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04. Februar 2012

A 5-Ausbau: Die Hälfte ist geschafft

Via Solutions hält ehrgeizigen Zeitplan ein / Abschluss weiterhin bis Ende 2013 angepeilt / In den Baustellen wird es wieder eng.

  1. Allein im vergangenen Jahr hat Via Solutions 21,8 Kilometer Fahrbahn sechsspurig ausgebaut, wie hier das Teilstück bei Offenburg. Foto: Seller

ORTENAU (lien). Die Zahlen, die Matthias Schmidt, Leiter "Bau" von Via Solutions Südwest in Sachen sechsspurigem Ausbau der Autobahn zwischen Baden-Baden und Offenburg präsentierte, waren auch emotional besetzt: mit Stolz über den zügigen Fortschritt der Arbeiten. Rund die Hälfte der Strecke ist fertig gestellt, auf einer Länge von 8,1 Kilometern sind Lärmschutzwälle und -wände errichtet (von insgesamt 11,3 Kilometern). Ende 2013 soll die gesamte Ausbaustrecke fertig sein.

Allein im vergangenen Jahr sind 21,8 Kilometer Fahrbahn ausgebaut worden, die Anschlüsse Achern-Ost und Bühl-West wurden fertig, die PWC-Anlage Oberfeld bei Weitenung ging mit 110 Stellplätzen in Betrieb, 23 Brücken wurden abgerissen – bei sechs Vollsperrungen der Autobahn –, 19 neue Brücken errichtet und fünf weitere Lose fertig gestellt.

So hat Schmidt keine Veranlassung, den Zeitplan in Frage zu stellen. Schon als 2010 die Arbeiten begonnen, war als Fertigstellungstermin Ende 2013 angegeben worden – das gilt auch weiterhin. Auf dem Weg dorthin soll in diesem Jahr wieder ein gehöriges Stück zurückgelegt werden. Insgesamt vier Baulose stehen auf dem Plan, im südlichen Bereich haben in zwei Losen die Arbeiten bereits begonnen, das Baulos 4 auf Höhe Unzhurst und das Baulos 1 am Beginn der Ausbaustrecke südlich von Baden-Baden folgen in den nächsten drei Wochen.

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Schmidt machte auch deutlich, dass dabei eine ähnliche Situation wie im Jahr 2010 herrschen werde. Will heißen: Es wird in den Baustellen wieder eng. Auf der rechten Fahrspur steht eine Breite von 3,25 Meter zur Verfügung, auf der Überholspur sind es 2,65 Meter und damit dank einer anderen Mitteltrennung 15 Zentimeter mehr. Aus Sicherheitsgründen werde in allen Baustellenbereichen versetztes Anfahren und ein generelles Überholverbot angeordnet. Zwei weitere PWC-Anlagen sollen in diesem Jahr in Betrieb geben, eine bei Offenburg und eine auf Gemarkung Großweier, und mit jeweils 80 Parkplätzen zur weiteren Entlastung entlang der Autobahn beitragen. 18 Brücken werden abgerissen – die Zahl der Vollsperrungen bewegt sich voraussichtlich zwischen sechs und acht –, 25 neu errichtet; und es entstehen weitere 536 Schallschutzwälle und -wände. Schmidt rechnet damit, die beiden südlichen Baulose im Oktober, die beiden nördlichen im November abschließen zu können. Das sei aber auch abhängig vom Wetter.

Wie sehr dies Via Solutions Südwest zuletzt in die Karten gespielt hat, verdeutlichte Adham Azzam, Leiter "Betrieb und Erhaltung". In diesem Winter wurden bislang gerade mal 300 Tonnen Salz benötigt – im Vorjahr waren es zehnmal so viel. Die jetzige Menge sei rein präventiv ausgebracht worden. Prävention ist auch das Stichwort für die jetzt anstehenden Baulose: Eine Situation wie vor zwei Jahren, als die in die Jahre gekommene Fahrbahn unter der Mehrbelastung stellenweise regelrecht zusammengebrochen war, will das Unternehmen nicht noch einmal erleben. Deshalb wurden die entsprechenden Bereiche entsprechend ertüchtigt.

Laut Vertrag muss die Strecke bis Anfang 2015 ausgebaut sein

In den südlichen Losen, wo die Ausbauarbeiten bereits begonnen haben, ist das schon abgeschlossen, in den nördlichen Bereichen steht der Abschluss bevor; dann kann auch hier der Verkehr umgelegt werden. Ganz auszuschließen seien Schäden dennoch nicht, sagte Schmidt.

Ertüchtigt ist mittlerweile auch der bereits dreispurige Bereich zwischen Malsch und Baden-Baden. Bis Ostern sollen hier die letzten Arbeiten erledigt sein, so dass es zu keinen Beeinträchtigungen mehr kommen sollte, sagte Adham Azzam.

Laut Vertrag muss die Autobahn zwischen Baden-Baden und Offenburg am 15. Januar 2015 sechsspurig ausgebaut sein. Der Zeitplan von Via Solutions Südwest sieht ein deutlich höheres Tempo vor. Das Konsortium will Ende 2013 Vollzug melden können. Vertraglich festgeschrieben sind auch die Kosten, wie der Kaufmännische Geschäftsführer Arnaud Judet sagte. Etwaige Steigerungen gingen zu Lasten von Via Solutions Südwest. Mit den allein für den Ausbau veranschlagten 350 Millionen Euro Ausbaukosten komme man "bis heute" gut zurecht. Mittlerweile sind etwas mehr als die Hälfte bereits investiert.

Versetztes Fahren auf weiteren Abschnitten

Das versetzte Fahren in der Baustelle zwischen Baden-Baden und Offenburg soll ausgedehnt werden. Spätestens Anfang kommender Woche seien die Einrichtungen auf der Teststrecke zwischen Appenweier und Offenburg optimiert und könnten anschließend auf weitere Baulose angewandt werden, sagte Matthias Schmidt von Via Solutions Südwest am Firmensitz in Bühl.

Nachdem das Pilotprojekt zunächst nicht den gewünschten Erfolg erzielt hätte, drehe man nun an verschiedenen Stellschrauben: Die Polizei verstärkt ihre Kontrollen, die Schilder generelles Überholverbot und versetztes Fahren werden separat aufgestellt, Schilder an Brücken sollen zusätzliche Hinweise geben, außerdem werden verschiedene Schilder beleuchtet. Dieses Konzept soll in etwa vier Wochen auf das nächste Baulos übertragen werden; die anderen beiden Baulose, die in diesem Jahr anstehen, sollen dann ebenfalls folgen. "Man erhofft sich davon einen Rückgang der Unfallzahlen", sagte Schmidt. Diesem Ziel dienen weitere Maßnahmen: etwa Verkehrswarnungen an Lkw-Fahrer über CB-Funk
oder auch der für dieses Jahr vorgesehene Einsatz von Warnschwellen. Diese werden rund 150 Meter vor den ersten Warnbaken der Baustelle ausgelegt und sollen die Konzentration von möglicherweise unaufmerksamen Fahrzeugführern wieder auf die Fahrbahn lenken.

 

Autor: lien

Autor: hrö