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07. Juli 2012
Kleine Projekte haben große Chancen
Eurodistrikt beschloss neue Förderkriterien für grenzüberschreitende Projekte.
ORTENAU (obe). Grenzüberschreitende Projekte, die nicht vom Eurodistrikt initiiert wurden, haben Aussicht auf einfachere Förderung – die großen Projektpläne wie Lärmaktionsplan oder grenzüberschreitendes Verkehrsprojekt lassen indes weiter auf sich warten. "Man kann nur einen Fuß vor den anderen setzen", betonte Generalsekretärin Cordula Riedel nach der jüngsten Sitzung des Eurodistriktrats in Offenburg. Seit Jahresanfang ist sie im Amt. "Wir mussten ja auch erst mal im Team im Generalsekretariat in die Gänge kommen."
Im Ratssaal des Landratsamt ging es ruhig zu. Der in der Vergangenheit regelmäßig aufgrund fehlender Resultate wetternde Straßburger Stadtrat Robert Grossmann war nicht angereist. 33 von 48 Mitglieder nahmen teil. Beschlossen wurden vereinfachte Förderkriterien für grenzüberschreitende Bürgerprojekte. Antragsteller, etwa Vereine, können damit noch einfacher an Fördergeld kommen. "Klarer geschrieben, vereinfacht und verkürzt", erklärte Riedel im Nachgang zur Sitzung. Man habe jetzt noch mehr Spielraum. Eigentlich war bisher etwa Voraussetzung, dass ein deutscher und ein französischer Projektpartner vorhanden sind, das sei nun kein Ausschlusskriterium mehr. So bekommt etwa das französische Projekt Velotour für sein Radtourennetz einen Zuschuss, weil 80 Kilometer Strecke über Ortenauer Gebiet führen.
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Aufgrund schlechter Erfahrungen legt Riedel Wert darauf, dass Förderanträge mindestens drei Monate vor dem zu fördernden Ereignis vorliegen. Bei der Entscheidung über eine Förderung hat der neue Präsident Frank Scherer nur mehr Entscheidungsgewalt. Er kann bei Projekten unter 5000 Euro Fördersumme seinen Segen geben, ohne Vorstand oder Distriktrat zu fragen. Dies soll dazu führen, dass der Vorstand entscheidet von 5000 bis 25 000 Euro, der Distriktrat ab 25 000 Euro Fördersumme. Vereine und Bürger sollen laut Scherer "verstärkt ermutigt werden, grenzüberschreitende Maßnahmen zu verwirklichen".
Die über das Interreg-Programm EU-geförderten Begegnungsprojekte sollen ebenfalls in Gang kommen. Wie berichtet gibt es Info-Abende in den Großen Kreisstädten. Wie die Generalsekretärin weiter berichtete, wird ein Bürgerkonvent als deutsch-französische Austausch-Plattform am 27. Oktober stattfinden. Bürgermeister sollen dann mit Bürgern anreisen und Projekte der Bürgerbeteiligung besprechen. In Sachen der deutsch-französischen Großprojekte, die den Menschen beidseits des Rheins Nutzen bringen, bat Riedel um Geduld. Ihr gehe es auch zu langsam, doch müsse Schritt für Schritt erfolgen. Für ein grenzüberschreitendes Verkehrskonzept setze man sich noch vor der Sommerpause mit Verkehrsplanern der Städte zusammen, ein Mobilitätsgutachten soll folgen. Ergebnisse aus der Anfang 2012 für 40 000 Euro beauftragten Studie zum grenzüberschreitenden Gesundheitsgebiet – es sollen etwa Klinik-Kooperationen entstehen – erwarte man Ende des Jahres.
Autor: obe



