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07. Februar 2012
Die Gewässer werden immer besser
EU hat ehrgeizige Ziele formuliert / Zahlreiche Projekte auch im Ortenaukreis am Laufen.
ORTENAU (BZ). Der ökologische Zustand der Gewässer im Ortenaukreis hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Dies teilte jetzt das Landratsamt mit. Seit 2003 habe das Amt für Wasserwirtschaft zusammen mit dem Land zahlreiche Projekte umgesetzt mit dem Ziel, die ökologische Vielfalt in den Gewässern zu verbessern. Grundlage für die Arbeit sei die seit 2000 geltende EU-Wasserrechtsrahmenrichtlinie. Diese sehe vor, dass bis spätestens 2015 alle Flüsse, Seen, Küstengewässer wie auch das Grundwasser in der EU in einen "guten ökologischen Zustand" versetzt werden. In besonders begründeten Fällen gebe die Richtlinie Zeit bis 2027.
Um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen, sei vor allem die Wasserwirtschaftsverwaltung gefordert. Für die Umsetzung des Maßnahmenprogramms im Ortenaukreis ist die "Untere Wasserbehörde" im Landratsamt zuständig. "Unser Aufgabenbereich liegt vor allem darin, den Bau von Fischauf- und -abstiegen in Fließgewässern voranzubringen, eine ausreichende Mindestwassermenge in den Ausleitungsstrecken von Wasserkraftanlagen zu regeln und die Gewässer so zu verbessern, dass im Wasser lebende Organismen gute Lebensbedingungen vorfinden", so Landratsvize Nikolas Stoermer.
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So sind im Ortenaukreis etwa die Rench, Elz und Kinzig mit deren Nebengewässern Erlenbach, Wolf und Gutach als Lachsprogrammgewässer ausgewiesen. Sie sollen möglichst von der Mündung bis in den Oberlauf für Fische durchgängig sein, um es den Langdistanzwanderfischen, also Lachsen und Meerforellen, zu ermöglichen, ihre Laichplätze aufzusuchen. Dafür müssen zahlreiche Querbauwerke in beiden Richtungen für Gewässerlebewesen durchgängig gemacht werden, erläutert Bernhard Vetter, Leiter des Amtes für Wasserwirtschaft und Bodenschutz. Bei bestehenden Anlagen bestehe dazu eine gesetzliche Verpflichtung. Diese wolle man möglichst im Konsens mit den Betreibern umsetzen. Bei der Realisierung neuer Anlagen liege grundsätzlich ein Konflikt zwischen den Zielen der Gewässerökologie und des Ausbaus erneuerbarer Energien vor: "Im konkreten Einzelfall sind wir immer bestrebt, beide Zielsetzungen miteinander zu vereinbaren."
Im Ortenaukreis seien 135 Projekte vorgesehen, um an Fließgewässern die Durchgängigkeit zu verbessern und eine Mindestwassermenge bereit zu stellen. Davon seien bisher 31 umgesetzt, schwerpunktmäßig an den Lachsprogrammgewässern Kinzig und Rench, an 43 Projekten werde zur Zeit gearbeitet. Laut Vetter werden zudem zahlreiche Gewässer strukturell verbessert, etwa durch Rückverlegung von Deichen, Umgestaltung von Mündungsbereichen oder Uferbepflanzungen. Dadurch können sich durch die veränderte Fließdynamik naturnahe Bereiche in Bächen und Flüssen entwickeln, die vielen Organismen neue Lebensräume und Laichplätze bieten.Doch bis die Bagger anrollen, ist es manchmal ein langer Weg, räumt Stoermer ein. Zuvor seien Vorgespräche, technische Planungen und rechtliche Verfahren notwendig, an denen Fachbereiche wie Wasserwirtschaft, Naturschutz und Fischerei beteiligt sind. Auch seien die Kosten des Umbaus nicht unerheblich, auch wenn ein Teil der Baumaßnahmen über EU-Fördermittel finanziert werden können.
Autor: bz
