzeln.

Mehr dazu: Public Viewing des Halbfinales am Montag, 13. Februar, 20.15 Uhr im Forum-Kino Offenburg. Kostenloser Vorverkauf für die 200 Sitzplätze im Forum.

Weitere Informationen:Tel. 0781-919435-0 oder http://www.forumoffenburg.de.

Autor: rab