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14. November 2017

"Für das Dorf ein großer Schritt"

Bürgerentscheid in Durbach / Die Fusion ist der nächste Schritt.

DURBACH. Es mag am schlechten Wetter gelegen haben. Für den Umstand, dass das Bürgerbegehren rund um das Metternich-Stadion so hohe Wellen geschlagen hat, fand sich auf der Zielgeraden doch vergleichsweise wenig Publikum ein: rund 60 Personen, Anhänger beider Lager, verfolgten am Sonntag die Bekanntgabe des Ergebnisses vor dem Rathaus. Das spiegelte nicht die Aufregung und den Aufwand der Parteien im Vorfeld wieder.

Nach gut einer Stunde am Sonntag, ziemlich genau 19 Uhr, war der Spuk vorbei und Klarheit geschaffen. Das Ergebnis war allerdings knapper als von vielen vermutet. Indes: In allen drei Wahlbezirken hatten die Verfechter der Gemeinderatsentscheidung und somit die Befürworter der Stadionüberbauung die Nase vorn, im Ortsteil Durbach vergleichsweise knapp, in Ebersweier umso deutlicher: Dort fuhren die Initiatoren des Bürgerentscheids lediglich 61 Stimmen ein, die Gegner hingegen fünfmal so viele, 61 zu 330. Das sei zu erwarten gewesen, sagten nicht nur Insider, in Ebersweier müsse ja nichts aufgegeben werden.

Antonio Weiner, einer der Initiatoren, musste derweil noch Kritik an seinem persönlichen Verhalten einstecken: Er habe zwar heftig getrommelt, doch es nicht für nötig erachtet, die gesammelten Unterschriften dem Gemeinderat zu präsentieren. Auch sein Fehlen am Info-Abend vor der Abstimmung haben nicht wenige kritisiert. Weiner wies die Kritik zurück: "Es war keine Persönlichkeitswahl, sondern es ging um die Sache." Die BI sei "breit aufgestellt", es "völlig unerheblich gewesen, wer zu den Veranstaltungen geht". Man möge einfach seinen Einsatz und den seiner Mitstreiter respektieren, schließlich hätten viele Menschen einst viel Herzblut ins Stadion gesteckt. Er selbst, 54 Jahre alt, sei seit 40 Jahren Mitglied des TuS Durbach, habe einst in der 1. Mannschaft im Tor gestanden.

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Voller Genugtuung zogen am Sonntagabend auch die Vorsitzenden der beiden örtlichen Fußballclubs von dannen, die seit längerem die Verschmelzung der beiden Vereine betrieben und auch erste rechtliche Schritte längst eingeleitet haben. Bei getrennten Abstimmungen haben die Mitglieder beider Clubs mit überwältigenden Mehrheiten das Zusammengehen befürwortet. TuS-Chef Marco Geiler stand die Genugtuung ins Gesicht geschrieben: "Schön zu sehen, dass die Wahl auch in Durbach zu unseren Gunsten entschieden wurde, nicht nur in Ebersweier." Am Ergebnis gebe es nichts zu deuteln: "Wir werden die Fusion jetzt vorantreiben."

Ähnlich Ralf Morgenthaler, Vorsitzender des FV Ebersweier. Die Fusion soll bereits 2018 in Kraft treten, bereits im kommenden Sommer sollen erstmals auch die Herrenmannschaften unter einem gemeinsamen Dach ihren Spielbetrieb abwickeln: "Es wird drei Herrenmannschaften geben." Die Jugendmannschaften spielten ohnehin bereits in allen Altersklassen zusammen, auch die Alten Herren (AH). Ab Sommer 2018 sollen 20 Jugendteams, darunter eine C- und eine D-Mädchen-Mannschaft, gemeldet, dazu ein Frauenteam.

Kosten in Höhe von 10 000 Euro

Genugtuung auch bei Konrad Geppert, dem früheren WG-Direktor, der unter den Zuhörern weilte: "Ich bin sehr zufrieden, das ist für das Dorf, für Durbach und Ebersweier ein großer Schritt." Der Fußball könne zu einer noch besseren Integration der beiden Ortsteile beitragen.

Ganz billig war das Bürgerbegehren nicht. Bürgermeister Andreas König geht von Kosten in Höhe von rund 10 000 Euro aus. Allerdings ein Klacks gegenüber dem Umstand, dass bei einem Festhalten am Stadion ein neuer Trainingsplatz hätte angelegt werden müssen. Kosten: zwischen 300 000 und 400 000 Euro. Der Rasenplatz hätte teuer saniert werden müssen – was die BI indes abgestritten hat, was aber nach dem Bürgerentscheid nicht mehr relevant ist. Ab kommenden Herbst soll dann vom Sportclub Durbachtal gesprochen werden.

Autor: Hubert Röderer