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08. Februar 2012

Brennerei ist auf du und du mit Udo

Cellistin mit großer Oberweite als Werbe-Gag / Besuch des Sängers in "Kappel" geplatzt.

  1. Das Udo-Motiv mit der eigens von Multitalent Lindenberg als „Likörelle“ gemalten drallen Cellistin aus dem Erfolgssong durften Axel Sättler und seine Mutter Bärbel von der Kappelrodecker Brennerei Weisenbach auf Likör-Etiketten drucken lassen. Foto: pr

  2. Udo Lindenberg Foto: Jens Ressing

KAPPELRODECK (obe). "Mach es auf die Kesse, ganz wie Hermann Hesse" – einer der Lebenssprüche des unkonventionellen Musiker-Idols und deutschen Aushängeschilds Udo Lindenbergs. Dieses Motto beherzigt auch die Kappelrodecker Edelbrand-Manufaktur Adolf Weisenbach. Wie berichtet, hat sie, wirtschaftlich gesehen, einen Fuß in Lindenbergs Tür bekommen und darf die mit Spirituosen gemalten Motive des Künstlers, die er Likörelle nennt, auf den eigenen Likör namens "Leckerelle" kleben.

Frechheit siegt, weiß inzwischen Junior-Chef und kaufmännischer Leiter Axel Sättler, dessen Mutter Bärbel als Geschäftsführerin den Liedermacher vor drei Jahren mit ihrer Idee und einer spontanen Anfrage überzeugte und begeisterte. Der Umgang mit Lindenberg sei so unorthodox wie Lindenberg selbst, und manchmal brauche man doch auch einen langen Atem und komme sich schon vor, als würde man auf einer langen Reise im Sonderzug nach Pankow sitzen.

"Die Schöne mit dem Cello" ist das neueste Gemeinschaftsprojekt der Kappelrodecker Brennerei mit Udo, das wieder nach dem Prinzip läuft "Eine Hand wäscht die andere". "Sie spielte Cello..." klimpert der Song im Radio. Er lag der Cellistin nicht nur mit seinem Song aus dem Jahre 1973 zu Füßen, weiß Axel Sättler. Das Multitalent Udo Lindenberg hat die Musikerin auch als Maler in seinem unverwechselbaren Stil als Likörelle-Motiv für die Kappelrodecker verewigt. Pünktlich zur Tournee ziert die schöne Cellistin mit superkurzem Kleid und überquellender Oberweite das neueste Leckerelle-Etikett der Kappelrodecker. Die Flaschen schmückt der Verschluss in Form des Kult-Schlapphuts des exzentrischen Meisters.

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Eine Bedingung stellte der Künstler, der man bei Weisenbach nur zu gerne nachkommt: Ein Teil der Einnahmen mit den Leckerelle-Flaschen muss an die gemeinnützige Udo-Lindenberg-Stiftung abgetreten werden, die humanitäre Hilfsprojekte in den ärmsten Regionen der Welt unterstützt und junge Nachwuchskünstler fördert. Zudem wird der Panikpreis-Wettbewerb über die Stiftung ausgeschrieben, der eigensinnige und eigenwillige Musiker und Texter prämiert. "Es lohnt sich auch finanziell für beide Seiten", so Sättler.

Und was ist aus dem schon länger geplanten und erhofften Besuch Lindenbergs im schönen Kappelrodeck geworden? "Er wird kommen!" So viel ist laut Axel Sättler klar. Und um ein Haar wäre der Kult-Sänger bereits im November durch den Ort gelaufen. Udo weilte zugunsten der Stiftung in Pforzheim, und die Sättlers waren auch dort. "Wir hatten ein Meeting mit ihm – Hut, Brille und Zigarre in der Hand, wie man sich das vorstellt." Man kennt sich. Locker vom Hocker wechsle bei geschäftlichen Gesprächen mit ganz klaren Vorstellungen Udo Lindenbergs. "Er ist ein helles Köpfchen", weiß Sättler. Da sei unheimlich viel Energie dahinter, auch wenn man manchmal meinen könnte, er säße in einer großen rosaroten Wolke. Ein echter Typ sei auch der allgegenwärtige Eddy Kante, Ex-Knacki und Kiez-Größe. Er ist seit 30 Jahren als Udos rechte und linke Hand "Mädchen" für alles.

In Pforzheim hieß es dann eigentlich "bis später: Udo wollte auf dem Rückweg nach Stuttgart nicht direkt, sondern einen Abstecher über die Rheinschiene machen". In Kappelrodeck wurde fieberhaft organisiert. Dann kam leider eine Mail: "Es hat länger gedauert. Wir sind jetzt erst losgekommen, das reicht nicht mehr. Sorry, Udo". Aufgeschoben sei aber keineswegs aufgehoben. "Im Zuge der Tour ,Ich mach mein Ding’ will er kommen."

Sättler ist schon in Vorfreude. "Konzerte sind in Mannheim und Stuttgart, das könnte klappen."

Autor: obe